Infostealer stehlen unbemerkt Passwörter, Cookies und Bankdaten. COMPUTER BILD erklärt, wie die Malware arbeitet und wie Sie sich davor schützen.

Infostealer stehlen Passwörter und kapern aktive Sitzungen – ohne dass die Opfer es bemerken.
Foto: Witthaya Prasongsin/GettyImages
Infostealer stehlen unbemerkt Passwörter, Cookies und Bankdaten. COMPUTER BILD erklärt, wie die Malware arbeitet und wie Sie sich davor schützen.
Infostealer gehören derzeit zu den größten Bedrohungen im Internet. Die Schadprogramme stehlen unbemerkt Passwörter, Cookies,
Bankdatenund sogar Zugangsdaten zu
Kryptowallets. Besonders gefährlich: Viele Opfer bemerken die Infektion überhaupt nicht, bis Kriminelle ihre Konten übernehmen oder sensible Daten im
Darknetauftauchen.
Ein Infostealer, kurz für "Information Stealer", ist eine spezielle Form von Malware. Anders als
Ransomwareverschlüsselt sie keine Dateien und fordert kein Lösegeld. Stattdessen arbeitet sie heimlich im Hintergrund und sammelt wertvolle Daten vom infizierten Gerät.
Zu den wichtigsten Zielen gehören:
Nach dem Diebstahl werden die Informationen an die Angreifer übermittelt. Diese verkaufen die Daten oft weiter. Dadurch können gestohlene Zugangsdaten noch Wochen oder Monate später für Kontoübernahmen missbraucht werden.
Malware als MietserviceDie meisten modernen Infostealer werden mittlerweile als "Malware-as-a-Service" angeboten. Kriminelle müssen die Schadsoftware nicht selbst entwickeln, sondern können sie gegen eine monatliche Gebühr mieten. Dadurch ist die Einstiegshürde niedrig. Auch technisch wenig versierte Täter können professionelle Schadsoftware einsetzen.
Verbreitung über gefälschte Software-DownloadsKriminelle erstellen täuschend echte Webseiten, die bekannte Programme imitieren. Damit verbreiten sie dann Infostealer. Nutzer und Nutzerinnen glauben, eine legitime Anwendung herunterzuladen, installieren aber stattdessen die Schadsoftware. Besonders häufig missbraucht werden:
Darüber hinaus werden Infostealer auch als Raubkopien, Keygens oder Spiel-Cheats getarnt und ins Internet gestellt. Auch manipulierte Erweiterungen für Chrome, Edge oder Firefox können Infostealer enthalten oder User auf infizierte Webseiten umleiten.
Die bekanntesten InfostealerDurch die Möglichkeit, die Malware für eigene Zwecke zu mieten, haben sich ein paar Infostealer durchgesetzt und sind besonders verbreitet:
Die Malware selbst bleibt meist unsichtbar und nutzt oft viele Verschleierungstricks, um auf den Geräten unerkannt zu bleiben. Ein aktuelles
Antivirenprogrammkann sie trotzdem erkennen, wenn sie sich auf dem Gerät einnisten will. Weitere Hinweise zeigen sich häufig erst bei den betroffenen Konten. Warnsignale sind:
Wer plötzlich aus Konten ausgeloggt wird oder verdächtige Aktivitäten bemerkt, sollte sofort reagieren.
Warum Browser-Passwörter besonders gefährdet sindInfostealer haben es vor allem auf Browserdaten abgesehen. Dort finden sie oft Hunderte von Zugangsdaten auf einmal. Zudem ist die Speicherung der Passwörter in Browsern bei vielen Nutzerinnen und Nutzern identisch und leichter angreifbar als in eigenständigen Programmen. Experten empfehlen deshalb, Passwörter nicht dauerhaft im Browser zu speichern. Ein separater
Passwortmanagerbietet zusätzliche Sicherheit, weil die Zugangsdaten in einem verschlüsselten Tresor abgelegt werden.
Mit diesen Tipps vermeiden Sie die größten Fallen, die Ihre Geräte mit Infostealern infizieren:
Besteht der Verdacht auf eine Infektion, sollte zunächst das betroffene Gerät mit einem Antivirenprogramm bereinigt werden. Danach gilt:
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