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Merz legt Renten-Zeitplan fest: Kabinett noch in diesem Jahr

Дата публикации: 24-10-2026 12:03:00

Merz hält bei der Rente an seinem Zeitplan fest. Das Kabinett soll noch 2026 entscheiden, der Bundestag im ersten Quartal 2027.

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Merz hält bei der Rente an seinem Zeitplan fest. Das Kabinett soll noch 2026 entscheiden, der Bundestag im ersten Quartal 2027.

Im Streit um die Rente nach 45 Beitragsjahren setzt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auf eine Einigung der Koalition bis Jahresende. Der Gesetzentwurf soll noch 2026 ins Kabinett und im ersten Quartal 2027 im Bundestag beschlossen werden. Ob die abschlagsfreie Rente bleibt, ist offen.

Rente nach 45 Jahren steht zur Debatte

Beim Berlin Global Dialogue erklärte Merz, die Koalition führe dazu derzeit Gespräche. Entscheidend sei die Einführung eines kapitalgedeckten Elements in die erste Säule des Rentensystems. Darüber gebe es in der Regierung keinen Streit. Auf die Frage, warum die Reform so lange dauere, verwies er darauf, dass die Kommission ihre Vorschläge erst Ende Juni vorgelegt habe. „Deshalb bin ich optimistisch, dass wir bis zum Ende des Jahres ein Ergebnis haben werden“, zitierte die „Bild“. Welche Lösung er für die Frühverrentung anstrebt, ließ er offen.

Heute kann abschlagsfrei in Rente gehen, wer mindestens 45 Versicherungsjahre hat. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) liegt die Altersgrenze für den Jahrgang 1962 bei 64 Jahren und acht Monaten. Ab dem Jahrgang 1964 beträgt sie einheitlich 65 Jahre. Wie verbreitet die Regelung ist, zeigt die Statistik. Die DRV zählte 2025 insgesamt 262.361 neue Renten für besonders langjährig Versicherte. Das sind 28,3 Prozent aller 925.865 Altersrentenzugänge und damit die häufigste vorzeitige Rentenart.

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Schutzrente statt abschlagsfreier Rentenbeginn

Die Alterssicherungskommission der Bundesregierung hat im Juni 33 Empfehlungen vorgelegt. Eine davon lautet, den abschlagsfreien Rentenbeginn für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen. An seine Stelle soll eine Schutzrente für Menschen treten, die lange eingezahlt haben und kurz vor der Rente aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können. Vorzeitige Altersrenten werden dann nur noch mit Abschlägen gewährt, mit Ausnahme von Härtefällen.

Für den Jahrgang 1964 hätte das spürbare Folgen: Wer 45 Jahre eingezahlt hat, kann heute mit 65 Jahren abschlagsfrei gehen, zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Bei einem Abschlag von 0,3 Prozent je Monat, wie er heute für vorzeitige Renten gilt, wären das für 24 Monate dauerhaft 7,2 Prozent weniger Rente. Das ist eine Modellrechnung unter der Annahme, dass Abschlagssatz und Altersgrenzen unverändert bleiben.

Was ist die „Rente mit 63“ heute überhaupt?

Der Begriff ist inzwischen irreführend. Die Rente für besonders langjährig Versicherte ermöglicht Menschen mit mindestens 45 Versicherungsjahren einen abschlagsfreien Ruhestand vor der regulären Altersgrenze.

Mit 63 Jahren können die jüngeren Jahrgänge allerdings längst nicht mehr abschlagsfrei in Rente gehen. Für die ab 1964 Geborenen liegt die Altersgrenze bei 65 Jahren.

Die Bezeichnung „Rente mit 63“ geht auf die ursprüngliche Regelung zurück, die 2014 eingeführt wurde.

Kabinett soll noch 2026 entscheiden

Den Zeitplan hatte Merz bereits am 13. Oktober auf dem Deutschen Arbeitgebertag genannt. Wie „ZDFheute“ berichtete, soll das Kabinett das Rentenpaket noch in diesem Jahr beschließen. Danach folgt die erste Lesung im Bundestag. Parlament und Bundesrat sollen im ersten Quartal 2027 zustimmen. Dem neuen Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) gab der Kanzler den Auftrag, den Entwurf möglichst vorab mit den Fraktionen und den Ländern abzustimmen.

Merz verteidigte das Ende der abschlagsfreien Frühverrentung in seiner Rede als Frage der Gerechtigkeit. Gesund und fit abschlagsfrei früher in Rente zu gehen, sei „weder gerecht, noch können die Rentenversicherung und unsere Volkswirtschaft es sich leisten, wenn immer weniger Arbeitende immer mehr Rentnerinnen und Rentner finanzieren müssen“.

Schwedisches Vorbild bei der Rente

Als Kern der Reform nennt Merz die neue gesetzliche Kapitalrente. Nach den Vorschlägen der Kommission soll dafür ein zusätzlicher Beitragssatz von zwei Prozent gelten, den Arbeitgeber und Beschäftigte gemeinsam tragen. Die Beiträge sollen nach schwedischem Vorbild zentral verwaltet werden. Ein steuerfinanzierter Übergangsfaktor soll ab 2032 sichern, dass das Rentenniveau für Neurentner mindestens bei 48 Prozent bleibt.

Höhere Renten bringt die Kapitalrente nach Einschätzung der Kommission erst Jahrgängen, die nach 2040 in Rente gehen. Auch Merz räumte ein, dass der Aufbau vorübergehend höhere Beiträge bedeute.

Ökonomen warnen vor höheren Beiträgen

Kritik kommt vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. In einer Analyse rechnen sie vor, dass der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bis 2032 auf rund 22 Prozent steigen würde. Ohne den Aufbau des Kapitalstocks läge er 2032 bei 20,4 Prozent. IMK-Direktor Sebastian Dullien argumentiert, Erwerbstätige müssten zunächst doppelt bezahlen, einmal für die Renten der Älteren und einmal für den Kapitalstock.

Quellen: BILD; Deutsche Rentenversicherung; ZDFheute; Die Bundesreigerung; Hans-Böckler-Stiftung

Von Philipp Rall

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