Die Bank of America sieht für den S&P 500 auf zehn Jahre weniger als fünf Prozent Rendite pro Jahr. US-Staatsanleihen werden zur echten Konkurrenz.
Die Bank of America sieht für den S&P 500 auf zehn Jahre weniger als fünf Prozent Rendite pro Jahr. Gleichzeitig werden US-Staatsanleihen wieder zur echten Konkurrenz.
Die Bank-of-America-Strategin Savita Subramanian stellt eine der gängigsten Börsenannahmen infrage: Aktien müssen langfristig nicht automatisch mehr abwerfen als Anleihen. Im Interview mit „Bloomberg Television“ sagte sie, der S&P 500 könnte nach dem Bewertungsmodell der Bank in den kommenden zehn Jahren im Schnitt nicht einmal fünf Prozent Rendite pro Jahr schaffen.
Gleichzeitig rentieren zehnjährige US-Staatsanleihen derzeit mit rund 5,3 Prozent – am Mittwoch stieg ihre Rendite mit 5,364 Prozent auf den höchsten Stand seit 24 Jahren. Damit verschiebt sich das Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag deutlich.
„Betrachtet man Anleihen auf risikobereinigter Basis, so erscheinen sie zum ersten Mal seit Jahrzehnten tatsächlich wieder interessant“, so Subramanian.
Auch Jim Bianco von Bianco Research, lange als Skeptiker langlaufender Anleihen bekannt, hält das aktuelle Niveau inzwischen für fundamental attraktiv.
Subramanian sieht zwar keinen Markt wie zur Technologieblase im Jahr 2000, warnt aber vor zu viel Optimismus. Analysten rechneten für den S&P 500 in den kommenden fünf Jahren mit dem stärksten Gewinnwachstum seit vier Jahrzehnten. Genau das hält sie für gefährlich:
„Ich habe das Gefühl, dass man bei derart hohen Erwartungen eher auf Enttäuschungen als auf tatsächliche positive Entwicklungen gefasst sein muss.“
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Hinzu kommt der KI-Boom. Die Märkte preisen weiter steigende Margen, hohe Investitionen und zusätzliche KI-Umsätze ein. Gleichzeitig könnten Engpässe bei Rechenzentren, Stromversorgung und anderer Infrastruktur genau diese Margen belasten. Subramanian hält deshalb die Vorstellung für unrealistisch, dass Investitionsausgaben, KI-Erlöse, Zinsen und Kreditspreads gleichzeitig in die richtige Richtung laufen.
Schon 2026 zeigt, wie stark sich das Kräfteverhältnis verschoben hat. Langlaufende US-Staatsanleihen haben sich deutlich erholt, während Aktien zwar weiter steigen, aber zunehmend hohe Erwartungen erfüllen müssen. Zehnjährige Treasuries werfen inzwischen wieder mehr als fünf Prozent ab.
Für Anleger heißt das: Wer für Aktien deutlich mehr Risiko eingeht, bekommt dafür langfristig womöglich kaum noch einen klaren Renditevorsprung. Genau das macht Anleihen nach Jahren der Flaute wieder zu einer ernsthaften Alternative.
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