Linksradikale und Jugendliche aus den Vorstädten ließen die Proteste eskalieren. Die Regierung reagiert mit Ausgangssperren. Die Debatte über Ursachen nimmt Fahrt auf.

Protest in Marseille: Am Wochenende war es in vielen Städten Frankreichs zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Foto: AFP
Paris. Frankreich kann erstmals seit Beginn der Krawalle durchatmen. Nach einem Wochenende mit Plünderungen und schweren Ausschreitungen blieb es in der Nacht zum Dienstag ruhig. Auf dem Pariser Place de la République und im Viertel Les Halles, wo es zu heftigen Zusammenstößen gekommen war, waren außer kleinen Polizeigruppen in der Nacht kaum Menschen zu sehen. Über der Hauptstadt kreiste ein Überwachungshubschrauber. Die Behörden hatten in vielen Städten teilweise Ausgangssperren verhängt, darunter in Lille, Nizza und Bordeaux.
Eine Diskussion, wie die Lage so eskalieren konnte, ist entbrannt. US-Präsident Donald Trump schrieb am Montag auf seinem Netzwerk Truth Social: „Migranten haben Frankreich übernommen. Sie müssen die Grenzen SCHNELL SCHLIESSEN!“ Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) nennt Linksextremisten und Migranten als Urheber für die Gewalt auf Frankreichs Straßen.
Und auch die Ermittler im Land machen zwei Gruppen für die Eskalation verantwortlich. Mit den Hunderttausenden friedlichen Demonstranten, die für bessere Bildung und gegen hohe Lebenshaltungskosten auf die Straße gingen, haben beide nichts gemein.
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