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Was sind Infostealer? Die unsichtbaren Passwort-Diebe

Дата публикации: 29-09-2026 09:20:00

Infostealer stehlen unbemerkt Passwörter, Cookies und Bankdaten. COMPUTER BILD erklärt, wie die Malware arbeitet und wie Sie sich davor schützen.

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Heimliche DatendiebeWas sind Infostealer? Die unsichtbaren Passwort-Diebe

Nahaufnahme eines aufgeklappten Laptops auf einem Holztisch. Zwei Hände liegen auf der Tastatur und tippen. Über der Tastatur ist ein weißes Eingabefeld eingeblendet, das fünf Sternchen und einen Unterstrich als Platzhalter für ein Passwort zeigt. Der Hintergrund ist unscharf und in warmen Farbtönen gehalten.

Infostealer stehlen Passwörter und kapern aktive Sitzungen – ohne dass die Opfer es bemerken.

Foto: Witthaya Prasongsin/GettyImages

Infostealer stehlen unbemerkt Passwörter, Cookies und Bankdaten. COMPUTER BILD erklärt, wie die Malware arbeitet und wie Sie sich davor schützen.

Infostealer gehören derzeit zu den größten Bedrohungen im Internet. Die Schadprogramme stehlen unbemerkt Passwörter, Cookies,

Bankdaten

und sogar Zugangsdaten zu

Kryptowallets

. Besonders gefährlich: Viele Opfer bemerken die Infektion überhaupt nicht, bis Kriminelle ihre Konten übernehmen oder sensible Daten im

Darknet

auftauchen.

Was ist ein Infostealer?

Ein Infostealer, kurz für "Information Stealer", ist eine spezielle Form von Malware. Anders als

Ransomware

verschlüsselt sie keine Dateien und fordert kein Lösegeld. Stattdessen arbeitet sie heimlich im Hintergrund und sammelt wertvolle Daten vom infizierten Gerät.

Zu den wichtigsten Zielen gehören:

  • Gespeicherte Passwörter
  • Browser-Cookies
  • Kreditkarteninformationen
  • Automatisch ausgefüllte Daten
  • Kryptowallets
  • Sitzungsdaten von Apps wie Discord, Telegram oder Steam

Nach dem Diebstahl werden die Informationen an die Angreifer übermittelt. Diese verkaufen die Daten oft weiter. Dadurch können gestohlene Zugangsdaten noch Wochen oder Monate später für Kontoübernahmen missbraucht werden.

Malware als Mietservice

Die meisten modernen Infostealer werden mittlerweile als "Malware-as-a-Service" angeboten. Kriminelle müssen die Schadsoftware nicht selbst entwickeln, sondern können sie gegen eine monatliche Gebühr mieten. Dadurch ist die Einstiegshürde niedrig. Auch technisch wenig versierte Täter können professionelle Schadsoftware einsetzen.

Verbreitung über gefälschte Software-Downloads

Kriminelle erstellen täuschend echte Webseiten, die bekannte Programme imitieren. Damit verbreiten sie dann Infostealer. Nutzer und Nutzerinnen glauben, eine legitime Anwendung herunterzuladen, installieren aber stattdessen die Schadsoftware. Besonders häufig missbraucht werden:

  • Sicherheitsprogramme
  • Passwortmanager
  • Videoplayer
  • KI-Tools
  • Produktivitätssoftware

Darüber hinaus werden Infostealer auch als Raubkopien, Keygens oder Spiel-Cheats getarnt und ins Internet gestellt. Auch manipulierte Erweiterungen für Chrome, Edge oder Firefox können Infostealer enthalten oder User auf infizierte Webseiten umleiten.

