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Hensoldt als Türöffner: So will Aalen das Triumph-Areal neu entwickeln

Дата публикации: 28-09-2026 15:00:00

Das ehemalige Triumph-Areal soll Teil des Sanierungsgebiets "Stadtmitte" werden. Doch nicht alle Pläne im Aalener Süden sorgen für Begeisterung.

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Stand: 28.09.2026, 17:57 Uhr

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Die Aalener Südstadt mit der Altstadt im Hintergrund.

Die Aalener Südstadt mit der Altstadt im Hintergrund. © Oliver Giers

Das ehemalige Triumph-Areal soll Teil des Sanierungsgebiets "Stadtmitte" werden. Doch nicht alle Pläne im Aalener Süden sorgen für Begeisterung.

Aalen. Die Ansiedlung von Hensoldt auf dem ehemaligen Triumph-Areal soll Aalens Stadtentwicklung einen neuen Schub geben. Die Stadt will deshalb das gesamte Areal zwischen Kocher und Industriestraße in das Sanierungsgebiet "Stadtmitte/Wilhelm-Merz-Straße" aufnehmen. Dahinter steckt mehr als der Wunsch nach Fördergeld. Die Stadt will einen jahrelang nur eingeschränkt genutzten Gewerbestandort neu ordnen. Dahinter steckt die Hoffnung auf die Ansiedelung weiterer Firmen, Fördergeld und eine bessere Verbindung zur Innenstadt. Im Bauausschuss des Gemeinderats (24.9.) gab es viel Zustimmung, aber auch kritische Nachfragen zum Gartenmeier-Areal. 

Die Stadt geht von folgender Vorstellung aus: Wo ein großer Betrieb auf dem Triumph-Areal neu anfängt, könnten weitere Unternehmen folgen. Wo heute große Flächen leer stehen oder nur eingeschränkt genutzt werden, soll wieder Leben einkehren. Und wo bisher viel Asphalt und Beton verbaut sind, soll sich auch städtebaulich etwas verändern. Es geht also um mehr als nur um Fördergeld. Aber auch das spielt eine wichtige Rolle.

Noch 900.000 Euro im Fördertopf

Im bestehenden Sanierungsgebiet "Stadtmitte/Wilhelm-Merz-Straße" stehen noch rund 900.000 Euro bewilligte Finanzhilfen zur Verfügung. Bund und Land übernehmen laut Sitzungsvorlage im Regelfall 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Die Stadt trägt 40 Prozent. Die Idee der Stadtverwaltung: Mit der Erweiterung des Sanierungsgebiets um das Triumph-Areal könnten diese Mittel auch dort eingesetzt werden. Die Stadt will damit private Investitionen anschieben. Abbrüche, Neuordnungen und weitere Maßnahmen können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden. 

Für CDU-Stadtrat Thomas Wagenblast ist die Sache deshalb klar: Der Tagesordnungspunkt komme zwar "relativ unscheinbar daher", meinte er. Er sei aber "für unsere Stadtentwicklung entscheidend". Die Ansiedlung von Hensoldt sei eine der größten Ansiedlungen der vergangenen Jahre in Aalen. "Ich glaube, da ist es richtig, die Förderkulisse zu erweitern, damit wir entsprechende Mittel für das Areal bekommen." 

"Ein Glücksfall"

Sanierungsbebiet Wilhelm-Merzstraße in Aalen und dessen Erweiterungsgebiet ums Triumph-Areal

Sanierungsbebiet Wilhelm-Merzstraße in Aalen und dessen Erweiterungsgebiet ums Triumph-Areal © Kurz, Carmen

SPD-Stadtrat Timo Lorenz bedankte sich ausdrücklich bei der Stadtverwaltung für die erfolgreichen Verhandlungen über eine Verlängerung des Förderzeitraums. "Das waren gute Verhandlungen", sagte Lorenz. Er sprach von einer Lösung, die in Baden-Württemberg wohl "einmalig" sei. FW-Stadtrat Claus Albrecht hatte dem nichts hinzuzufügen und dankte der Stadtverwaltung ebenfalls dafür, "alle Hebel in Bewegung" gesetzt zu haben. Auch Michael Fleischer (Grüne) unterstützt die Erweiterung des Sanierungsgebiets. Die Verlängerung des Förderzeitraums bis 2030 sei "absolut stimmig", meinte er. 

