Benzin und Diesel sind in Deutschland teuer. In welchen europäischen Ländern Autofahrer günstiger tanken und wie groß die Preisunterschiede sind.
Deutschland gehört zu den teuersten Tankländern Europas. Wer nach Österreich, Kroatien oder Italien fährt, kann sparen. Ein aktueller Preisvergleich zeigt die Unterschiede.
Die aktuellen Daten der EU-Kommission, aufbereitet vom ADAC, zeigen, wie groß die Unterschiede sind. In Deutschland kostet der Liter Superbenzin derzeit durchschnittlich 2,26 Euro, für Diesel werden 2,32 Euro fällig. In zahlreichen europäischen Ländern ist der Sprit deutlich günstiger.
Besonders groß ist der Preisunterschied in Kroatien. Dort kostet der Liter Super im Durchschnitt 1,73 Euro. Das sind 53 Cent weniger als in Deutschland. Bei Diesel liegt der Preis bei 1,91 Euro – 41 Cent unter dem deutschen Niveau.
Auch Spanien bietet Autofahrern ein erhebliches Sparpotenzial. Super kostet dort durchschnittlich 1,82 Euro je Liter, Diesel sogar nur 1,80 Euro. Wer einen 50-Liter-Tank füllt, zahlt damit rund 22 Euro weniger für Benzin und 26 Euro weniger für Diesel als in Deutschland.
Auch in den beliebten Reiseländern Österreich und Italien ist das Tanken derzeit billiger als in Deutschland. In Österreich kostet Super 1,91 Euro je Liter, Diesel 2,13 Euro. Bei einer 50-Liter-Tankfüllung lassen sich damit gegenüber Deutschland 17,50 Euro bei Benzin und 9,50 Euro bei Diesel sparen.
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In Italien liegt der Superpreis bei 2,03 Euro, Diesel kostet 2,14 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 23 Cent je Liter bei Benzin und 18 Cent bei Diesel. Bei 50 Litern sind das 11,50 beziehungsweise 9 Euro.
Auch Frankreich ist etwas günstiger als Deutschland. Der Liter Super kostet dort 2,11 Euro, Diesel 2,26 Euro. Die Ersparnis fällt mit 15 Cent bei Benzin und 6 Cent bei Diesel allerdings geringer aus.
Hinweis: Der Vergleich bezieht sich auf die Preise an der Zapfsäule. Die tatsächlichen Kosten des Autofahrens hängen auch von Faktoren wie Einkommen, Fahrzeugkosten, Steuern und Maut ab. Diese unterscheiden sich von Land zu Land und sind nicht Bestandteil des Literpreisvergleichs.
Ein wesentlicher Grund für das hohe Preisniveau ist die Belastung durch Steuern und Abgaben. Neben der Energiesteuer wirkt sich auch der CO₂-Preis auf die Kosten an der Zapfsäule aus. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer, die auf den gesamten Kraftstoffpreis erhoben wird.
Wie stark die staatlichen Abgaben ins Gewicht fallen, zeigt ein Blick auf die Zusammensetzung des Spritpreises. Nach einer Analyse von FOCUS online kann sich der Anteil von Steuern und Abgaben am Benzin- und Dieselpreis in Deutschland auf einen erheblichen Teil der Gesamtkosten belaufen. Bei einzelnen Kraftstoffsorten kann die staatliche Belastung demnach bis zu 70 Prozent erreichen.
Während andere EU-Länder angesichts hoher Energiepreise zeitweise mit Steuersenkungen oder Preisbremsen gegensteuern, hält Deutschland an seiner vergleichsweise hohen Abgabenlast fest. Vor allem der CO₂-Preis ist politisch gewollt: Er soll fossile Kraftstoffe verteuern und den Umstieg auf klimafreundlichere Antriebe fördern.
Für Autofahrer bedeutet das: Selbst wenn die internationalen Rohölpreise sinken, bleibt ein großer Teil des Preises an der Tankstelle durch staatliche Abgaben bestimmt.
Nicht überall in Europa ist das Tanken günstiger. Wer in Richtung Norden fährt, muss sich teilweise auf höhere Preise einstellen. In Dänemark kostet Super durchschnittlich 2,63 Euro je Liter – mehr als in Deutschland. Diesel liegt dort bei 2,43 Euro.
Auch die Niederlande gehören zu den teuersten Tankländern. Super kostet dort 2,47 Euro, Diesel 2,44 Euro je Liter. In der Schweiz ist Benzin mit 2,18 Euro zwar etwas günstiger als in Deutschland. Diesel kostet dort mit 2,44 Euro jedoch mehr.
Bitte schicken uns uns ein Bild der teuersten Tankstelle in Ihrer Gegend!
Mein-Bericht@focus.de
Die Unterschiede haben vor allem mit der Steuer- und Abgabenlast auf Kraftstoffe zu tun. In Ländern wie Österreich oder Kroatien fallen die Abgaben auf Benzin und Diesel teilweise niedriger aus als in Deutschland. Auch staatliche Eingriffe wie Preisobergrenzen können die Kosten an den Zapfsäulen beeinflussen.
Allerdings sind die Preise nicht überall stabil. Wechselkurse, Rohölnotierungen, Steuern und staatliche Maßnahmen können dazu führen, dass sich die Rangfolge kurzfristig verändert. Außerdem handelt es sich bei den Werten um landesweite Durchschnittspreise. An Autobahntankstellen ist der Sprit häufig deutlich teurer als an Stationen abseits der Schnellstraßen.
Wer ohnehin in einem günstigeren Land unterwegs ist, kann dort vom niedrigeren Preis profitieren. Eine längere Fahrt oder ein großer Umweg allein zum Tanken lohnt sich dagegen häufig nicht. Der zusätzliche Kraftstoffverbrauch und der Zeitaufwand können die Ersparnis schnell aufzehren.
Autofahrer sollten zudem beachten, dass Kraftstoff nur in begrenzten Mengen zollfrei über die Grenze gebracht werden darf. Für größere Mengen gelten Zollvorschriften. Wer im Ausland tankt, sollte außerdem auf die konkrete Kraftstoffsorte achten: Die Angaben in der Tabelle sind bei Super nur als Richtwerte zu verstehen, da die EU-Daten nicht zuverlässig zwischen E5 und E10 unterscheiden.
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