Insbesondere jüngere Mitarbeiter:innen meiden den beruflichen Aufstieg. Dahinter steckt oft die Angst vor zusätzlicher Verantwortung, Druck und Stress – und nicht jede:r ist bereit, diesen Preis zu zahlen.
Lange galt die Beförderung für Arbeitnehmer:innen als ultimatives Karriereziel. Das hat sich inzwischen geändert: Immer mehr Menschen lehnen den beruflichen Aufstieg heute bewusst ab. Die Gründe dafür sind vielfältig, oft steht dahinter aber der Wunsch, zusätzlichen Stress zu vermeiden. Für diesen Trend hat Rohit Bhargava, Gründer der Non-Obvious Company, jetzt einen neuen Begriff geschaffen: „Ladderdodging“. Diese Wortneuschöpfung beschreibt Menschen, die das Erklimmen der Karriereleiter lieber meiden.
Anzeige
In seinem neuen Buch 100 Future Words, das er gemeinsam mit Henry Coutinho-Mason geschrieben hat, definiert Bhargava diesen Trend als „das Ablehnen oder das bewusste Nicht-Anstreben einer Beförderung oder einer Führungsposition, um den zusätzlichen Druck, das Risiko und die Einsamkeit zu vermeiden, die oft mit Führungspositionen einhergehen“. Nicht jeder sei bereit, neben der Arbeit auch die zwischenmenschliche Dynamik der Mitarbeiter:innen zu managen, so Bhargava gegenüber Fast Company.
Für ihr Buch haben er und sein Co-Autor neben „Ladderdodging“ noch 99 weitere Wörter definiert, die in Zukunft eine noch wichtigere Rolle spielen könnten. Laut Bhargava hätten sie diese auf Basis neuer Forschungsergebnisse und Erfahrungsberichte aus der Zusammenarbeit mit Führungskräften aus der Wirtschaft erarbeitet. Das Ziel des neuen Buches sei es, Diskussionen anzuregen. Gleichzeitig wollen die beiden Autoren eine neue Sprache anbieten, um bestehende oder sich abzeichnende Trends zu beschreiben.
Anzeige
Auch in Deutschland ist der „Ladderdodging“-Trend zu beobachten. Laut der Talent-Trends-Studie 2026 der Personalberatung Michael Page nennen nur 18 Prozent der Beschäftigten in Deutschland eine Beförderung als ihr wichtigstes Karriereziel – deutlich weniger als im europäischen Vergleich. Anders sieht es in Südeuropa aus: So nennen zum Beispiel in Portugal 48 Prozent der Befragten eine Beförderung als ihr größtes Ziel. Paradoxerweise geben auch in Deutschland viele an, sich beruflich weiterentwickeln zu wollen. 49 Prozent möchten neue Fähigkeiten erwerben, 44 Prozent wollen sich weiterbilden oder zusätzliche Qualifikationen erlangen. Und 36 Prozent wünschen sich, ihre Expertise im aktuellen Tätigkeitsbereich zu vertiefen.
Warum ist also gerade der berufliche Aufstieg dabei nicht mehr so wichtig? Für viele geht die Rechnung schlichtweg nicht auf: Laut Michael Page würden 65 Prozent der Beschäftigten in Deutschland eine Beförderung samt Gehaltserhöhung ablehnen, wenn ihr Wohlbefinden darunter leidet. Der Titel ist ihnen der zusätzliche Stress also offenbar nicht wert. Michael Baier, Geschäftsführer von Michael Page, sieht deshalb auch die Unternehmen in der Pflicht: „Fachkräfte investieren gezielt in ihre Expertise, nicht in Titel. Dieser Trend prägt den Arbeitsmarkt, und Arbeitgeber:innen müssen ihn ernst nehmen, wenn sie Talente gewinnen und halten wollen. [Sie] sollten ihre Aus- und Weiterbildungsangebote klar sichtbar machen.”
Empfohlene redaktionelle Inhalte
Hier findest du externe Inhalte von TargetVideo GmbH,
die unser redaktionelles Angebot auf t3n.de ergänzen.
Mit dem Klick auf "Inhalte anzeigen" erklärst du dich einverstanden,
dass wir dir jetzt und in Zukunft Inhalte von TargetVideo GmbH auf unseren Seiten anzeigen dürfen.
Dabei können personenbezogene Daten an Plattformen von Drittanbietern übermittelt werden.
Früher war es für viele undenkbar, eine Beförderung abzulehnen. Aktuelle Studien deuten allerdings darauf hin, dass genau das heute zur Norm geworden ist – besonders bei jüngeren Arbeitnehmer:innen. Dem Gefühl, das manche bei einem beängstigenden oder unerwünschten Beförderungsangebot empfinden, einen Namen zu geben, könne sich aber auch auf ihr Verhalten auswirken, so Bhargava. Ähnlich wie beim Quiet Quitting könnten Menschen den Begriff als Vorwand nutzen, um sich dem Trend anzuschließen. Trotzdem sieht auch er die Verantwortung bei den Arbeitgeber:innen. „Kluge Unternehmen sind diejenigen, die ein solches Wort als Hinweis auf einen Trend betrachten”, sagte er gegenüber Fast Company. Sie sollten seiner Meinung nach hinter die Fassade blicken und sich fragen, warum Mitarbeiter:innen einer Beförderung wirklich aus dem Weg gehen.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Keine Zweifel, sondern Konsequenzen: Warum hochqualifizierte Frauen ihre Karriere aufgeben | 0 | 7 | 02-07-2026 |
| 2 | Immer weniger Menschen wollen Chef sein | 0 | 7.72 | 19-01-2026 |
| 3 | Ihre beste Mitarbeiterin will eine Beförderung – aber es gibt keine Stelle | 0 | 7.44 | 11-05-2026 |
| 4 | Why Employees Leave Managers, Not Missions | 0 | 10 | 18-08-2026 |
| 5 | Weniger Stress oder mehr Gehalt? Findet hier heraus, welche Führungsposition für euch geeignet ist | 0 | 9.4 | 16-10-2026 |
| 6 | Weiterbildung: Skill Building im Team trotz Dauerstress ermöglichen | 0 | 9.11 | 17-06-2026 |
| 7 | Karriere von Millennials und Gen Z: Was junge Menschen antreibt, Chef zu werden | 0 | 6.4 | 01-08-2026 |
| 8 | The art of knowing when to step down | 0 | 7.35 | 19-07-2026 |
| 9 | Психолог Иванов: отказ от руководящей должности не говорит об отсутствии амбиций | 0 | 6.4 | 24-09-2026 |