In England ist dieser China-SUV an die Spitze der Verkaufscharts geschossen. Warum begeistert der Jaecco 7 die Käufer? Erster Fahrbericht.
Stand: 20.10.2026, 10:15 Uhr

In England ist dieser China-SUV an die Spitze der Verkaufscharts geschossen. Warum begeistert der Jaecco 7 die Käufer? Erster Fahrbericht.
München – Die Herzen der Briten hat dieses Auto im Sturm erobert. Knapp 90.000 Zulassungen seit Januar 2025. In den Spitzenmonaten schlug das China-SUV sogar solche Publikumslieblinge wie das Tesla Model 3 oder den Ford Puma. Wundern muss einen das nicht. Denn erstens sieht der Jaecco 7 so aus wie ein Range Rover. Zweitens kostet er über ein Drittel weniger. Das hat ihm auch den Spitznamen Temu-Rover eingebracht. Und drittens wird der Evoque-Klon vom Hersteller Chery gefertigt, der schon seit Jahren verschiedene Modelle von Jaguar Land Rover baut. Insofern ist die optische Nähe nicht unbedingt überraschend. Hier wie da gibt es die typische Clamshell-Motorhaube, die wie eine Muschelschale über die Kotflügel lappt, und ein „schwebendes“ Dach. Der Effekt entsteht, weil alle Säulen geschwärzt sind. Nur beim Kühlergrill sieht man einen Unterschied: Beim Jaecco 7 ist das Bugteil viel mächtiger. Unterstrichen wird der markante Auftritt auch noch von den 20 vertikalen Chrom-Streben
Im Gegensatz zur kantigen Offroad-Optik sind die Geländefähigkeiten aber überschaubar. In Deutschland wird das SUV nur als Plug-in-Hybrid angeboten – und der hat noch nicht einmal Allradantrieb. Die Kraft des 1,5-Liter-Benziners in Kombination mit einer E-Maschine summiert sich auf insgesamt 205 kW / 279 PS und liegt an der Vorderachse an. Mit 365 Nm Drehmoment schiebt das Antriebsduo den 1,9-Tonnen-Koloss in 8,5 Sekunden auf Tempo 100. Das reicht völlig aus, um gelassen im Verkehr mitzuschwimmen, was der Plug-in-Hybrid auch rein elektrisch schafft. Mit dem 18,4‑kWh-Akku kommt er dabei bis zu 90 Kilometer weit. Also noch weit weg vom derzeitigen Weltrekord. Der zusätzliche Benzinverbrauch liegt zwischen zwei und drei Litern. Wenn der Akku leer ist, steigt der Durst schon mal auf knapp acht Liter. Aufgeladen wird die Batterie mit bis zu 40 kW (DC), bei AC sind es 6,6 kW.

Das Zusammenspiel der beiden Antriebe läuft geschmeidig. Das hätten wir uns auch von den Bremsen gewünscht. Der Übergang von der elektrischen Rekuperation zur mechanischen Bremse fühlt sich unrund an. Genauso wie Lenkung. Am Fahrwerk kann man kaum meckern. Auch wenn der Jaecco 7 in schnell gefahrenen Kurven kräftig nach außen drängt. Aber schließlich ist der 4,50 Meter lange China-Evoque ja kein Rennwagen, sondern ein fünfsitziges SUV mit einem ordentlichen Radstand von 2,67 Metern. Dank der kastenförmigen Karosserie hat man innen überbordend Platz. Auch im Fond sitzt man mit guter Bein- und vor allen Dingen Kopffreiheit. Das rächt sich im Kofferraum (auch aufgrund des zusätzlichen Akkus). Im Vergleich zur Konkurrenz zieht der Jaecco mit 340 Litern den Kürzeren. Der VW Tiguan eHybrid bietet 490 Liter, der Hyundai Tucson PHEV sogar 558 l. Immerhin: Wenn man die Rücksitzbank umklappt, hat man eine Ladefläche mit 1.265 Litern Fassungsvermögen, die aber nicht ganz eben ist.

Das Cockpit des Jaecco bietet das übliche Layout: einen 10,25 Zoll großen Digital-Tacho und einen 14,8-Zoll-Zentralbildschirm, der vertikal ausgerichtet ist. Über diesen Bildschirm steuert man nahezu alles. Nur in Europa nicht. Extra für diesen Markt hat man die Türtafeln ausgetauscht und echte Knöpfe und Hebel eingebaut für die Spiegeleinstellung und die Fensterheber. Auf dem Lenkrad reguliert man die Lautstärke und den Abstandstempomat und auf der Mittelkonsole wechselt man die Fahrmodi. Alles andere wird auf dem Touchscreen erledigt, wie auch das Ausschalten der übernervösen Assistenzsysteme – leider!

Unser Fazit: Mit dem Jaecco 7 fährt Chery den Premium-Herstellern sauber in die Parade. Schon die Basisausstattung für 36.900 Euro ist üppig. Inklusive sind zum Beispiel Sitz- und Lenkradheizung. Wer alles haben will (zum Beispiel ein Panoramadach), zahlt 39.900 Euro. Ein echter Kampfpreis. Zumal Chery auch noch sieben Jahre Garantie (150.000 Kilometer) anbietet. Jetzt weiß man auch, warum die Engländer auf den Jaecco 7 so abfahren. Bald auch die Deutschen? Rudolf Bögel
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