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Kursrutsch an der Börse: Ausverkauf bei Techaktien drückt Dax und Nasdaq

Дата публикации: 22-10-2026 16:00:00

Die jüngsten Zahlen von Tech-Schwergewichten überzeugen nicht, der Kursrutsch im Techsektor setzt sich fort. Der Dax schließt klar im Minus. In den USA taucht der Nasdaq 100 ab.

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Die jüngsten Zahlen von Tech-Schwergewichten überzeugen nicht, der Kursrutsch im Techsektor setzt sich fort. Der Dax schließt klar im Minus. In den USA taucht der Nasdaq 100 ab.

22.10.2026, 18.00 Uhr

Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen
Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen

Auf und Ab an der Börse: Die wichtigsten Informationen zum Dax, Dow Jones, zu den Aktienkursen und den Ölpreisen

Foto: Westend61 / Getty Images

Nach Gewinnen zur Wochenmitte hat der Dax am Donnerstag wieder schwach geschlossen. Quartalsberichte großer US-Techkonzerne trübten die Stimmung weltweit. Wegen eines Angriffs auf ein Ölfeld in Saudi-Arabien stiegen außerdem die Ölpreise erneut deutlich. Mit einem Minus von 1,1 Prozent auf 25.371 Punkte ging der deutsche Leitindex aus dem Xetra-Handel (17.30 Uhr), nachdem er am Vortag noch den höchsten Stand seit vier Wochen erreicht hatte. Der MDax mit den mittelgroßen Werten beendete den Tag mit minus 1,84 Prozent auf 30.085,87 Zähler.

Ähnlich sah es in der Euroregion aus. Der EuroStoxx 50 büßte 1,94 Prozent auf 6.087,01 Punkte ein. Die Verluste an der Londoner Börse fielen gering aus, während der Schweizer Leitindex SMI nahezu unverändert schloss.

Gute Zahlen des Dax-Schwergewichts SAP verpufften im Umfeld einer international wieder beobachteten Technologie-Schwäche. „Die Quartalsberichte von Tesla, Meta, IBM und SAP reichen nicht aus, um das Vertrauen in den Technologiesektor und hier insbesondere in den Chipsektor zu festigen“, schrieb der Börsenbrief-Autor Hans Bernecker. Tags zuvor hatten Milliardengewinne des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX die jüngsten Sorgen damit nur vorübergehend gemildert.

Laut Bernecker belastet besonders, dass der Elektroautobauer Tesla auf die Investitionsbremse tritt. Der Marktbeobachter Stephen Innes sieht das Thema KI in einer schwierigen Phase zwischen technologischer Validierung und finanziellem Erfolg. Meta wachse zwar stark, habe aber auch klargemacht, dass der nächste Schub viel Geld kosten werde.

SAP überrascht mit Cloud-Geschäft

Unter den deutschen KI-Profiteuren gaben die Kurse von Infineon, Siemens Energy und Siemens um bis zu 4 Prozent nach.

Mit einem Abschlag von zuletzt einem Prozent konnten sich auch die SAP-Aktien der Tech-Schwäche nicht entziehen, obwohl der Softwareriese etwas zuversichtlicher für die Cloud-Erlöse im Gesamtjahr wird. Die Aktien waren zunächst noch im Plus gestartet in der Annahme, dass die Sorgen vor einer KI-Disruption weiter entkräftet werden. Über der 210-Euro-Marke traf der Kurs auf dem höchsten Niveau seit Januar jedoch auf zu großen Widerstand.

Im Rüstungsbereich sank der Kurs des MDax-Wertes Renk um 1,5 Prozent. Der Panzergetriebehersteller verkauft sein Gleitlagergeschäft und kürzte deshalb seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Das Unternehmen kommt damit voran bei seinem Umbau zum reinen Rüstungskonzern. Börsianer vermuten in der neuen Prognose aber auch operativ eine leichte Senkung.

Mit minus 5,7 Prozent war der Druck bei Krones im MDax aber noch viel größer. Von dem Anlagenbauer gab es mit gedämpften diesjährigen und mittelfristigen Umsatzerwartungen auch nichts Gutes zu berichten.

