Die Inflationsrate in Deutschland hat im September die Drei-Prozent-Marke übersprungen. Ein weiterer Anstieg dürfte folgen.
Die Inflationsrate in Deutschland hat im September die Drei-Prozent-Marke übersprungen. Ein weiterer Anstieg dürfte folgen.
Es ist erst gut vier Jahre her: Im Oktober 2022 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 8,8 Prozent. Extreme Anstiege bei Energie und Nahrungsmitteln hatten die Preise damals in die Höhe getrieben.
Von solchen Steigerungswerten sind wir aktuell noch entfernt. Im September lag die Inflationsrate aber bereits wieder bei einem Plus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat – zugleich ein Jahreshöchststand. Treiber waren hier vor allem die Energiepreise. Das Plus lag hier bei fast 15 Prozent.
Doch wichtige Frühindikatoren zeigen an, dass der Inflationsdruck hoch ist und der September-Wert noch nicht der Höchststand gewesen sein könnte. Die Entwicklung der Erzeugerpreise und der Großhandelspreise bietet einen Vorgeschmack darauf, was in den nächsten Monaten auf uns zukommen könnte.
Dafür ist es wichtig zu verstehen, dass es bei der Teuerung eine Art Kaskade gibt:
Wichtig ist dabei zu wissen, dass die Preise nicht eins zu eins durchgereicht werden. So entscheiden Zwischenhändler und Einzelhändler je nach Wettbewerbslage, in welchem Umfang sie Kosten weitergeben können. Bei schwacher Konsumnachfrage federn Händler gestiegene Einkaufspreise über ihre eigene Gewinnmarge ab, um keine Kunden zu verlieren. Industrie und Handel sichern Energie und Vorprodukte häufig über Festverträge oder Hedging-Geschäfte für mehrere Quartale im Voraus ab, was kurzfristige Ausschläge dämpft.
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Aber auch mit diesen Einschränkungen geben die jüngsten Preisdaten vom Anfang der Kaskade Anlass zur Sorge. Die hohen Energiepreise führen zu einem lange nicht gesehenen Anstieg. Die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte stiegen im September um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das ist das stärkste Plus seit März 2023, als der Wert bei 7,5 Prozent lag.
Die Großhandelspreise waren im September um 8,7 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Ein höherer Preisanstieg wurde zuletzt im Februar 2023 mit einem Plus von 9,5 Prozent verzeichnet. Zur Einordnung: Im Jahresdurchschnitt 2023 lag die Inflationsrate bei 5,9 Prozent.
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Bis Jahresende dürfte die Neuauflage des Tankrabatts noch einmal eine kurze Erleichterung bringen. Nachhaltige Besserung verspricht allerdings erst eine Lösung des Iran-Konflikts. Nicht vergessen werden darf: Ein Rückgang der Steigerungsrate heißt nicht, dass die Preise sinken. Er bedeutet nur, dass sie langsamer steigen.
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