Neben der Pkw-Expansion nehmen chinesische Autobauer auch das Segment für Vans ins Visier. Noch haben die etablierten Hersteller aber einen Trumpf.
Stand: 20.10.2026, 15:53 Uhr

Neben der Pkw-Expansion nehmen chinesische Autobauer auch das Segment für Vans ins Visier. Noch haben die etablierten Hersteller aber einen Trumpf.
Was auf dem europäischen Markt für Pkw schon Realität ist, könnte nun auch bald im Van-Geschäft kommen. Obwohl der Marktanteil chinesischer Hersteller in leichten Nutzfahrzeugflotten noch vergleichbar gering ist, wappnen sich die etablierten Hersteller bereits gegen die aufstrebende Konkurrenz aus der Volksrepublik.
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Dabei stammen laut Zahlen des Marktforschungsinstituts Dataforce nur etwa 1,4 Prozent der in den ersten sieben Monaten des Jahres neu zugelassenen Vans in Europa von chinesischen Marken. Zum Vergleich: Auf dem europäischen Pkw-Markt knackte China erstmals die Zehn-Prozent-Marke und überholte sogar die japanischen Autobauer.
Maxus führt die China-Marken anEs wäre dennoch naiv zu behaupten, dass chinesische Hersteller das Van-Geschäft bewusst ignorierten. Mit den Marken Maxus (SAIC) und Foton (BAIC) versuchen chinesische Konzerne schon einige Jahre, sich bei Flottenkunden für leichte Nutzfahrzeuge zu etablieren – bislang mit mäßigem Erfolg.
Maxus allein vereint laut der Dataforce-Statistik mehr als zwei Drittel der chinesischen Van-Verkäufe in Europa auf sich und kam in den ersten sieben Monaten des Jahres auf 10.792 verkaufte Einheiten. Nun positionieren sich auch Konzerne wie BYD, Chery und Geely – die Pkw-Exportrekorde nach Europa aufstellen – für einen großen Roll-out elektrischer Vans.
BYD bereitet Hochlauf vorGerade läuft beispielsweise bei BYD ein Realtest mit ausgewählten Kunden und Flottenbetreibern in Deutschland, um erste Erkenntnisse für den Hochlauf des Modells E-Vali zu gewinnen. Chery wiederum bereitet den Bestellstart seines Deliva für das zweite Quartal 2027 vor.
Auf Automobilwoche-Anfrage sagte eine Chery-Unternehmenssprecherin: „Wir wollen nichts überstürzen. Unser Ansatz ist es, jeden Markt gründlich vorzubereiten: mit abgeschlossener Homologation, einem einsatzbereiten Servicenetz, etablierten Partnerschaften und lokalen Teams.“
Servicenetz fehlt nochGenau das fehlt den chinesischen Konzernen – und ist der wohl entscheidende Trumpf der etablierten europäischen Hersteller. Ein dichtes Werkstattnetz mit guter Ersatzteilversorgung kann Flottenbetreibern eine möglichst hohe Verfügbarkeit ihrer Fahrzeuge ermöglichen.
Entsprechend groß ist die Herausforderung für die chinesische Konkurrenz. „Wir unterschätzen die Herausforderungen nicht und haben großen Respekt vor den etablierten Herstellern. Sie verfügen über jahrzehntelange Erfahrung und enge Kundenbeziehungen in Europa. Gleichzeitig befindet sich der Markt im Wandel, und viele Flottenbetreiber suchen nach intelligenteren Möglichkeiten, ihre Geschäfte zu betreiben“, so die Chery-Sprecherin.
Wettbewerb nimmt zuDie europäische Branche ist sich des Drucks aus China bewusst. „Neue Anbieter werden den Wettbewerb bei Elektrifizierung, Software, Ausstattung und natürlich Preis weiter vorantreiben. Verändert haben sich vor allem die Batterie- und Softwarekompetenzen“, erklärt eine Sprecherin von Mercedes-Benz Vans auf Anfrage.
Doch im Van-Geschäft „gelten etwas andere Regeln“, so ein Sprecher von Ford Pro. Flottenkunden achten meistens stärker auf Serviceverfügbarkeit und -qualität als nur auf den Kaufpreis. „Der Preis ist auch hier ein wichtiger Aspekt. Aber andere Faktoren spielen für gewerbliche Nutzfahrzeugkunden eine größere Rolle als für private Pkw-Kunden. Ausfallzeiten bedeuten für sie direkt Einnahmeverluste.
„Gerade deshalb rechnet Ford damit, dass die Expansion bei leichten Nutzfahrzeugen langsamer verlaufen wird. Doch auch die Konkurrenz aus China hat die entscheidenden Wettbewerbsfaktoren erkannt: „Wir rechnen damit, dass sich die neuen Wettbewerber früher oder später darauf einstellen werden“, so ein Ford-Sprecher.
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