Der 1. FC Saarbrücken hat beim SC Preußen Münster eine 3:1-Pausenführung verspielt. Nach dem Schlusspfiff fiel das Fazit eindeutig aus. FCS-Trainer Argirios Giannikis findet klare Worte.
Münster · Der 1. FC Saarbrücken hat beim SC Preußen Münster eine 3:1-Pausenführung verspielt. Nach dem Schlusspfiff fiel das Fazit eindeutig aus. FCS-Trainer Argirios Giannikis findet klare Worte.
17.09.2026 , 15:01 Uhr
Der 1. FC Saarbrücken und Stürmer Kai Brünker verpassten in Münster den Auswärtssieg.
Foto: IMAGO/Maximilian KochEin Hauch von Lionel Messi wehte am Mittwochabend durch das Preußenstadion in Münster, als Kelsey Owusu, Flügelspieler des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken, zum Solo ansetzte. Der 22-Jährige schüttelte drei Gegenspieler ab, die zerrten und foulten, ihn aber nicht stoppen konnten. Dribbelte danach bis an den Strafraum, wackelte auch noch den Münsteraner Antonio Tikvic aus und zog aus 19 Metern mit links ab. Der Ball sprang mit Hilfe des Innenpfostens zum zwischenzeitlichen 2:0 für den FCS ins Tor.
Owusus Tor war die Kirsche auf dem Saarbrücker Traumstart. Und alles sah danach aus, dass die Blau-Schwarzen das Spiel vor 12.694 Zuschauern, davon rund 500 FCS-Fans, in Münster für sich entscheiden würden. Doch nach 90 Minuten stand auf der Anzeigetafel ein 3:3. „Wir müssen das schleunigst in den Griff bekommen, dass wir zwei Punkte verschenken“, erklärte ein frustrierter Christian Kühlwetter, der anders als bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Ingolstadt nur von der Bank kam. Kai Brünker ersetzte den Stürmer – eine von zwei Veränderungen von FCS-Trainer Argirios Giannikis, der neben Brünker auch Calogero Rizzuto in die Startelf beordert hatte. Für den Rechtsverteidiger saß Philip Fahrner zunächst auf der Bank.
Das sind die Gegner des 1. FC Saarbrücken in der 3. Liga
20 Bilder
Und die Hereinnahme von Rizzuto machte sich gleich bezahlt. Nach einem satten Abschluss des Verteidigers wehrte SCP-Torhüter Morten Behrens den Ball nur nach vorne ab, wo Alexander Staff zum 1:0 abstaubte (3. Minute). „Wir haben einen richtig guten Start ins Spiel erwischt, waren aggressiv in den Zweikämpfen und haben gut nach vorne gespielt“, fand Innenverteidiger Siemen Voet. Kühlwetter analysierte: „Wir führen 2:0 – und direkt die nächste Aktion ist das 1:2. Aber so etwas kann passieren.“ 93 Sekunden nach Owusus Traumsolo kassierte der FCS den Anschluss durch Charalambos Makridis, der sich gegen Rizzuto durchsetzte und aus kurzer Distanz per Kopf auf 1:2 verkürzte (21.). Doch die Saarbrücker zeigten „eine super Reaktion“, wie der Stürmer sagte. Wieder war Owusu im Fokus, der nach starkem Zuspiel von Rizzuto butterweich für Kapitän Florian Pick servierte, der auf 3:1 erhöhte (29.).
„Es war ein sehr wildes Spiel. Wenn wir Pech haben, ist das Spiel zur ersten Hälfte schon gelaufen“, gab Münsters Trainer Thomas Wörle zu. „Wir haben bis auf sechs, sieben Minuten eine richtig starke erste Halbzeit gespielt“, erklärte Giannikis und schob nach: „Die zweite Halbzeit will ich nicht schlechtreden, aber wir machen ein blödes Foul und fangen dann ein einfaches Tor.“ Den erneuten Anschluss durch Lucas Zeller zum 2:3 kassierte der FCS mal wieder nach einem Standard. Der Innenverteidiger kam am kurzen Pfosten frei zum Kopfball (57.). „Zu billig“ und „viel zu einfach“, waren sich Kühlwetter und Voet einig. Wenig später veredelte Montell Ndikom die Aufholjagd. Der Preuße schweißte den Ball zum 3:3 unhaltbar aus 19 Metern in den Winkel (62.).
Bitter für den FCS: Brünker verpasste mit seinem Kopfball kurz vor Schluss den Lucky Punch (83.). „Es ärgert mich, dass wir die zwei Punkte hier haben liegen lassen“, erklärte Giannikis. „Wir müssen lernen, wir müssen weiter Gas geben und die Fehler beheben, die jeder macht, auch ich“, sagte Pick selbstkritisch. Der Kapitän traf zwar vorne zum 3:1, ließ sich vor dem 1:2 aber auf dem Flügel zu leicht abschütteln und ließ beim dritten Gegentreffer von Ndikom zu, dass dieser sich den Ball auf seinen starken linken Fuß legen konnte, „mit dem er dann ein Traumtor macht“.
Der FCS hat damit nach sechs Spielen zehn Punkte auf der Habenseite und ist Sechster. Zum Abschluss der englischen Woche empfängt der FCS am Samstag die SG Großaspach im Park (16.30 Uhr). Ein Sieg gegen den Aufsteiger ist absolute Pflicht, damit sich der Frust von Münster nicht bis in die Länderspielpause zieht.