Nach einer mutmaßlichen Pestinfektion in der russischen Region Irkutsk wurden offenbar mehr Krankenhäuser unter eine dreiwöchige Quarantäne gestellt als bislang angenommen. Berichte darüber wurden in russischen Medien gelöscht.
Nach einer mutmaßlichen Pestinfektion in der russischen Region Irkutsk wurden offenbar mehr Krankenhäuser unter eine dreiwöchige Quarantäne gestellt als bislang angenommen. Berichte darüber wurden in russischen Medien gelöscht.
Patienten dürfen die Kliniken weder verlassen, noch gibt es Neueinweisungen, wie das Nachrichtenportal „Ljudi Baikala“ berichtet. Die Berichte können jedoch nicht unabhängig verifiziert werden, da in Russland eine Berichterstattung nur sehr eingeschränkt möglich ist. Mehrere russische Medien hatten zuvor berichtet, dass eine 27-Jährige in der sibirischen Stadt Schelechow in der Nähe des Baikalsees an einer Infektion mit der Pest gestorben sein soll. Das Opfer arbeitete in einem Institut zur Pestbekämpfung in Irkutsk. Am 25. September soll ihr dort ein Reagenzglas mit dem Erreger zerbrochen sein.
Zunächst war die Klinik in der Stadt Schelechow unter Quarantäne gestellt worden. Mittlerweile wurde die Quarantäne laut dem Bericht auf die Kliniken 1, 3 und 10 sowie das Kinderkrankenhaus „Iwan-Matreninskaja“ in Irkutsk ausgedehnt. In den gesperrten Gebäuden gelten strikte Besuchsverbote, Angehörige dürfen lediglich Lebensmittel abgeben. Auch mindestens eine weitere städtische Entbindungsklinik wurde komplett isoliert. Mindestens 197 Menschen wurden insgesamt getestet und isoliert.
Die russischen Behörden geben an, dass es sich „wahrscheinlich nicht“ um eine Infektion mit der Pest handelt, wie der Epidemiologe Gennadi Onischtschenko von der russischen Akademie der Wissenschaften gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass sagte. Auch die Tests der möglichen Kontaktpersonen sollen negativ ausgefallen sein. Weitere Ärzte sehen in der Anordnung der Maßnahmen aber Anzeichen, dass es doch eine Infektion mit der Pest gegeben haben könnte.
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Die Behörden der Region vermeiden jedoch jegliche konkrete Aufklärung der Bevölkerung. Wie weitere russische Medien berichten, sprach Gouverneur Igor Kobsew lediglich von einer kontrollierten Infektion. Warnungen der Stadt Baikalsk vor Reisen in das betroffene Gebiet wurden kurz nach Veröffentlichung im Internet gelöscht. Auch der Sender REN TV entfernte fünf Beiträge über die Krankheitsfälle.
Das Portal „Ljudi Baikala“ berichtet jedoch, dass Ärzte vor Ort „bereits offen von der Pest sprechen“. Der Informant erklärte dem Medium: „Bei Lungenpest gibt es keine selektive Quarantäne – die Beschränkungen werden für alle medizinischen Einrichtungen gleichzeitig verhängt.“ „Ljudi Baikala“ gilt in Russland als ausländischer Agent. Die Aktivitäten des Teams sind in Russland stark beschränkt und dessen Macher vielerlei Repressionen in Putins Regime ausgesetzt.
Auch einer werdenden Mutter wurde demnach die Pest als Grund für die Abschottung genannt, weshalb ihr Mann nicht zur Geburt in eine Klinik in Irkutsk durfte. Parallel dazu führte das örtliche Aluminiumwerk in Schelechow präventiv eine Maskenpflicht ein, wie dessen Direktor auf Telegram postete. „Vorsicht ist besser als Nachsicht“, schrieb er dazu.
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