Tausende Euro Verlust durch einen Börsencrash? Testen Sie, wie hart Ihr Depot fallen könnte und wie lange die Erholung nach früheren Krisen dauerte.
Ein Börsencrash könnte Ihr Depot hart treffen. Zwei interaktive Rechner zeigen, wie viel Geld Sie verlieren könnten und wie lange die Erholung nach früheren Krisen dauerte.
Inhaltsverzeichnis
Die Weltwirtschaft hat Kriege, Inflation und Energiekrisen bislang erstaunlich gut überstanden. Doch ihre Widerstandskraft schwindet: Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt jetzt vor steigenden Staatsschulden, knappen Energiereserven und einer gefährlichen Abhängigkeit vom KI-Boom.
Für Anleger könnte eine Phase beginnen, die starke Nerven verlangt. Auch ein Börsencrash ist möglich. Besonders betroffen wären womöglich Anleger, die stark auf US-Technologieaktien setzen – auch über vermeintlich breit gestreute Welt-ETFs wie den MSCI World.
Wie heftig ein möglicher Crash ausfallen könnte, weiß niemand. Entscheidend ist deshalb, was ein solcher Einbruch für das eigene Vermögen bedeuten würde. Wie viel Geld könnten Sie verlieren? Würden Sie einen solchen Verlust verkraften? Und wie lange könnte es dauern, bis Ihr Depot wieder seinen ursprünglichen Wert erreicht?
Zwei interaktive Rechner von FOCUS online helfen Ihnen, genau das herauszufinden. Sie können unterschiedliche Crash-Szenarien durchspielen und anhand vergangener Börsenkrisen nachvollziehen, wie lange Anleger auf eine Erholung warten mussten.
Was ein Kurseinbruch konkret bedeutet, hängt nicht nur davon ab, wie tief die Börsen fallen. Entscheidend ist auch, wie viel vom eigenen Geld überhaupt in Aktien investiert ist.
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Ein Beispiel: Wer 50.000 Euro vollständig in Aktien und Aktien-ETFs angelegt hat, verliert bei einem Kursrückgang von 30 Prozent rechnerisch 15.000 Euro. Liegen dagegen nur 35.000 Euro in Aktien und die übrigen 15.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto, beträgt der Verlust im selben Szenario 10.500 Euro.
Mit unserem Crash-Verlust-Rechner können Sie genau das für Ihr eigenes Vermögen durchspielen. Geben Sie Ihre Geldanlagen und Aktienquote ein, simulieren Sie unterschiedlich schwere Börsenkrisen und vergleichen Sie die Auswirkungen. Ein kurzer persönlicher Check hilft Ihnen anschließend einzuschätzen, ob Sie den möglichen Verlust finanziell und emotional verkraften könnten.
Ein niedrigerer Aktienanteil kann mögliche Verluste begrenzen. Allerdings profitieren Anleger damit auch weniger stark, wenn die Kurse wieder steigen. Doch unabhängig von der gewählten Strategie gilt: Mit dem Ende eines Börsencrashs ist das verlorene Geld noch lange nicht zurück.
Rein rechnerisch gilt: Wer 30 Prozent seines Vermögens verliert, braucht anschließend einen Gewinn von rund 42,9 Prozent, um wieder den Ausgangswert zu erreichen. Bei einem Verlust von 50 Prozent muss sich das verbliebene Geld sogar verdoppeln.
Wie lange das dauern kann, zeigt ein Blick auf frühere Börsenkrisen. Der Corona-Crash war vergleichsweise schnell überwunden. Nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der Finanzkrise mussten Anleger dagegen erheblich länger auf die Rückkehr früherer Depotwerte warten.
Unser zweiter Rechner macht diese Unterschiede sichtbar. Wählen Sie eine historische Krise und geben Sie den damaligen Wert eines vollständig in den MSCI World investierten Depots ein. Der Rechner zeigt anhand der tatsächlichen Indexentwicklung in Euro, wie tief das Vermögen zwischenzeitlich gefallen wäre und wann der ursprüngliche Wert erstmals wieder erreicht wurde – ohne zwischenzeitliche Käufe oder Verkäufe.
Die Rechner zeigen: Entscheidend ist nicht nur, welche Rendite ein Depot erzielt, sondern auch, ob Anleger einen schweren Börsencrash durchstehen können und wollen.
Daraus ergeben sich vier Empfehlungen:
1. Langfristig investieren
Geld, das in den nächsten drei bis fünf Jahren benötigt wird, sollte nicht vollständig in Aktien stecken. Bei einem Anlagehorizont von 15 bis 20 Jahren lassen sich Kurseinbrüche eher aussitzen.
2. Notgroschen sichern
Drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto können verhindern, dass Anleger bei unerwarteten Ausgaben Aktien im Tief verkaufen müssen.
3. Aktienquote überprüfen
Wer die im Rechner ermittelten Verluste finanziell oder emotional nicht verkraften könnte, sollte einen geringeren Aktienanteil erwägen. Das reduziert allerdings auch mögliche Kursgewinne.
4. Risiken breiter streuen
Auch ein MSCI World schützt nicht vor einem Börsencrash. Zusätzliche Anlagen außerhalb des US-Technologiesektors oder andere Anlageklassen können einseitige Risiken verringern.
Die Warnungen des IWF sind nun aber kein Grund, vorschnell alle Aktien zu verkaufen. Entscheidend ist vielmehr, das eigene Vermögen so aufzustellen, dass Anleger auch nach einem schweren Einbruch an ihrer langfristigen Strategie festhalten können.
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