EQT einigt sich mit Qiagen auf Übernahme

Eine Stütze sind dagegen deutsche Laborausrüster: Bei Qiagen macht der schwedische Finanzinvestor EQT gemeinsam mit zwei Staats- und Pensionsfonds Ernst mit einer Übernahme. Der schon lange von Übernahmedebatten getriebene Kurs näherte sich mit einem Sprung um 5,5 Prozent auf 45,18 Euro dem Gebot von 46,50 Euro.

Der Sartorius-Kurs legte außerdem um 2,5 Prozent zu. James Vane-Tempest von Jefferies Research attestierte dem Laborausrüster in einer ersten Einschätzung ein starkes drittes Quartal, vor allem mit dem Laborgeschäft (LPS) als Treiber. Für diesen Geschäftsbereich wird das Unternehmen wachstums- und margenseitig einen Tick optimistischer.

Verluste in den USA: Nasdaq taucht ab

Die US-Technologiebörse Nasdaq hat am Donnerstag im frühen Handel erneut herbe Verluste verzeichnet. Neben deutlich gestiegenen Ölpreisen verdarben negativ aufgenommene Aussagen von Branchengrößen wie Meta, Tesla, Lam Research und IBM zur Geschäftsentwicklung den Anlegern die Stimmung.

Zuletzt notierte der Nasdaq 100 rund 1,6 Prozent tiefer auf 29.345 Punkte. Der Leitindex Dow Jones Industrial notierte 0,5 Prozent tiefer bei 52.591 Punkten.

Meta und IBM unter Druck, Spotify gefragt

Weitere Pläne von Meta zur Aufstockung der Investitionen schürten abermals Befürchtungen, dass die Technologiegiganten in einem bereits gesättigten Markt mehr Anleihen für den Ausbau der KI-Infrastruktur auflegen werden. Allein Meta steckt in diesem Jahr mindestens 135 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Das Geld dafür liefert weiter das boomende Werbegeschäft. Die Aktien des Social-Media-Riesen rutschten am Donnerstag nach den am Vorabend präsentierten Quartalszahlen um 5,4 Prozent ab.

Den zuletzt erholten Aktien von Tesla brockte ein Gewinneinbruch im vergangenen Quartal anfangs deutliche Verluste ein. Anschließend machten sie das Minus wett und bewegen sich nun erneut am Widerstand um 388 US-Dollar. Die Resultate des E-Fahrzeugbauers seien insgesamt erfreulich ausgefallen, schrieb JPMorgan-Analyst Rajat Gupta. Kurzfristig bleibe es aber aus finanzieller Sicht zunächst bei steigenden Betriebskosten und erhöhten Investitionsanstrengungen.

Für die Titel von Lam Research ging es um 7,6 Prozent bergab. Der Chipindustriezulieferer konnte die Anleger mit seinen weitgehend erwartungsgemäßen Zahlen für das vergangene und Zielen für das laufende Quartal nicht überzeugen.

Ähnlich sah es beim traditionsreichen IT-Unternehmen IBM aus: Trotz einer überraschend deutlichen Umsatz- und Gewinnsteigerung in den vergangenen Monaten büßten die Aktien 2,8 Prozent ein. Als möglichen Grund sahen Börsenhändler den lediglich beibehaltenen Jahresausblick.

Die Titel von Spotify sprangen um 8 Prozent hoch. Der Streamingdienst steigerte mit Rückenwind durch ein Wachstum der zahlenden sowie werbefinanzierten Abonnements Umsatz und Gewinn deutlich.

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise sind zuletzt nach einer Schwächephase im US-Handel wieder gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent aus der Nordsee kostete zuletzt 109,90 US-Dollar. Das ist ein Prozent mehr als am Vortag. US-Leichtöl WTI fiel um gut ein Prozent auf 96,74 Dollar je Fass.

Treiber sind die Spannungen im Nahen Osten, die Sorgen über Lieferunterbrechungen schüren. Anleger seien hin- und hergerissen zwischen der Hoffnung auf Vermittlungsbemühungen Pakistans ‌im Iran-Krieg und der Befürchtung, dass ein Frieden noch in weiter Ferne ​liege.

Mit Nachrichtenagenturen

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