In ihrer Ausstellung „Strukturen auf Metall“ im Kulturtreff Altes Rathaus in Saarwellingen zeigt Marianne Feld 42 Werke aus zehn Jahren.
Saarwellingen · In ihrer Ausstellung „Strukturen auf Metall“ im Kulturtreff Altes Rathaus in Saarwellingen zeigt Marianne Feld 42 Werke aus zehn Jahren.
20.10.2026 , 18:00 Uhr
„Die Tiefe entsteht im Kopf“ – das hat Marianne Feld bei der Vernissage im Kulturtreff Altes Rathaus in Saarwellingen am Sonntag gesagt. Sie meinte damit: Erst beim Betrachten fügten sich die Bilder zu einem Ganzen zusammen. Feld selbst arbeitet in der Fläche, erzeugt „Strukturen auf Metall“ (Ausstellungstitel), regt bei deren Entstehung die eigene Kreativität an – und dieser Prozess geht beim Betrachten weiter.
„Meine Familie hatte einen Steinmetzbetrieb“, bekennt sich Marianne Feld zu ihren handwerklichen Wurzeln. Das künstlerische Rüstzeug erwarb sie während ihres Grafikdesignstudiums in Saarbrücken, besonders die Grundlehre Oskar Holwecks. Die Ermunterung ihres damaligen Schweizer Professors Robert Sessler in der Grafikklasse – „Machen Sie mal!“ – klingt ihr noch heute jedes Mal in den Ohren, wenn sie ans Werk geht. Ein festes Konzept verfolgt sie dabei aber nie. Ebenso legt sie sich nicht auf eine bestimmte Kunstrichtung fest.
Die 42 Werke aus zehn Jahren, die im Kulturtreff Altes Rathaus gezeigt werden, bezeugen die eigene Formensprache der Saarlouiser Künstlerin eindrücklich. Ihr Stil ist aufs Engste mit dem verwendeten Material verbunden. Sie malt nicht mit dem Pinsel Öl oder Acryl auf Leinwand, sondern verwendet in einer von ihr entwickelten Technik Handwerkerfarben und trägt diese mit dem Spachtel dick auf gekanteten Edelstahlblechen („Wannen“) auf. Die dicke Farbe wird unterschiedlich bearbeitet, geschoben und gezogen.
In mehreren Werken sind durch Drucke (wie bei Kartoffeldrucken von Kindern) entstandene Effekte integriert. Die meisten Bilder haben Relief schon wegen des pastösen Farbauftrags. Dasselbe gilt für collagenhafte Werke, bei denen Gebilde aus Alufolie oder anderen Elementen hinzugefügt sind – besonders eindrucksvoll bei Bildern mit Baumrinden, zu denen die Künstlerin anmerkt: „Ich möchte zeigen, dass Schönheit nicht trotz der Vergänglichkeit entsteht, sondern gerade durch sie.“
Mitunter wird der metallene Untergrund eigens inszeniert. Wie in dem 150 mal 30 Zentimeter messenden Querformat „Gewürfelt“, bei dem je nach Lichteinfall Wahrnehmungseffekte entstehen und beim Betrachten im Kopf Würfel komplettiert werden. Die Strukturen von Felds Kunstwerken lassen sich auch zu organischen Formen, Menschengruppen oder Stadtansichten weiterdenken. (sil/mire)
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Bistros im Alten Rathaus zu sehen: Dienstag bis Samstag von 17 bis 22 Uhr (bis 29. November).
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