Aus einer verlassenen Kirche in Michigan soll ein Zuhause mit neuem Zweck entstehen. Die Besitzerin investiert dafür bereits einen sechsstelligen Betrag und geht ein hohes finanzielles Risiko ein.
Aus einer verlassenen Kirche in Michigan soll ein Zuhause mit neuem Zweck entstehen. Die Besitzerin investiert dafür bereits einen sechsstelligen Betrag und geht ein hohes finanzielles Risiko ein.
Die US-Amerikanerin Whitney Anderson hat im Bundesstaat Michigan eine seit Jahren leerstehende Kirche gekauft und lässt das Gebäude zu einem Wohnhaus umbauen. Wie der US-Sender CNBC berichtet, zahlte sie für das Ensemble aus Kirche, Pfarrhaus und angrenzendem Grundstück 45.000 Dollar (etwa 40.000 Euro). Für die Arbeiten kamen bislang weitere rund 194.000 Dollar (etwa 172.700 Euro) hinzu. Anderson selbst bezeichnet das Vorhaben als „das größte Wagnis meines Lebens“.
Der Wunsch, einmal in einer Kirche zu wohnen, begleitet sie nach eigenen Angaben seit ihrer Kindheit. Nach jahrelanger Suche stieß sie 2024 schließlich online auf das Objekt in Michigan.
Das Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhunderts als methodistische Kirche errichtet und war beim Kauf in einem schlechten Zustand. Trotzdem fiel ihre Entscheidung schnell. „Das wird meins“, sagte sie nach dem ersten Rundgang. Nach dem Kauf zog Anderson zunächst in das ebenfalls sanierungsbedürftige Pfarrhaus und begann dort parallel mit den ersten Arbeiten.
Zunächst standen grundlegende Maßnahmen an, darunter Dachreparaturen, Abdichtungsarbeiten und die Beseitigung von Wasser- und Schimmelschäden. Vieles erledigte Anderson selbst, um Geld zu sparen.
ANZEIGE
ANZEIGE
Das Projekt erhielt zusätzliche Aufmerksamkeit durch soziale Medien, worauf später ein Auftritt in einer Fernsehsendung folgte. Wie CNBC berichtet, habe ihr das Kontakte, Sponsorings sowie kostenloses Material und einzelne Leistungen eingebracht.
Trotz dieser Unterstützung bleibt die Lage aus ihrer Sicht offen. „Es steht immer noch fünfzig zu fünfzig, ob das hier ein tragfähiges Zuhause wird oder ob es mich in den Bankrott treibt“, sagte sie. Langfristig will Anderson das Gelände nicht nur bewohnen, sondern auch für Gäste öffnen und ein Bed and Breakfast daraus machen.
Dieser Fall steht auch für einen breiteren Trend in den USA. So verweist ein Bericht des Senders Wear unter Berufung auf den National Council of Churches darauf, dass in den kommenden Jahren rund 100.000 Kirchen in den USA schließen könnten.
Auch in Deutschland steht die Zukunft vieler Kirchen zur Debatte. Ein Bericht der „Neue Osnabrücker Zeitung“ nennt für 2025 mindestens 46 katholische Kirchen oder Kapellen, die profaniert wurden. Im Jahr zuvor waren es 66 katholische Kirchengebäude, die aus dem kirchlichen Dienst entlassen wurden. Seit 2015 sind in Deutschland bereits rund 1000 Gotteshäuser der beiden großen Kirchen umgenutzt, verkauft oder abgerissen worden, wie das „Sonntagsblatt“ berichtet.