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Meine erste Carsharing-Fahrt: Am Ende muss ich ein Taxi zum überbrücken rufen

Дата публикации: 17-10-2026 12:44:00

Eigentlich wollte ich einen Puma finden. Am Ende brauche ich trotz gebuchtem Mietauto ein Taxi, um wieder nach Hause zu kommen. Ein Protokoll meiner allerersten Carsharing-Fahrt.

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Eigentlich wollte ich einen Puma finden. Am Ende brauche ich trotz gebuchtem Mietauto ein Taxi, um wieder nach Hause zu kommen. Ein Protokoll meiner allerersten Carsharing-Fahrt.

Es ist dunkel. Ich bin nass, mir ist kalt und mein Handy-Akku neigt sich dem Ende zu. Dazu kommt die Angst, dass mich aus dem nichts ein Puma anspringen könnte. Währenddessen dudelt die Musik der Miles-Warteschleife in mein Ohr. Damit hatte ich in der Früh, als ich ins Büro gefahren bin, nun wirklich nicht gerechnet.

Der Tag begann an sich aber schon recht aufregend: Ein mutmaßlicher Puma soll nahe des Flughafen Münchens herumstreunen und ich werde als Reporterin hingeschickt. Während sich der ein oder andere Kollege freundlicherweise Gedanken um meine Sicherheit macht, beschäftigt mich vor allem eine andere Frage: Wie komme ich eigentlich dorthin?

Mir wird zu Miles geraten. Den Mietwagenanbieter habe ich vorher zwar noch nie genutzt. Doch zunächst läuft alles erstaunlich reibungslos. Ich finde schnell einen Wagen, die Miete funktioniert dank App problemlos und Stau gibt es auch keinen. Also geht es von einem Ort zum anderen, auf der Suche nach einem Puma und spannenden Geschichten. Kurz vor 18 Uhr habe ich mein letztes Interview abgedreht. Zufrieden steige ich ins Auto, um nach Hause zu fahren. Ich entsperre den VW-Polo per App und will den Motor starten. Doch: nichts.

Beginn der Odyssee

Auf dem Display steht, dass die Autobatterie bei zwölf Prozent liegt. Um den Stand zu erhöhen, soll ich losfahren – lustig, denke ich. Genau das hatte ich vor. Das Auto aber wohl nicht.

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Ich versuche es noch zwei-, dreimal. Ohne Erfolg. Also rufe ich beim Miles-Notfallservice an. Ein netter Herr begrüßt mich, fragt die üblichen Eckdaten ab und erklärt mir, die Autobatterie liege doch nur bei zehn Prozent. Ob ich lange gestanden hätte, möchte er wissen. Ja, schon. Ich hatte in dieser Parkbucht am Rande des Nichts auf einen Interviewpartner gewartet. Aber auch nicht so lange und natürlich nicht mit laufendem Motor.

Der Rat des Miles-Servicemitarbeiters: Ich soll 15 Minuten warten, alles am Auto ausgeschaltet lassen und es dann noch einmal versuchen. Falls das nicht funktioniert, werde jemand organisiert, der mir Starthilfe gibt.

Schon der Anruf an sich ist mir unangenehm. Aber jetzt auch noch jemanden um Starthilfe bitten? Ich bedanke mich, tue was er sagt und warte. Von Autos habe ich nämlich, zugegeben, deutlich weniger Ahnung als von Pumas. Währenddessen telefoniere ich mit einer Freundin. Es fängt an zu regnen. Ein bisschen besorgt bin ich inzwischen schon. Nach diesem langen Tag möchte ich eigentlich einfach nur nach Hause.

Etwa 18.30 Uhr: Der große Moment. Ich versuche erneut, den Wagen zu starten. Wieder nichts. Statt Motorgeräusche höre ich nur den Regen auf die Scheiben prasseln.

