Kununu-Jobexperte Dario Wilding verrät, dass Jobs wie Program Manager, Agile Coaches, Compliance Officers und Underwriter Spitzengehälter bieten.
Kununu-Jobexperte Dario Wilding verrät gegenüber FOCUS online, dass Jobs wie Program Manager, Agile Coaches, Compliance Officers und Underwriter Spitzengehälter bieten. Gleichzeitig tragen sie ein hohes Maß an Verantwortung.
Bei den Top-Verdienern denken die meisten Menschen sofort an DAX-Manager, Mediziner oder Juristen. Das Jobbewertungsportal Kununu hat jedoch vier exzellent bezahlte Berufe identifiziert, die kaum jemand auf dem Schirm hat. An erster Stelle steht der Program Manager mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von circa 86.500 Euro. Dicht dahinter folgen der Agile Coach mit rund 77.900 Euro, der Underwriter mit 73.800 Euro und der Compliance Officer mit 70.200 Euro.
Dario Wilding, Kommunikationschef von Kununu, fasst im Interview mit FOCUS online zusammen: „Das sind Berufe, die viele Menschen vielleicht nicht als allererstes nennen würden, wenn es um hohe Gehälter geht, die in der Praxis aber dann doch schon sehr ordentlich bezahlt werden.“
Die hohen Summen sind auf die enorme Verantwortung der Positionen zurückzuführen. Die Experten arbeiten zwar meist im Hintergrund, besetzen dafür aber die entscheidenden Schaltstellen im Betrieb. Wilding beschreibt die konkreten Aufgaben wie folgt:
Ein Program Manager hält große Vorhaben zusammen, oft über mehrere Teams und Abteilungen hinweg. Ein Agile Coach hilft Organisationen, schneller und besser zusammenzuarbeiten, was vor allem in der digitalen, agilen Welt natürlich immer wichtiger wird. Ein Underwriter bewertet Risiken zum Beispiel in der Versicherungswelt und ein Compliance Officer schützt Unternehmen davor, gegen Regeln oder Gesetze zu verstoßen.
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Dafür ist eine seltene Kombination aus analytischem Denken, langjähriger Erfahrung, Branchenwissen und hoher Kommunikationsstärke erforderlich. Fehler in diesen Abteilungen können Firmen viel Geld kosten. Laut Wilding spiegeln die Gehälter genau diesen Stellenwert wider: „Die Gehälter entstehen nicht nur, weil die Leute fehlen, sondern auch, weil gute Leute in diesen Jobs echten wirtschaftlichen Schaden verhindern oder im Gegenzug großen wirtschaftlichen Nutzen schaffen können.“
Die Daten von Kununu zeigen deutlich, dass es sich hierbei in der Regel um den zweiten oder dritten Karriereschritt handelt. Für frischgebackene Absolventen oder komplette Quereinsteiger sind diese Berufe und ihr Gehalt daher erst einmal nicht zu erreichen. Ein Wechsel in diese Branchen ist zwar möglich, erfordert jedoch das passende Fundament. „Quereinstiege sind möglich, aber nicht als kompletter Kaltstart. Am besten funktioniert es, wenn man schon ein bisschen angrenzende Erfahrung mitbringt.“
Bereits jetzt zeichnen sich die nächsten Trend-Berufe ab, die in den kommenden Jahren finanziell stark an Bedeutung gewinnen werden. Vor allem drei Bereiche stehen im Fokus:
Wilding resümiert: „Der Trend geht weg vom klassischen Status-Job hin zum komplexen Problemlöser. Die Gehaltsgewinner der nächsten Jahre sind jetzt nicht unbedingt die lautesten Berufe, sondern oft Jobs, die Unternehmen helfen, Risiken zu senken, Veränderungen zu steuern und mit Komplexität umzugehen.“