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Höchste Zeit: „Gondolo Ladies First“: Patek Philippe umwirbt reiche Kundinnen

Дата публикации: 05-10-2026 14:35:00

Abermals beweist Thierry Stern, dass Patek Philippe einem ganz eigenen Beat folgt. Nach der „Cubitus“ folgt nun eine Damenuhr – mit Quarzwerk. Neuer Stoff für Debatten und Frauenträume

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Höchste Zeit „Gondolo Ladies First“: Patek Philippe umwirbt reiche Kundinnen
Die „Joallerie“-Versionen der neuen „Gondolo Ladies First“ von Patek Philippe sind insgesamt mit 687 lupenreinen Diamanten besetzt

Die „Joallerie“-Versionen der neuen „Gondolo Ladies First“ von Patek Philippe sind insgesamt mit 687 lupenreinen Diamanten besetzt

© Patek Philippe

Abermals beweist Thierry Stern, dass Patek Philippe einem ganz eigenen Beat folgt. Nach der „Cubitus“ folgt nun eine Damenuhr – mit Quarzwerk. Neuer Stoff für Debatten und Frauenträume

Ein Abend im Nordwesten von Mailand. Die Sonne steht tief über CityLife, einem modernen und autofreien Stadtviertel auf dem ehemaligen Messegelände Fiera di Milano. Unter der gut 30 Meter hohen Kuppel des „CityOval“, eines 1923 errichteten Prachtbaus, wird auf höchstem Niveau getüftelt. Hier sitzen Emailleure, Graveure und Guillocheure an ihren Werkbänken und Maschinen und lassen sich über die Schulter schauen. In gläsernen Vitrinen ringsum: eine Taschenuhr, auf der 70 Farben von Emaille die Laguneninsel Burano abbilden, und eine Tischuhr mit sizilianischen Orangen in Cloisonné-Technik. 

Die Genfer Manufaktur Patek Philippe hat zur Eröffnung ihrer „Watch Art Grand Exhibition“ geladen, der siebten Ausstellung ihrer Art weltweit. Gut 500 Uhren und verwandte Objekte wurden aus dem Tresor oder dem firmeneigenen Museum entliehen und auf 2900 Quadratmetern zu einer Leistungsschau dessen versammelt, was Menschenhände zustande bringen – mit viel Geduld.

Das Lederarmband im raffiniert gefertigten Denim-Look macht den Neuling rein optisch zur sportlichen „Alltagsuhr“

Das Lederarmband im raffiniert gefertigten Denim-Look macht den Neuling rein optisch zur sportlichen „Alltagsuhr“

© Patek Philippe

Ausgerechnet in diesem temporären Hochamt des Kunsthandwerks ließ Patek Philippe nun Models in Abendroben eine Uhr mit Batterie vorführen. Diese neue „Gondolo Ladies First“ wird es in sechs Designvarianten geben, und in jedem diamantbesetzten Gehäuse steckt ein Quarzwerk. Jene Technik also, welche die Schweizer Uhrenindustrie in den 70er-Jahren in die Knie zwang – und die zugleich gerade bei zierlichen, schmucken Damenuhren der Luxusklasse eine lange Tradition hat. Etwas überdramatisch also, von einem „Sakrileg“ zu sprechen, eher Ausdruck klugen Kalküls. 

Präsident Thierry Stern wünschte sich, nach eigenen Worten, eine Kollektion, bei der die Gestaltung die Hauptrolle spielt, und die zum Alltag der Patek-Kundin im Jahr 2026 passt. Sie wolle eine Uhr anlegen, in den Tag starten und nicht ans Aufziehen ihres Zeitmessers am Handgelenk denken.

Die beweglichen Bandanstöße der neuen Damenuhr mit Quarzwerk sorgen für besonders hohen Tragekomfort

Die beweglichen Bandanstöße der neuen Damenuhr mit Quarzwerk sorgen für besonders hohen Tragekomfort

© Patek Philippe / Jean-Daniel Meyer

Das kissenförmige, rundum polierte Goldgehäuse zitiert die Ära des Art déco. Dank beweglicher Bandanstöße schmiegt es sich perfekt ans Handgelenk. Das Zifferblatt fasziniert mit konzentrischen Wellen – so, als habe jemand Kiesel in einen Teich geworfen –, umrahmt von 108 lupenreinen Diamanten. Den lässigen Konter setzt das Armband. Patek bietet drei Standard-Modelle mit Kalbslederband in Jeansoptik oder Narbung an:

