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Höchste Zeit: „Perpetual Padellone“ – Rolex wagt den Kulturbruch

Дата публикации: 03-10-2026 16:00:00

Mit einer eleganten Uhr, die nach einem Kochutensil benannt ist, überraschte Rolex seine Fans. Doch eigentlich kommt die „Perpetual Padellone“ mit ihrer Kalender-Komplikation zur richtigen Zeit

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Höchste Zeit „Perpetual Padellone“ – Rolex wagt den Kulturbruch
Anfang der 1950er war die Referenz 8171 mit 38 mm recht groß. Ihr Nachfahr – die „Padellone“ – trifft mit 39 mm perfekt den aktuellen Kundengeschmack

Anfang der 1950er war die Referenz 8171 mit 38 mm recht groß. Ihr Nachfahr – die „Padellone“ – trifft mit 39 mm perfekt den aktuellen Kundengeschmack

© Rolex/Stojan

Mit einer eleganten Uhr, die nach einem Kochutensil benannt ist, überraschte Rolex seine Fans. Doch eigentlich kommt die „Perpetual Padellone“ mit ihrer Kalender-Komplikation zur richtigen Zeit

Il padellone, die „große Pfanne“, tauften italienische Sammler die Rolex-Referenz 8171. Ein Spitzname, der liebevoll gemeint war. Mit ihren 38 Millimetern Durchmesser war die Uhr 1950 nämlich ein kleiner Riese, zwei Millimeter größer als das Modell „Datejust“. Und dabei eben flach wie das Kochgeschirr. Damit passte sie auf den ersten Blick so gar nicht zu einer Marke, die mit dem wasserdichten „Oyster“-Gehäuse Weltruhm erlangt hatte. Statt solch robuster Verschalung besaß die 8171 einen schlichten Druckboden, dafür einen Vollkalender mit Wochentag, Datum, Monat und Mondphase.

Gebaut wurde das Modell von 1949 bis zum Anfang der 50er-Jahre, nach Expertenschätzung wohl nur um die 1000 bis 1200 Mal. Neben der Oyster-Referenz 6062 ist sie die einzige Vintage-Rolex mit Mondphase und damit ein Mythos. Für die Rarität fallen Millionenbeträge an: 2013 zahlte ein Bieter bei Christie’s in New York 1,145 Mio. Dollar für eine Stahlversion namens „Sleeping Beauty“, 2019 erzielte ein makelloses Exemplar bei Phillips in Genf 1,028 Mio. Franken.

Das anschmiegsame „Settimo“–Armband der Neuheit besteht komplett aus Everose-Gold, einer Rolex-eigenen Legierung

Das anschmiegsame „Settimo“–Armband der Neuheit besteht komplett aus Everose-Gold, einer Rolex-eigenen Legierung

© Rolex/Stojan

Nun macht Rolex den Spitznamen offiziell und lanciert die „Perpetual Padellone“, was für die eingeschworene Fan-Community einen Kulturbruch darstellt. Schließlich hatte die Marke mit der Krone derlei Sammlerjargon bisher geflissentlich ignoriert. Am 15. September stellte Rolex-Chef Jean-Frédéric Dufour im Mailänder Palazzo Serbelloni die Uhr vor, ausgerechnet fernab der Leitmesse Watches and Wonders, auf der Rolex im April alle sonstigen Neuheiten präsentiert hatte. Die „Padellone“ ist übrigens erst das zweite Modell der „Perpetual“-Kollektion, die Rolex 2023 mit der „1908“ als klassische Linie aus der Taufe gehoben hat.

Die auffälligste Version besteht nahezu vollständig aus 18-karätigem „Everose“-Gold. Das 39 Millimeter große Gehäuse, ein Millimeter mehr als das Vorbild aus den 50ern, ebenso wie das siebenreihige „Settimo“-Band, das Rolex erstmals in der hauseigenen Roségold-Legierung fertigte. Auf dem weißen, fein gekörnten Zifferblatt erscheinen Wochentag und Monat in zwei Fenstern unter dem Logo. Das Tagesdatum zeigt ein blauer Zeiger mit Mondsichelspitze an, und bei sechs Uhr kreist eine blau emaillierte Scheibe, deren Voll- und Neumond aus Meteoritengestein geschnitten sind. Wer es dezenter mag, bekommt die „Perpetual Padellone“ auch am Lederband – oder in Platin mit eisblauem Zifferblatt.

