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So will Baden-Württemberg die Stromnetze schneller ausbauen

Дата публикации: 21-10-2026 08:40:40

BW produziert schon viel Strom aus erneuerbaren Quellen - doch der muss auch verteilt werden. Bisher hinkt der Netzausbau hinterher. Eine Task Force soll Abhilfe schaffen.

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Mit einer Task Force des baden-württembergischen Umwelt- und Energieministeriums hat Torsten Höck, Geschäftsführer des Verbands für Energie und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg, bereits gute Erfahrungen gemacht - 2021 bis 2023 ging es um den Ausbau der Erneuerbaren Energien: "Ich kann nur sagen, als jemand, der in der Task Force von Anfang an dabei war: Die hat eine Dynamik entwickelt damals. Man hat die Leute zusammengebracht, und die haben dann wirklich versucht, zusammen gemeinsam Probleme zu bearbeiten."

Trotz guter Erfahrungen mit Task Force: Windkraftausbau schleppend

Die Task Force Erneuerbare Energien hatte 2023 die Arbeit abgeschlossen und laut Landesregierung vor allem Fortschritte im Bereich Windkraft erzielt. Es sei gelungen, die Dauer einer Genehmigung für ein Windrad von einst sieben Jahren zu halbieren, außerdem würden deutlich mehr Flächen für die Windenergie bereitgestellt - so damals die Bilanz. Im Moment scheitert der Windkraftausbau im Land allerdings trotzdem noch - nicht mehr an den Genehmigungen, aber am bundesweiten Ausschreibungsverfahren.

Özdemir: Netze bereits jetzt an Belastungsgrenzen

Auch die neue Task Force - am Tisch sitzen unter anderem Behörden, Netzbetreiber und Verbände - wird teilweise auf bundespolitische Probleme stoßen. Trotzdem will die Landesregierung so viel wie möglich vor Ort voranbringen. Denn dass inzwischen vermehrt Strom zum Heizen mit Wärmepumpen oder für E-Autos gebraucht wird, hat Auswirkungen.

Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) warnt: Bestehende Netze würden bereits jetzt an ihre Belastungsgrenzen stoßen - zum Beispiel in Mittelbaden. Die Ansiedlung oder Erweiterung von Unternehmen sei gefährdet, so Özdemir: "Es scheitert nicht mehr daran, dass wir nicht die Unternehmen haben. Es scheitert daran, dass wir die Netzkapazitäten nicht haben. Und das ist natürlich gar keine gute Nachricht." Zumal Baden-Württemberg eigentlich viel erneuerbaren Strom selbst produziert - rund 60 Prozent waren es 2024 laut Statistischem Landesamt.

Energieministerin: Arbeitsgruppe soll Zeitraum für Ausbau reduzieren

Ein Ziel hat Energieministerin Thekla Walker (Grüne) schon ausgegeben: Die neu gegründete Arbeitsgruppe soll den Zeitraum für den Ausbau von Stromnetzen von zehn auf fünf Jahre reduzieren. Mehr Schnelligkeit wünscht sich auch Höck vom Verband für Energie und Wasserwirtschaft: "Wenn ich einen bestehenden Strommast ersetze, an genau dem gleichen Standort, durch einen neuen Strommast - dann muss ich ein komplettes Genehmigungsverfahren durchlaufen. Das kostet uns einfach zu viel Zeit."

Daneben sieht Höck noch zwei weitere wichtige Stellschrauben: Es brauche verfügbare Flächen für Umspannwerke - und zwar dort, wo auch die Leitungen sind. Außerdem sei die Finanzierung des Ausbaus ein Problem. Denn bisher würden die Stromnetze aus den Netzentgelten finanziert: "Aber die aktuellen Regelungen sind nur dafür ausgelegt, ein bestehendes Netz zu betreiben. Unser Stromnetz muss aber wachsen."

Höck verweist in dem Zusammenhang auch auf eine Passage im Koalitionsvertrag: Die Landesregierung hat dort bereits in Aussicht gestellt, den Kreditrahmen der Kommunen zu erweitern - so könnten diese ihren kommunalen Energieversorgern mehr Eigenkapital zur Verfügung stellen, das dann wiederum für den Netzausbau genutzt werden kann.

Energieexperte Kai Hufendiek von der Uni Stuttgart über die Task Force für einen schnelleren Netzausbau im SWR:

Ergebnisse der Task Force sollen in Gesetz umgesetzt werden

Energieministerin Walker bringt außerdem die Digitalisierung von Verfahren ins Spiel. So könne bei der Genehmigung von Windkraftanlagen mittlerweile alles digital vorgelegt werden. Auch die automatisierte Prüfung von Unterlagen sei eine Option. Aus Sicht der Ministerin gibt es nicht den einen großen Punkt zu ändern, sondern: "Es sind sehr viele sehr kleinteilige Schritte, die wir da gemeinsam identifizieren, die dann zusammengenommen die Beschleunigung bringen."

Die Task Force hat jetzt zwei Jahre Zeit. Die Ergebnisse will die grün-schwarze Landesregierung in einem Netzausbaubeschleunigungs-Gesetz umsetzen.

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