Na gut, also wieder Miles anrufen. Diesmal erklärt mir eine Dame, die Batterie liege bei 11,7 Prozent. Zwölf Prozent wären nötig. Ich könne noch einmal kurz warten. Sollte es dann immer noch nicht funktionieren, soll ich ein Taxi rufen, das mir Starthilfe gibt.

Ein Taxi für Starthilfe?

Ich bin irritiert. „Ein Taxi für Starthilfe? Ist das denn normal? Wissen die denn überhaupt, was sie tun müssen? Sowas habe ich noch nie gemacht.“ Sie erklärt mir, ich müsse das einfach bei der Bestellung dazusagen. Die Rechnung könne ich anschließend bei Miles einreichen.

Na dann. Ich lege auf und warte wieder. Wieder telefoniere ich mit einer Freundin, es wird langsam dunkel und ich fühle mich in der Parkbucht etwas unwohl. Schließlich läuft hier ja vielleicht ein Puma frei rum. Ich hoffe also, dass ein paar zusätzliche Minuten das Problem lösen. Spoiler: tun sie nicht.

Um 18.56 Uhr rufe ich beim Taxi-Service Erding an.

„Ich stehe hier in einer Parkbucht, und mein Mietwagen springt nicht mehr an. Ich bräuchte bitte Starthilfe.“

Der Mann am Telefon klingt überrascht. Er müsse erst einmal bei seinen Kollegen nachfragen. Ich warte erneut und höre im Hintergrund ein Gespräch. Schließlich bekomme ich eine Auskunft: 25 Euro plus Anfahrt würde mich der Spaß kosten. Ich sage zu. Was bleibt mir auch anderes übrig? Und – warte. Generell wird an diesem Abend ziemlich viel gewartet.

Etwa 25 Minuten später kommt der Taxifahrer an. Er wirkt nicht gerade besonders motiviert, mir mit meinem Mietwagen zu helfen. Unhöflich ist er trotzdem nicht. Ein kurzes Hallo und der Herr macht sich ans Werk.

Gemeinsam schaffen wir es, das Heck zu öffnen. Dann bittet er mich, dass ich mich ins Auto setze und den Motor starte.

Nichts.

Er fuchtelt noch ein wenig mit den Kabeln herum. Ich versuche es erneut.

Wieder nichts.

Und dann geht plötzlich alles aus. Nicht einmal das Display des VW-Polos leuchtet.

Ich bin verwirrt. Der Taxifahrer auch. Er versteht nicht, warum ich keinen Schlüssel habe. Ich erkläre ihm, dass bei Miles alles über die App funktioniert. Währenddessen stelle ich fest: Auch dort tut sich nichts mehr. Den Wagen abschließen kann ich also ebenfalls nicht. Immerhin ist die Tür noch offen.

Ich setze mich hin und rufe wieder bei Miles an. Mein Handyakku neigt sich allerdings auch bald dem Ende zu. Diesmal habe ich die gleiche Dame wie zuvor am Telefon. Mittlerweile hat sie mir sogar zehn Euro Guthaben überwiesen. Fürs Warten, erklärt sie. Immerhin.

Am Telefon erinnert sie sich sogar an mich. Ich erkläre, dass ich wie besprochen ein Taxi gerufen habe. Sie erklärt, dass sie im System sogar erkennen kann, dass die benötigten zwölf Prozent sogar erreicht wurden. Starten kann ich trotzdem nicht. Dann erkläre ich ihr das neue Problem:

„Ich glaube, die Verbindung zum Wagen ist verloren gegangen. Ich kann in der App nichts mehr machen.“

Mit meiner Vermutung liege ich tatsächlich richtig. Sie bestätigt mir das und bittet mich, ein paar Dinge in der App auszuprobieren. Nachdem nichts davon hilft, will sie das komplette System neu starten.

Ich warte.

Dann erklärt sie mir freundlich, dass sie kurz mit einem Kollegen sprechen müsse.

Ich lande wieder in der Warteschlange.