Die bekanntesten Infostealer

Durch die Möglichkeit, die Malware für eigene Zwecke zu mieten, haben sich ein paar Infostealer durchgesetzt und sind besonders verbreitet:

  • Lumma Stealer: Er zählt zu den bekanntesten Infostealern der vergangenen Jahre. Er ist spezialisiert auf Browserdaten, Krypto-Wallets und Zugangsdaten. 2025 gab es eine internationale Aktion zur Zerschlagung des Netzwerks, aber die Malware kehrte schnell zurück und ist weiterhin eine große Gefahr.
  • StealC: Er wird häufig als Miet-Malware vertrieben. Der Fokus liegt auf Browser-Passwörtern, Cookies und Kryptowährungen.
  • RedLine Stealer: Er gehört zu den ältesten und am weitesten verbreiteten Vertretern. Viele bekannte Datenlecks der vergangenen Jahre standen mit RedLine-Infektionen in Verbindung.
  • Vidar: Er gilt als technisch besonders ausgereift. Neue Versionen erweitern ständig die Funktionen zur Datensammlung und Tarnung.
Woran erkennen Sie einen Infostealer?

Die Malware selbst bleibt meist unsichtbar und nutzt oft viele Verschleierungstricks, um auf den Geräten unerkannt zu bleiben. Ein aktuelles

Antivirenprogramm

kann sie trotzdem erkennen, wenn sie sich auf dem Gerät einnisten will. Weitere Hinweise zeigen sich häufig erst bei den betroffenen Konten. Warnsignale sind:

  • Anmeldebenachrichtigungen von unbekannten Geräten
  • Ungewohnte Passwort-Reset-Mails
  • Unerwartete Zwei-Faktor-Anfragen
  • Geänderte Kontoeinstellungen
  • Deaktivierte Sicherheitssoftware
  • Meldungen über Datenlecks oder kompromittierte Zugangsdaten

Wer plötzlich aus Konten ausgeloggt wird oder verdächtige Aktivitäten bemerkt, sollte sofort reagieren.

Warum Browser-Passwörter besonders gefährdet sind

Infostealer haben es vor allem auf Browserdaten abgesehen. Dort finden sie oft Hunderte von Zugangsdaten auf einmal. Zudem ist die Speicherung der Passwörter in Browsern bei vielen Nutzerinnen und Nutzern identisch und leichter angreifbar als in eigenständigen Programmen. Experten empfehlen deshalb, Passwörter nicht dauerhaft im Browser zu speichern. Ein separater

Passwortmanager

bietet zusätzliche Sicherheit, weil die Zugangsdaten in einem verschlüsselten Tresor abgelegt werden.

So schützen Sie sich vor Infostealern

Mit diesen Tipps vermeiden Sie die größten Fallen, die Ihre Geräte mit Infostealern infizieren:

  • Nur offizielle Downloadquellen: Laden Sie Programme ausschließlich von Herstellerseiten oder offiziellen App-Stores herunter.
  • Keine Befehle von Webseiten kopieren: Führen Sie niemals Kommandos aus, die Ihnen eine Website vorgibt. Seriöse Dienste verlangen nicht, dass Nutzer PowerShell-, Terminal- oder CMD-Befehle einfügen.
  • Browser aktuell halten: Installieren Sie Updates für Betriebssystem, Browser und Programme möglichst zeitnah.
  • Unnötige Erweiterungen entfernen: Jede Browser-Erweiterung stellt ein zusätzliches Risiko dar. Deinstallieren Sie Add-ons, die Sie nicht mehr benötigen.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Selbst wenn Passwörter in falsche Hände geraten, kann eine zusätzliche Sicherheitsabfrage den Schutz deutlich erhöhen.
  • Passkeys nutzen: Wo verfügbar, sind Passkeys meist sicherer als klassische Passwörter und deutlich schwerer zu stehlen.
  • Sicherheitssoftware verwenden: Moderne Schutzprogramme erkennen viele schädliche Downloads bereits beim Herunterladen und blockieren gefährliche Webseiten.
Was tun nach einer Infostealer-Infektion?

Besteht der Verdacht auf eine Infektion, sollte zunächst das betroffene Gerät mit einem Antivirenprogramm bereinigt werden. Danach gilt:

  1. Gerät auf Malware prüfen oder neu installieren.
  2. Passwörter von einem sauberen Gerät ändern.
  3. Mit dem E-Mail-Konto beginnen.
  4. Anschließend Bank-, Shopping- und Social-Media-Konten absichern.
  5. Alle aktiven Sitzungen abmelden.
  6. Zwei-Faktor-Authentifizierung neu einrichten.
  7. Bank und Zahlungsdienste informieren, falls Zahlungsdaten betroffen sein könnten.
  8. Konten über mehrere Monate beobachten.

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