Mit seinem Rentenfonds hat Norwegen einen der größten Staatsfonds der Welt. Aktuell sind bestimmte Rüstungsinvestments für Investitionen tabu. Das könnte sich bald ändern.
Mit seinem Rentenfonds hat Norwegen einen der größten Staatsfonds der Welt. Aktuell sind bestimmte Rüstungsinvestments für Investitionen tabu. Das könnte sich bald ändern.
Der 2,3 Billionen US-Dollar schwere Ölfonds könnte bald in eine größere Bandbreite westlicher Rüstungsunternehmen investieren. Staatliche ethische Richtlinien hatten gezielt verhindert, dass der Fonds zum Beispiel in Unternehmen mit Bezug zur Atomwaffenherstellung investiert. Jetzt könnten solche Firmen im Rüstungssektor von einem der größten staatlichen Investoren Rückenwind erhalten.
Das müssen Sie wissen:
Was dahintersteckt: Wie „CNBC“ berichtet, hat Norwegen die ethischen Richtlinien seines Staatsfonds ab November 2025 einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Diese Richtlinien regeln für gewöhnlich das Anlageverhalten der Norges Bank, die den Staatsfonds managt. Der Prüfung waren Kontroversen vorausgegangen, weil der Fonds aus Investitionen in bestimmte israelische und amerikanische Unternehmen ausgestiegen war.
Am Donnerstag (15. Oktober) hat das speziell für diese Überprüfung eingesetzte Komitee dem norwegischen Finanzministerium die Ergebnisse vorgelegt. Es empfiehlt eine „grundlegende Änderung“ der Ansätze für Rüstungs-Investments. Als Begründung gab das Komitee an, dass die Norges Bank auf „Situationen vorbereitet sein muss, in denen Konflikte zu Kriegen eskalieren“.
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Das würde bedeuten, dass der norwegische Staatsfonds bald in Rüstungsunternehmen investieren darf, die ihm bislang verwehrt blieben. Bislang schließen die Richtlinien zum Beispiel diejenigen Unternehmen aus, die an der Entwicklung von Atomwaffen beteiligt sind. Auch das Investment in die Hersteller anderer als geächtet betrachtete Waffenarten ist verboten.
Folgt das Land den Ergebnissen des unabhängigen Komitees, kann sich zumindest das Verbot der Atom-Investments ändern. Die Bedingung: Die Länder, in denen diese Unternehmen sitzen, müssen Verbündete Norwegens und anerkannte Kernwaffenstaaten nach Atomwaffensperrvertrag sein. Zu den Unternehmen, die auch mit der Atomwaffenproduktion zu tun haben, gehören beispielsweise Lockheed Martin und Boeing.
„Die liberale, regelbasierte internationale Ordnung ist im Niedergang begriffen“, erklärt das Komitee diesen Schritt. Der ethische Rahmen müsse neu bewertet werden und der Fonds hätte heute einen besseren Zugang zu Unternehmensleitungen und Verwaltungsräten. Die anspruchsvolle außenpolitische Lage ergebe Möglichkeiten, „die das Management nutzen sollte“.
Der norwegische Staatsfonds – mit vollem Namen Government Pension Fund Global – ist einer der größten Fonds der Welt. Die Investitionen sind über viele Märkte, Länder und Währungen gestreut, um eine breite Teilhabe an globalem Wachstum und Wertschöpfung zu erreichen. Zugleich sorgen die Norweger so für eine hohe Risikodiversifizierung. „Der Fonds investiert ausschließlich im Ausland, damit die norwegische Wirtschaft nicht überhitzt“, heißt es auf der Homepage der Norges Bank.
Die Bank gibt außerdem an, dass der Fonds kleine Anteile an rund 7100 Unternehmen hat. Im Durchschnitt hält er dabei 1,5 Prozent aller gelisteten Unternehmen, was ihn zum größten Einzelinvestor der Welt macht.
In diesen Ländern hält der norwegische Staatsfonds das meiste Geld:
Rüstungsaktien haben einige schwierige Monate hinter sich. BAE, Thales, Dassault Aviation, Rheinmetall – über den Sommer hinweg ging es deutlich bergab. Laut „Financial Times“ liegt das unter anderem an schwerfälliger Projektentwicklung in Europa. Die Regierungen brauchen noch zu lange, um neue Projekte abzusegnen und ins Rollen zu bringen.
Außerdem findet innerhalb der Rüstungsbranche derzeit ein Schwenk statt: Anstatt der klassischen Kriegsgeräte liegt der Fokus immer mehr auf neuer Kriegsführung durch Technologien wie zum Beispiel Drohnen.
Wenn die Entscheidung in Norwegen einen Einfluss auf potenziell betroffene Unternehmen hat, so ist das noch nicht in der Breite zu erkennen: Boeings Aktie steht am 16. Oktober bei minus 0,39 Prozent. Airbus gewinnt 2,17 Prozent, Lockheed Martin 2,65 Prozent.
Noch steht aber nicht fest, ob der Vorschlag des Komitees auch umgesetzt wird und der Staatsfonds tatsächlich in neue Rüstungsaktien investiert. Erst Mitte des Jahres 2027 wird eine Entscheidung vom Parlament erwartet.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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