Ich warte. Das kann ich mittlerweile richtig gut. Die Warteschleifen-Musik kratzt aber langsam an meinen Nerven.

Der Taxifahrer, der türkischer Abstammung ist (wir hatten etwas Zeit zu quatschen), kann nicht nachvollziehen, warum Miles nicht einfach den ADAC anruft. Ich, die auch vom ADAC keine Ahnung hat, warte einfach weiter. Währenddessen lässt er mich sogar mein Handy in seinem Taxi laden. Netter Mann.

Taxi für Starthilfe ist bei Miles nicht unüblich

Auf Anfrage erklärt eine Miles-Sprecherin einige Tage später, dass Miles selbst kein ADAC-Mitglied sei. Vor meiner Anmietung hätte es zudem keine Hinweise auf Mängel bei dem Wagen gegeben. Die Flotte würde regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. Dennoch könnten technische Probleme auch während einer laufenden Miete auftreten.

Innerhalb der Geschäftsgebiete würde nach Möglichkeit durch eigene Serviceteams geholfen oder ein Fahrzeugwechsel angeboten. Außerhalb des Geschäftsgebiets würden sie aber auf externe Partner zurückgreifen – wie auf ein Taxi für die Starthilfe bzw. die anschließende Heimfahrt.

Schließlich ist die Miles-Mitarbeiterin zurück. Mit schlechten Nachrichten: Die Verbindung zum Wagen lässt sich nicht wiederherstellen.

Es ist inzwischen kurz vor 20 Uhr. Draußen ist es dunkel, und meine Geduld neigt sich langsam, aber sicher dem Ende zu. Der Taxifahrer ist netterweise noch da. Also schlage ich am Telefon vor:

„Ich hole meine Sachen aus dem Auto, fahre mit dem Taxi nach Hause und schicke Ihnen die Rechnung.“

Was ich an dieser Stelle wirklich sagen muss: Die Frau am Telefon ist supernett. Sie stimmt sofort zu und entschuldigt sich erneut. Ich soll meine Sachen holen, dann beendet sie die Miete und schließt den Wagen aus der Ferne ab.

Gut. Ich sehe ein Ende dieser wilden Odyssee. Endlich.

Ich gehe zum Kofferraum und – nichts.

Er geht nicht auf. Toll.

In meiner Tasche befinden sich mein Geldbeutel, mein Haustürschlüssel, Kameraequipment und allerlei weiterer Kram. Alles Dinge, die ich ausgesprochen gerne bei mir hätte.

Mehr als 2,5 Stunden und etwa 6 Anrufe später

Freundlicherweise hievt der Taxifahrer meine Sachen aus dem Kofferraum über den Rücksitz aus dem Auto heraus. Währenddessen bete ich, dass bei dieser Aktion nichts kaputt geht oder irgendwo herausfällt.

Die Mitarbeiterin bestätigt mir noch einmal, dass ich die Rechnung einfach einschicken muss.

Ich freue mich bereits in Gedanken, jetzt aber wirklich bald zu Hause zu sein. Ich steige ins Taxi. Der brave Taxifahrer, mit dem ich inzwischen sogar über meinen türkischen Ex-Freund spreche, fährt mich nach Hause.

Die Rechnung am Ende: stolze 150 Euro.

Der Taxifahrer schreibt die Rechnung, ich bedanke mich auf türkisch. Es ist 20.30 Uhr, und endlich stehe ich in meiner Wohnung. Ich werfe mich auf die Couch. Mein Akku: bei 14 Prozent. Meine Nerven: Am Ende. Dann bekomme ich eine Mail.

Mail: Sophia von Miles - „Erste Fahrt? Lass hören!“

Mail: Sophia von Miles - „Erste Fahrt? Lass hören!“ privat

Es ist die automatische Mail, die jeder Kunde nach seiner ersten Fahrt bekommt. Und mir bleibt nichts anderes übrig, als laut loszulachen. So sehr, dass ich weine.

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