Oberbürgermeister Frederick Brütting sieht vor allem die Geschwindigkeit der Entwicklung als Chance. "Wir haben uns bewusst für das komplette Areal entschieden", sagte er. Ten Brinke habe die Hälfte des früheren Triumph-Geländes gekauft. Dort würden derzeit Gebäude saniert. Auch ein Neubau sei geplant. "Jetzt wird schon gebaut, nächstes Jahr soll da eingezogen werden", meinte Brütting.

Steidle: Keine neue Straße nötig

Erster Bürgermeister Wolfgang Steidle verwies auf einen weiteren Trumpf: Das frühere Triumph-Areal sei bereits erschlossen. "Es ist ein Glücksfall, so schnell eine Konversion eines Geländes hinzubekommen", sagte Steidle. Das Logistikzentrum Triumph habe erst vor vier Jahren geschlossen. Und nun bereits sei Hensoldt am Zug. Und das, ohne dass die Stadt dafür neue Straßen bauen muss. Auch mit dem Fahrrad und zu Fuß sei das Areal schnell erreichbar.

Steidle sieht das Triumph-Gelände als Teil einer ganzen Kette von Veränderungen im Süden der Stadt. Der Baubürgermeister verwies auf das neue Landratsamt auf dem benachbarten Union-Areal, das laut OB Brütting im Sommer nächsten Jahres eröffnet werden soll. Und Steidle verwies auf die geplante Rettungswache auf dem Mühlich-Areal, die Renaturierung des Kochers und auf den neuen Radweg entlang des Kochers. Auch beim früheren Bahnwärterhäuschen, in das die Firma Seydelmann investiert habe, sei viel Positives passiert. 

Was passiert mit dem Dampfkesselhaus?

Eine offene Frage bleibt beim historischen Dampfkesselhaus auf dem ehemaligen Union-Gelände. Der Gemeinderat hatte die Stadtverwaltung beauftragt, ein Nutzungskonzept zu erarbeiten. SPD-Stadtrat Timo Lorenz erinnerte daran, dass dieses Konzept "in der zweiten Jahreshälfte 2026" vorgelegt werden soll. Brütting bestätigte: "Das Konzept befindet sich in Bearbeitung." 

Eine gewisse Eile besteht deshalb, weil sich das Umfeld ums historische Dampfkesselhaus verändert: Die Erschließungsarbeiten auf dem Union-Areal laufen, im Sommer kommenden Jahres soll laut Brütting das neue Landratsamt eröffnet werden. Was aus dem historischen Gebäude des Dampfkesselhauses werden soll, dürfte damit zunehmend wichtiger werden.

Derzeit laufen Aushub-Arbeiten auf dem Gartenmeier-Areal im Anschluss an Kaufland. Wie OB Brütting sagte, sollen hier Stellplätze für Kaufland entstehen.

Derzeit laufen Aushub-Arbeiten auf dem Gartenmeier-Areal im Anschluss an Kaufland. Wie OB Brütting sagte, sollen hier Stellplätze für Kaufland entstehen. © Wilpert, UlrikeFleischer: "Ein Schlag ins Kontor"

Für Gesprächsstoff sorgte in der Ausschusssitzung zudem das Gartenmeier-Areal. Michael Fleischer wollte wissen, was es mit den derzeit laufenden Abbruch- und Aushubarbeiten unmittelbar neben Kaufland auf sich habe. Brüttings Antwort: "Kaufland will dort Stellplätze herstellen." Das sorgte bei Fleischer für spürbaren Unmut. Denn eigentlich hatte er an dieser Stelle eine andere Entwicklung erwartet: Wohnbebauung in zentraler Lage. "Das, was Sie jetzt angekündigt haben, ist für uns schon ein Schlag ins Kontor", wandte sich der Grünen-Stadtrat an den OB. Man habe bislang davon gesprochen, dass man dort Wohnbebauung nahe zum Zentrum machen wolle. "Und nun erleben wir nach der Sommerpause, dass etwas auf den Weg gebracht wurde, das dem ganz zuwiderläuft."

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