Ein Firmenchef aus Irland setzt auf die Drei-Tage-Woche für sein gesamtes Team. Das Modell soll Beschäftigte entlasten und dem Unternehmen zugleich starkes Wachstum gebracht haben.
Ein Firmenchef aus Irland setzt auf die Drei-Tage-Woche für sein gesamtes Team. Das Modell soll Beschäftigte entlasten und dem Unternehmen zugleich starkes Wachstum gebracht haben.
Bei The Studio of Possible in Irland arbeiten alle Festangestellten regulär nur drei Tage pro Woche. Laut der Zeitung „i Paper“ hat sich der Umsatz des Unternehmens im Jahr 2025 dennoch mehr als verdoppelt. Geschäftsführer Seamus Begley sieht darin einen Hinweis, dass Leistung nicht zwingend an möglichst lange Arbeitszeiten gebunden ist.
Begley gründete die Agentur nach vielen Jahren in der klassischen Marketingbranche. Mit dem Unternehmen wollte er sich bewusst von einer Kultur absetzen, in der ständige Erreichbarkeit und Überstunden als normal gelten. „Ich war einfach an dem Punkt, an dem ich dachte: Ich brauche einen Neuanfang“, sagt er.
Das Team arbeitet vollständig remote und ist über mehrere Länder verteilt. Einige Beschäftigte bündeln ihre Arbeitszeit auf drei volle Tage, andere verteilen sie flexibler über die Woche. Begley beschreibt seinen eigenen Arbeitsrhythmus wie folgt: „Ich möchte jeden Tag ein paar Stunden haben, in denen ich mein Ding mache und den Kopf frei bekomme.“
Wie „i Paper“ weiter schreibt, schafft das Modell für viele Mitarbeitende mehr Spielraum für Familie oder eigene Projekte. Gleichzeitig bleibt die Debatte über verkürzte Arbeitszeiten umstritten.
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Begley widerspricht dieser Sichtweise. Seiner Darstellung zufolge entwickeln sich seine Mitarbeiter fachlich weiter und übernehmen neue Aufgaben, obwohl sie weniger Stunden arbeiten. Für ihn zählt am Ende nicht, wer am längsten am Schreibtisch sitzt, sondern ob die Arbeit effizient erledigt wird.
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Auch mit Daten aus Großbritannien zur verkürzten Arbeitswoche lässt sich Begleys Modell bestätigen. Beim bislang größten britischen Pilotprojekt zur Vier-Tage-Woche mit 61 Unternehmen und rund 2900 Beschäftigten setzten 92 Prozent der beteiligten Firmen das Modell nach dem Test fort. Laut Abschlussbericht gaben 71 Prozent der Beschäftigten an, weniger unter Burnout zu leiden, und 54 Prozent empfanden die Vereinbarkeit von Arbeit und Hausarbeit als leichter.
Der Überblicksbericht zum European Working Conditions Survey 2024 zeigt aber auch, dass sich die Qualität der Arbeit, die Entwicklungschancen und die Arbeitsbedingungen je nach Beschäftigtengruppe ungleich verteilen. Zugleich weist Eurofound darauf hin, dass der Zugang zu Weiterbildung, Entwicklungsmöglichkeiten und Mitgestaltungsmöglichkeiten zentrale Faktoren für gute Arbeit und nachhaltige Erwerbsverläufe sind.