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Aalens Stadträte schlagen Alarm – psychische Belastungen bei Kindern nehmen zu

Дата публикации: 24-09-2026 16:00:00

Immer mehr Schulkinder brauchen Hilfe. In Aalen wächst die Zahl der psychischen und sozialen Probleme an Schulen. Die Stadträte fragen: Reicht das bestehende Hilfenetz noch aus?

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Stand: 24.09.2026, 18:00 Uhr

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Ängste, Verhaltensprobleme, soziale Konflikte: Die psychischen Belastungen von Schulkindern nehmen in Aalen zu.

Ängste, Verhaltensprobleme, soziale Konflikte: Die psychischen Belastungen von Schulkindern nehmen in Aalen zu. © lev dolgachov

Immer mehr Schulkinder brauchen Hilfe. In Aalen wächst die Zahl der psychischen und sozialen Probleme an Schulen. Die Stadträte fragen: Reicht das bestehende Hilfenetz noch aus?

Aalen. Ängste, Verhaltensprobleme, soziale Konflikte: Die psychischen Belastungen von Schulkindern nehmen zu. Besonders auffällig: Emotionale Probleme stehen inzwischen an erster Stelle. Und die Fälle werden komplexer. Wie gut das Hilfenetz an Aalens Schulen noch funktioniert, darüber diskutierte der Gemeinderatsausschuss Kultur, Bildung und Finanzen (KBFA) am Mittwoch (23.9.). Der Bericht der Schulpsychologischen Beratungsstelle, den die CDU für die Haushaltsberatungen eingefordert hatte, lieferte dafür reichlich Stoff.

383 Ratsuchende suchten demnach die Beratungsstelle im Schuljahr 2024/25 auf. 923 persönliche Beratungstermine kamen zusammen. Eine Entspannung nach Corona beobachten die Fachkräfte nicht. Gleichzeitig fehlen Therapieplätze. Die Wartezeiten sind lang.

CDU fordert mehr Unterstützung für Kinder

Für Peter Schmidt (CDU) ist das ein deutliches Warnsignal. „Die psychische Belastung von Kindern hat deutlich zugenommen“, sagte er. Kinder wüchsen in einer Zeit permanenter Krisen auf. Corona, der Krieg in der Ukraine und weitere internationale Konflikte prägten ihren Alltag. Kinder brauchten deshalb feste Ansprechpartner.

Schmidt kritisierte zugleich die geplanten Einschnitte durch das neue GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Bei Gesundheitsangeboten für Kinder und Jugendliche dürfe nicht „mit dem Rasenmäher“ gekürzt werden. Auch Land und Bund müssten sich stärker an der Finanzierung der Schulsozialarbeit beteiligen. Denn die Stadt trägt hier bereits einen erheblichen Anteil, wie Oberbürgermeister Frederick Brütting deutlich machte. 13,5 Vollzeitstellen für Schulsozialarbeit gibt es an Aalens Grundschulen und Gymnasien. Brütting forderte deshalb eine stärkere Beteiligung des Landes. Dessen Finanzierungsanteil des Landes von ehemals einem Drittel sei seit 2012 eingefroren.

Schulsozialarbeit allein reicht nicht

Auch Ulrike Richter (Grüne) sieht die flächendeckende Schulsozialarbeit als wichtiges Netz. Doch sie setzt noch früher an: bei der Prävention und in den Kindertagesstätten. Deren Qualität müsse erhalten bleiben.

Petra Pachner (SPD) zeigte sich vom Bericht „ein wenig in Sorgen gestürzt“. Besonders beunruhige sie, dass emotionale Probleme bereits im Grundschulalter auftreten. Die Zusammenarbeit von Schule, Schulsozialarbeit und Schulpsychologie werde deshalb immer wichtiger. Pachner fragte auch nach Schulabsentismus, sozialen Medien und Cybermobbing. Gibt es hier Zusammenhänge? Und was kann präventiv getan werden?

Bei den sozialen Medien gibt es laut Schulsozialarbeit tatsächlich einen Zusammenhang. „Die Dinge finden jetzt nur in den Medien statt, statt auf dem Schulhof“, sagte eine Vertreterin der Beratungsstelle.

Mehr Probleme – oder mehr Aufmerksamkeit?

Jochen Wörner (FW) wollte dagegen auch das Positive sehen: Die meisten Schülerinnen und Schüler seien offenbar gesund. Jeder Einzelfall müsse trotzdem ernst genommen werden. „Wenn es richtig brennt, bräuchte es künftig eine schnellere Hilfe“, sagte er.

Frank Gläser (AfD) stellte eine grundsätzliche Frage: Gibt es tatsächlich mehr Probleme – oder ist auch die Schwelle gesunken, über psychische Belastungen zu sprechen?

Die Lücke im Hilfenetz

Die Fachkräfte sehen vor allem eines: einen hohen Bedarf. Die Wartezeit auf ein Erstgespräch liege bei rund 30 bis 40 Tagen. Das sei vergleichsweise kurz, betonte eine Vertreterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle. Bei Kinder- und Jugendtherapeuten müssten Familien dagegen teilweise bis zu einem Jahr warten. In akuten Fällen könne die Beratungsstelle schneller reagieren.

Josef Mischko (SPD) reicht das dennoch nicht. Rund 30 Tage Wartezeit seien für ein belastetes Kind zu lang. Er wollte wissen: Was passiert in der Zwischenzeit? Denn ein Problem bleibt: Schulpsychologische Beratung kann Therapien nicht ersetzen. Denn langfristige Förderung und therapeutische Behandlung gehören nicht zu ihren Aufgaben. Genau hier sieht Mischko eine Lücke im Hilfenetz.

Wenn Datenschutz zur Hürde wird

Auch die Zusammenarbeit zwischen Schulpsychologischer Beratung und Schulsozialarbeit beschäftigte den Ausschuss. Mischko fragte, wie Schulsozialarbeit und Schulpsychologie besser zusammenarbeiten könnten. Tobias Kurz, Sachgebietsleiter Schulsozialarbeit bei der Stadt, warnte jedoch davor, den Datenschutz „zu durchbrechen“. Entscheidend sei vielmehr, die Eltern mitzunehmen. Der erste Weg führe ohnehin meist über Klassenlehrer und Schulsozialarbeit. Weil die Sozialarbeiter direkt an den Schulen sitzen, könne häufig schnell reagiert werden.

Anlaufstellen für Hilfe und Beratung

Die Schulpsychologische Beratungsstelle Aalen, Galgenbergstraße 8, unterstützt Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen bei schulbezogenen Problemen. Eine erste Kontaktaufnahme erfolgt meist telefonisch über Tel. (07361) 526560, E-Mail: poststelle.spbs-aa@zsl-rs-gd.kv.bwl.de. Das Sekretariat ist montags von 13 bis 15.30 Uhr, dienstags bis donnerstags von 8 bis 15.30 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr erreichbar. 

Telefonische Kurzberatung der Schulpsychologischen Beratungsstelle unter Tel. (07361) 5265614. Die Telefonsprechstunde richtet sich an alle am Schulleben Beteiligten. Die Zeiten: dienstags von 14 bis 16 Uhr und mittwochs von 9 bis 11 Uhr.

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