Das Rolex-Kaliber 7190 mit patentiertem „Haplos“-System steuert den Jahreskalender über nur zwei Zusatzteile – geschützt durch 30 Patente

Das Rolex-Kaliber 7190 mit patentiertem „Haplos“-System steuert den Jahreskalender über nur zwei Zusatzteile – geschützt durch 30 Patente

© Rolex/Stojan

Die eigentliche Sensation steckt im Werk. Das neue Manufakturkaliber 7190 basiert auf dem Uhrwerk des Modells „Land-Dweller“ aus dem vorigen Jahr. Es schlägt weiterhin mit flotten fünf Hertz und ist durch 30 Patentanmeldungen geschützt. Sein Jahreskalender unterscheidet zwischen Monaten mit 31 oder 30 Tagen und verlangt nur einmal im Jahr, Ende Februar, nach Hilfe durch den Besitzer. 

Verblüffend ist der Aufwand, oder besser das Fehlen desselben. Das „Haplos“ genannte System kommt mit zwei zusätzlichen Bauteilen aus, einem Mitnehmerfinger und einem Jahreshebel. Bei Patek Philippe, wo man den Jahreskalender 1996 erfand, wandern die Anzeigen über Stunden weiter; bei Rolex springen Tag, Datum und Monat um Mitternacht binnen Sekundenbruchteilen um.

Die „Perpetual Padellone“ in 950er Platin wirkt mit eisblauem Zifferblatt und Lederarmband ganz anders als die Everose-Version

Die „Perpetual Padellone“ in 950er Platin wirkt mit eisblauem Zifferblatt und Lederarmband ganz anders als die Everose-Version

© Rolex/Stojan

Ganz neu ist diese clevere Komplikation für Rolex nicht: Die „Sky-Dweller“ besitzt seit 2012 einen Jahreskalender und die „Cellini Moonphase“ zeigte 2017 bereits einen Meteoritenmond. Doch erstmals seit gut 70 Jahren vereint eine Rolex-Uhr nun wieder den Wochentag, das Datum, den Monat und eine Mondphase unter einem Saphirglas. Mit 70.100 Euro für die Version am goldenen Gliederband stößt die „Perpetual Padellone“ zudem in eine Preisklasse vor, in der bislang Patek Philippe, Vacheron Constantin und A. Lange & Söhne den Ton angeben.

Das Kalkül ist leicht zu lesen: Laut Morgan Stanley und LuxeConsult machten Uhren über 50.000 Franken im Jahr 2025 nur 1,4 Prozent der exportierten Stückzahl aus, trieben aber 89 Prozent des Wertzuwachses der Schweizer Uhrenindustrie. Ob die „Padellone“ so einschlägt wie eine neue Sportuhr, wird sich zeigen. Doch wenn sich eine Marke eine so elegante Luxus-„Pfanne“ leisten kann, dann das Unternehmen, das Hans Wilsdorf schuf. Respekt!

Details zur Uhr:

Modell — Perpetual Padellone

Durchmesser — 39 mm

Material — Everose-Gold

Gangreserve — 66 Stunden

Werk —  Kaliber 7190

Preis — 70.100 Euro; auch mit Lederband sowie in Platin erhältlich

Rolex
wurde 1905 von Hans Wilsdorf und Alfred Davis in London als Wilsdorf & Davis gegründet. Den Namen „Rolex“ ließ Wilsdorf 1908 als Marke eintragen, 1919 verlegte er den Sitz nach Genf. Seit Wilsdorfs Tod 1960 gehört das Unternehmen der von ihm gegründeten Hans-Wilsdorf-Stiftung, die einen Teil der Erträge gemeinnützig verwendet.

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