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Michael Douglas: Eine Hollywood-Karriere mit Happy End

Дата публикации: 14-10-2026 03:30:00

Michael Douglas erzählt in seiner Autobiografie, wie er sich seine Karriere damit aufbaute, «starke, männliche Charaktere mit moralischen Schwächen zu spielen». Sein Buch ist eine Fundgrube für Filmfans, in der auch Privates zur Sprache kommt.

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Michael Douglas: Eine Hollywood-Karriere mit Happy End

Michael Douglas erzählt in seiner Autobiografie, wie er sich seine Karriere damit aufbaute, «starke, männliche Charaktere mit moralischen Schwächen zu spielen». Sein Buch ist eine Fundgrube für Filmfans, in der auch Privates zur Sprache kommt.

Marion Löhndorf14.10.2026, 05.30 Uhr

5 Leseminuten


Michael Douglas hat sich zuerst als Filmproduzent hervorgetan, bevor er als Schauspieler zum Star avancierte.

Michael Douglas hat sich zuerst als Filmproduzent hervorgetan, bevor er als Schauspieler zum Star avancierte.

Taylor Jewell / AP

Michael Douglas war ein Spätzünder, was seine Schauspielkarriere anging. Vor allem für die Verhältnisse der Filmstadt, die Anfänger gewöhnlich abschreibt, wenn sie es nicht bis Ende zwanzig geschafft haben. Douglas aber setzte sich als Hauptdarsteller erst mit 43 Jahren durch.

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Das war, als 1987 der Sex-Schocker «Fatal Attraction» in die Kinos kam. Auf einmal war der Mann, dem es keiner zugetraut hatte, ein Weltstar. Dabei war der Sohn des grossen Kirk Douglas von Kindesbeinen an in der Filmindustrie unterwegs gewesen. Jahrelang hatte er hinter den Kulissen des Filmgeschäfts und fürs Fernsehen gearbeitet – und wie.

Er hatte grosse, politisch relevante Filme wie «One Flew Over the Cuckoo’s Nest» (1975) und «The China Syndrome» (1979) als Produzent ermöglicht. Für «One Flew Over the Cuckoo’s Nest» wurde Douglas mit dem Oscar für den besten Film seines Jahrgangs geehrt.

Legendäre Höhen

Fernsehzuschauer aus der ganzen Welt kannten ihn als Polizisten in «The Streets of San Francisco» (1972–77) an der Seite seines Freundes und Mentors Karl Malden. Weniger bedeutende Rollen in Filmen, die er auch produzierte, hatten ihn zwar als Fachkraft etabliert. Von den legendären Höhen, zu denen er es bringen sollte – und unbedingt wollte –, war er allerdings noch weit entfernt.

Dank «Fatal Attraction» wurde Michael Douglas 1988 zum Weltstar (an der Seite von Glenn Close).

Dank «Fatal Attraction» wurde Michael Douglas 1988 zum Weltstar (an der Seite von Glenn Close).

Imago

Michael Douglas gibt in seiner Autobiografie Einblick in die Filmproduktion – zum Beispiel über die Arbeit an Miloš Formans Film «One Flew Over the Cuckoo’s Nest» (1975), den Douglas als Produzent ermöglicht hatte.

Michael Douglas gibt in seiner Autobiografie Einblick in die Filmproduktion – zum Beispiel über die Arbeit an Miloš Formans Film «One Flew Over the Cuckoo’s Nest» (1975), den Douglas als Produzent ermöglicht hatte.

Archive Photos / Getty

Mit «Fatal Attraction», 1987 gedreht, konnte Michael Douglas endlich zeigen, dass er die grosse Leinwand beherrschte. Aber dieser Erfolg, der zunächst wie ein Monolith in seiner Laufbahn wirkte, reichte ihm nicht. Auch der erste Oscar, den er Jahre zuvor als Produzent nach Hause nehmen konnte, war dem besessen Ehrgeizigen nicht genug.

In seiner Autobiografie, die in der vergangenen Woche erschien, beschreibt er seine Wut, bei den Oscars 1988 für «Fatal Attraction» noch nicht einmal nominiert worden zu sein – obwohl er der Star des Films war. Mit Oliver Stones Film «Wall Street» bot sich ihm 1987 jedoch seine grosse Chance.

Eigentlich sah ihn keiner der Produzenten als knallharten Finanzhasardeur Gordon Gekko, der dauernd Sätze wie «Gier ist gut» ausspuckte. Aber Oliver Stone glaubte an ihn. Und zwar nicht nur, wie Douglas schreibt, «wegen meiner Schauspielkarriere, sondern wegen meines Lebens. Er stellte mich ein, weil ich ein oscargekrönter Produzent war, der – genau wie Gekko – wusste, wie man Geld verdient.»

