Deutschland braucht Wachstum: Weniger Bürokratie, mehr Investitionen und ein wettbewerbsfähiges Steuersystem sollen Innovation und Wohlstand sichern.
Deutschland braucht Wachstum vor der Verteilung: Investitionen, Innovation und Reformen müssen neuen Wohlstand schaffen, damit der Sozialstaat dauerhaft tragfähig bleibt.
In der wirtschaftspolitischen Diskussion stehen aktuell zu oft Fragen der Einkommens- und Vermögensverteilung im Mittelpunkt statt der Suche nach Wachstums- und Innovationsimpulsen. Verteilungsgerechtigkeit gehört zweifellos zu einem leistungsfähigen Sozialsystem. Ebenso wichtig ist jedoch die Frage, unter welchen Bedingungen neuer Wohlstand überhaupt entstehen kann – bevor er verteilt wird.
Deutschland lebt seit Jahren von seiner wirtschaftlichen Substanz. Private Investitionen bleiben hinter dem Notwendigen zurück, die Produktivität stagniert, die Wettbewerbsfähigkeit gerät unter Druck. Die Debatte muss sich daher auf Reformen fokussieren, die Investitionen, Innovation und Wachstum stärken.
Gleichzeitig steht Deutschland vor einer großen Herausforderung auf der Ausgabenseite. Hohe Staatsausgaben und wachsende Verschuldung rücken Sparanstrengungen (Generationengerechtigkeit), höhere Ausgabeneffizienz und eine konsequente Priorisierung staatlicher Aufgaben in den Fokus. Ohne Wachstum ist aber weder unser Sozialsystem finanzierbar noch sind es die großen Zukunftsaufgaben.
Unternehmen haben es in dieser angespannten Lage zunehmend schwer, Arbeitsplätze zu halten, Gewinne zu erwirtschaften, Einkommen zu ermöglichen und Investitionen zu finanzieren. Im Mittelstand geschieht dies vor allem aus eigener Kraft, im Umfeld höherer Zinsen umso mehr. Bliebe mehr Kapital in den Unternehmen, entstünden mehr Spielräume für Innovationen, Digitalisierung und Modernisierung – wovon langfristig auch Beschäftigung, Produktivität und die öffentlichen Haushalte profitieren. Zumal steuerliche Entlastungen in der Regel stärkere Wachstumsimpulse auslösen als zusätzliche staatliche Ausgaben.
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Das Einkommen der Unternehmerinnen und Unternehmer unterscheidet sich von dem der Beschäftigten: Sie tragen Investitions-, Markt- und Haftungsrisiken und verzichten in schwierigen Zeiten vielfach auf Ausschüttungen oder persönliche Einkommen. Eine Sonderauswertung von Datev zeigt, dass mittelständische Unternehmer in Krisenzeiten häufig zunächst auf die Erhöhung der eigenen Vergütung verzichten, bevor die der Angestellten leidet. Diese Bereitschaft, Risiken persönlich zu tragen, ist wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Marktwirtschaft.
Wie sieht eine attraktive Reformagenda aus?
Das ist keine Ideologie, sondern Voraussetzung für dauerhaft höhere Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Viele dieser Reformen benötigen jedoch Zeit und wirken oft erst nach Jahren.
Steuerpolitik kann kurzfristig Investitionsanreize setzen. Deutschland sollte deshalb auf ein international wettbewerbsfähiges, verlässliches und investitionsfreundliches Steuersystem setzen. Dazu gehören eine angemessene Berücksichtigung inflationsbedingter Belastungen (unter anderem vom ifo Institut vorgeschlagen), wettbewerbsfähige Unternehmenssteuern und Planungssicherheit. Investitionen entstehen dort, wo langfristige Entscheidungen verlässlich kalkulierbar sind; Planbarkeit ist deshalb nahezu ebenso wichtig wie die Höhe der Belastung.
Zugleich kann der Staat vorhandene Einnahmepotenziale auch ohne Steuererhöhungen erschließen, etwa durch die Digitalisierung der Steuerverwaltung: Ein elektronisches Meldesystem für die Umsatzsteuer kann Steuerbetrug wirksamer bekämpfen. Zusätzliche Einnahmen entstehen so durch besseren Vollzug statt höherer Sätze – und schaffen Spielräume, um kleine und mittlere Unternehmen gezielt zu entlasten.
sind dafür Bausteine eines attraktiven Gesamtsystems. Nur wenn eine Reformagenda genügend Impulse setzt, die Unternehmen wirklich stärken, gelingen auch Beschäftigung, Wohlstand und die Finanzierung unseres Gesellschaftssystems.
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