Der an Zerebralparese leidende Schauspieler wurde im Alter von 34 Jahren tot aufgefunden.
Der an Zerebralparese leidende Schauspieler wurde im Alter von 34 Jahren tot aufgefunden.
13.10.2026, 11.24 Uhr
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Taylor Jewell / AP
Eine grosse Serie erkennt man nicht zuletzt daran, dass das gesamte Ensemble harmoniert. Keine Einzelne, kein Einzelner überstrahlt restlos alle anderen, selbst Nebenrollen bleiben im Gedächtnis. Ein solcher Fall war «Breaking Bad», das zwischen 2008 und 2013 eine ganze Reihe von starken, eindrücklichen Figuren aufbot. Eine davon spielte der an Zerebralparese leidende R. J. Mitte, der nun viel zu jung gestorben ist.
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Walter Jr., genannt Flynn, ist der Sohn des Chemielehrers und späteren Drogenbarons Walter White. R. J. Mitte verlieh seiner meist auf Krücken gehenden Figur authentische Ehrlichkeit und Tiefe. Der Teenager ist der emotionale Anker der Familie, von der er sich nach den dubiosen Geschäften des Vaters immer stärker entfremdet. Diese Wut, die Enttäuschung, die über den bewunderten und gefallenen Vater in den Augen blinkt – das ist ausgesprochen bewegend.
Am Montag, dem 12. Oktober, wurde der Schauspieler im Alter von 34 Jahren in Brownsville im Gliedstaat Texas tot aufgefunden. «Mit tiefer Traurigkeit teilen wir mit, dass der beliebte Schauspieler, Philanthrop und leidenschaftliche Kämpfer für die Rechte von Menschen mit Behinderung R. J. Mitte gestorben ist», gab sein Management bekannt. Die genauen Umstände werden derzeit noch ermittelt, ein Fremdverschulden schliesst die Polizei aus. Mit Berufung auf Mittes Agenten wird in amerikanischen Medienberichten Suizid als Todesursache genannt.
Kein letztes Mittagessen mit Bryan CranstonMittes «Breaking Bad»-Kollegen zeigten sich bestürzt: Er sei «am Boden zerstört», sagte Aaron Paul, der in der Serie Walter Whites kriminellen Gehilfen Jesse Pinkman spielt, dem «Hollywood Reporter». «Obwohl R. J. nicht meinen TV-Sohn spielte, habe ich mich am Set immer um ihn gekümmert», schrieb Dean Norris, der in den fünf Staffeln den knochenharten Agenten Hank Schrader verkörperte.
Am ausführlichsten äusserte sich der Hauptdarsteller Bryan Cranston auf Instagram. Er sei zutiefst verzweifelt über den Verlust dieses grossen Talents: «Der Junge war noch ziemlich unerfahren, als wir die Pilotfolge drehten, aber nach und nach konnten wir erleben, wie er sich zu einem wirklich tollen Schauspieler entwickelte.» Noch vor wenigen Wochen habe Cranston sich mit ihm zum Mittagessen verabreden wollen – ob das etwas an seiner Zukunft hätte ändern können?
R. J. Mitte wurde am 21. August 1992 in Jackson, Mississippi, geboren. Weil er bei der Geburt nicht atmete, erlitt er einen Gehirnschaden. Früh wurde die unheilbare Bewegungsstörung Zerebralparese diagnostiziert, die zu spastischen Muskelzuckungen und unkontrollierten Bewegungsabläufen führt.
Im Alter von 6 Jahren erfuhr er, dass er adoptiert war. Seine leibliche Mutter lernte er nie kennen. Mit 14 wurde er für «Breaking Bad» gecastet. Zuvor hatte er bereits Statistenrollen, unter anderem in der Disney-Serie «Hannah Montana». Die Rolle des Walter White Jr. machte den jungen Mann schliesslich weltweit bekannt.
Die Krankheit als Fluch und SegenDoch die Ambivalenz seines Erfolgs machte dem Schauspieler, der eigentlich Roy Frank Mitte III hiess, zu schaffen, wie er öffentlich bekannte. Einerseits wusste er, dass er ohne seine Behinderung niemals seine Karriere hätte beginnen können. Anderseits wollte er nicht ausschliesslich darauf reduziert werden.
So setzte er seine Bekanntheit immer wieder ein, um für mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung im Showbusiness zu werben. Er war Botschafter und Sprecher für mehrere Organisationen, thematisierte die Erkrankung auch in seinem jüngsten Film «Talking to Strangers». In letzter Zeit hatte Mitte nach aussen hin glücklich gewirkt: Vor einem Jahr hatte er sich mit seiner langjährigen Freundin Kennedy Suarez verlobt.
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