Douglas gibt – unterstützt von zwei Ghostwritern – ausführliche Einblicke in die Herstellung seiner Filme. Manchmal ist es, als ob man dem Kameramann über die Schulter schaute. Zum Beispiel, wenn der sich, wie bei «Wall Street», in einer Szene in eine Limousine mit den Schauspielern zwängt. Oder wenn Steven Soderbergh sich bei «Behind the Candelabra» (2013) halb unters Bett legt und verrenken muss, um eine geeignete Perspektive für eine Sexszene zu finden.

Der Star und sein Team

Seine Autobiografie «One Helluva Ride» ist eine Fundgrube für Kinofans. Er wolle zeigen, «wie schwer es ist, einen erfolgreichen Film zu machen», schreibt Douglas. Es ist spannend zu lesen, wie Douglas und das Filmteam eine Figur wie Gordon Gekko zusammensetzen – Stimme, Tonfall, Frisur, Kleidung –, über jedes Detail wird diskutiert.

Douglas hebt die Bedeutung der Gegenstände hervor, mit denen sich ein Charakter umgibt. Sogar Gordon Gekkos bevorzugte Zigaretten- und Zigarrenmarken (Winston und Davidoff) werden festgelegt. Auch an dramaturgischen Entscheidungen, etwa über das nachgedrehte Ende von «Fatal Attraction», lässt er uns Anteil haben.

Dabei bettet er seine Einzelerfahrung als Schauspieler immer in die Teamleistung ein und verliert überhaupt kaum je das grosse Ganze aus den Augen: Der bekennende «Nachrichtenjunkie» stellt Zeitbezüge her und erinnert an gesellschaftliche Debatten, die Werke wie «Basic Instinct» (1992) auslösten. Dabei greift er nicht etwa auf Tagebücher oder allein auf seine Erinnerung zurück. Er interviewte mehr als fünfzig Freunde und Kollegen, um möglichst akkurat erzählen zu können, was damals passierte.

Michael Douglas zusammen mit Sharon Stone auf dem Set von «Basic Instinct», dem Blockbuster von Paul Verhoeven.

Michael Douglas zusammen mit Sharon Stone auf dem Set von «Basic Instinct», dem Blockbuster von Paul Verhoeven.

Sunset Boulevard / Corbis Historical / Getty

Michael Douglas hatte lange unter seinem autoritären Vater Kirk Douglas zu leiden. Das Bild zeigt Vater und Sohn 1969 auf dem Filmset von «Hail, Hero».

Michael Douglas hatte lange unter seinem autoritären Vater Kirk Douglas zu leiden. Das Bild zeigt Vater und Sohn 1969 auf dem Filmset von «Hail, Hero».

Bettmann / Getty

Es gibt auch Anekdoten, aber Pointen und heiteres Geplauder sind nicht die Stärken dieses Memoirs. Worauf es ihm ankommt, ist der Weg, der zwischen den Fotos auf der Vorder- und der Rückseite des Schutzumschlags liegt: Das eine zeigt ihn, wie man ihn in jüngerer Zeit kennt, kantiges Kinn, entschlossener, halb amüsierter Blick.

Das andere Bild auf der Rückseite scheint zu einem ganz anderen Mann zu gehören, einem mit melancholischem Lächeln und weichen Zügen, dessen Weg noch unbestimmt, aber keineswegs verheissungsvoll ist. Ihm ist kaum daran gelegen, sich in einem rosigen Licht zu präsentieren. Nicht verschwiegen werden seine chaotischen frühen Jahre, die Drogenexzesse, die unzähligen Affären und die schwierige Kindheit.

Väter und Söhne

Als fast unerträglich erlebte er den Ruhm seines aus ärmsten Einwandererverhältnissen stammenden Vaters Kirk Douglas, dessen unberechenbares, zur Brutalität neigendes Temperament. Später belastete ihn auch die Scheidung der Eltern.

Aus dem Schatten des Vaters herauszutreten – das war jahrzehntelang sein Lebensthema. Erst spät im Leben brachten ein Schlaganfall und ein Helikopterunfall des damals hochbetagten Kirk Douglas die schwierige, verfahrene Vater-Sohn-Beziehung in Bewegung.

Kirk Douglas entschuldigte sich für die Versäumnisse der Vergangenheit. Einen anderen Sohn, Michaels Bruder Eric, hatte er verloren. Eric war an seiner Drogensucht gestorben. Michaels eigener, ältester Sohn Cameron sass sieben Jahre wegen Drogenbesitzes und -handels im Gefängnis, teilweise in Einzelhaft. Dass ihm nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis ein stabiles, geglücktes Leben gelang, ist wie ein Wunder.

Eine andere Heilung steht am Ende dieses Buches, in dem es auch um Versöhnung geht. Als Cameron in Einzelhaft sass, wurde bei Michael Douglas Krebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Er überlebte nach einer schweren Behandlung. Er feiert das als grosses Glück und entscheidenden Wendepunkt seines Lebens, das er von nun an dankbar, geläutert und Golf spielend angeht. Es ist ein Happy End wie im Film.

Michael Douglas: One Helluva Ride. Headline-Verlag, 2026. 320 S., Fr. 29.90.

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