  • Weißgold: blaugraues Zifferblatt und Band
  • Roségold: kastanienbraunes Zifferblatt und Band
  • Bicolor: Weißgold-Gehäuse mit Roségold-Akzenten (Krone/Anstöße) an beigefarbenem Band
Einige Varianten der „Gondolo Ladies First“ besitzen farbige Edelstein-Indizes, die auf das jeweilige Armband abgestimmt sind

Einige Varianten der „Gondolo Ladies First“ besitzen farbige Edelstein-Indizes, die auf das jeweilige Armband abgestimmt sind

© Patek Philippe / Jean-Daniel Meyer

Wem das zu wenig funkelt, für den hält Patek drei „Joaillerie“-Versionen vor, die mit 687 Diamanten besetzt sind und farblich auf das Alligatorband abgestimmte Edelsteinindizes im Trapezschliff besitzen:

  • Pfauenblau mit blauem Topas (Weißgold)
  • Grün mit grünem Tsavorit (Roségold)
  • Violett mit violettem Amethyst (Bicolor)

Noch nicht genug Glitzern und „Wow-Faktor am Handgelenk? Kein Problem. Es gäbe da ja noch die „Haute Joallerie“-Modelle der regulären „Gondolo“-Linie mit 552 Diamanten und 78 Akoya-Perlen im Patek-Portfolio.

Der Name des neuen Modells, „Gondolo Ladies First“, ist ein Verweis auf die eigene Geschichte. Bereits 2009 verblüffte Patek Philippe die Branche, als das erste hauseigene Chronografenwerk mit Handaufzug nicht etwa in einer Herrenuhr debütierte, sondern in der Damenreferenz 7071. „Die Neue“ begnügt sich mit zwei Zeigern und dem 1,8 Millimeter flachen Quarzkaliber E15. Vier Fünftel der Bauteile, das betont man am Firmensitz in Plan-les-Ouates, würden genauso gefertigt wie die der mechanischen Werke. 

Puristen überzeugt das nur bedingt: Das Fachportal „SJX Watches“ krittelte am Preis-Leistungs-Verhältnis der Schmuckmodelle herum. Anderen war der Batteriewechsel circa alle drei Jahre zu rasch.

Auch in kühlen Braunnuancen bei Zifferblatt und Armband macht die elegante „Ladies First Gondolo“ eine ausgezeichnete Figur

Auch in kühlen Braunnuancen bei Zifferblatt und Armband macht die elegante „Ladies First Gondolo“ eine ausgezeichnete Figur

© Jean-Daniel Meyer

Thierry Stern dürften solche Kommentare kalt lassen. Frauen, sagte er in Mailand, hätten lange zu eher maskulinen Modellen wie „Nautilus“ oder „Aquanaut“ gegriffen und schlicht deren Band getauscht. Nun wolle er „aggressiver“ um Kundinnen werben. Zu diesem Ansinnen passt die jetzt lancierte Werbekampagne „I am. I wear.“ samt eines Kurzfilms von Mona Fastvold und Brady Corbet, dem Duo hinter dem Kinoepos „The Brutalist“ (2024) mit Adrien Brody.

Der legendäre Slogan der Marke besagt, dass man eine Uhr von Patek Philippe nie ganz besitzt, sondern sie lediglich für die nächste Generation aufbewahrt. Das gilt auch für die herrlich mondäne „Gondolo Ladies First“. Nur sollte die Erbin rechtzeitig an eine neue Batterie denken.

Details zur Uhr:

Modell — Gondolo Ladies First Ref. 7043G

Maße — 31 x 34,8 mm

Material — Weißgold

Besatz — 108 Diamanten

Werk —  Quarzkaliber E15

Preis — ab circa 34 800 Euro

„Gondolo“
heißen bei Patek Philippe seit 1993 die Formuhren im Stil des Art déco. Der Name erinnert an den Juwelier Gondolo & Labouriau in Rio de Janeiro, seit 1872 ein Partner der Genfer Manufaktur. Eigens für sein Geschäft fertigte Patek ab 1902 den „Chronometro Gondolo“; 1927 ging das letzte Exemplar nach Brasilien.

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