Die uralten Sterne haben ihren Namen durch ihre Farbe erhalten. Wie Forscher:innen der University of Warwick herausgefunden haben, könnten einige von ihnen allerdings doch bunter sein, als bisher gedacht. Forscher:innen haben den ersten grünen Stern entdeckt. Dabei handelt es sich um einen Weißen Zwerg, also einen kleinen, alten Stern. Bisher galt die Temperatur als farbbestimmend: […]
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Die uralten Sterne haben ihren Namen durch ihre Farbe erhalten. Wie Forscher:innen der University of Warwick herausgefunden haben, könnten einige von ihnen allerdings doch bunter sein, als bisher gedacht.
Von Noëlle Bölling
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Warum leuchtet dieser Weiße Zwerg auffällig grün? (Bild: sciencepics/Shutterstock)
Forscher:innen haben den ersten grünen Stern entdeckt. Dabei handelt es sich um einen Weißen Zwerg, also einen kleinen, alten Stern. Bisher galt die Temperatur als farbbestimmend: Kühle Sterne erscheinen orange, Sterne wie die Sonne weiß und die heißesten blassblau. Laut einer aktuellen Studie spielen allerdings auch andere Faktoren eine Rolle. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift RAS Techniques and Instruments veröffentlicht.
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Weiße Zwerge erhielten ihren Namen, weil sie bei ihrer Entdeckung weiß oder blassblau leuchteten. Laut der neuen Studie könnte das aber mit ihrer Entfernung zusammenhängen, weshalb Forscher:innen ihre wahre Farbe von der Erde aus schlicht nicht erkennen konnten. „Niemand hatte sich wirklich damit beschäftigt, was bei Weißen Zwergen sonst noch möglich sein könnte“, sagte Teamleiter Mark Hollands von der University of Warwick gegenüber Space. „Es stellt sich heraus, dass diese unglaublich dichten Sterne Farben erzeugen können, die niemand erwartet hätte, und einige davon haben mich wirklich überrascht.“
Der Schlüssel zur regenbogenartigen Farbpalette der Himmelskörper ist ihre Dichte. Weiße Zwerge entstehen, wenn Sterne mit etwa der Masse der Sonne der Brennstoff ausgeht und ihre Kerne unter der Schwerkraft kollabieren. Die Materie ist danach millionenfach dichter als die Photosphäre der Sonne. Unter diesen Bedingungen wechselwirken Elemente wie Kohlenstoff, Kalzium und Natrium mit dem dichten Heliumplasma und absorbieren Licht über einen breiteren Farbbereich. So verschieben sich die Farben weg vom bekannten Weiß-Blau.
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Weiße Zwerge mit hohem Kohlenstoffgehalt schimmern rosa oder violett. Solche, die mit Trümmern verschlungener Asteroiden oder Kometen angereichert sind, wirken laut den Forscher:innen eher gelblich. Kühlere Weiße Zwerge mit gemischten Wasserstoff- und Heliumatmosphären leuchten oft cyanfarben oder blassblau, da Wasserstoffmoleküle mit Heliumatomen kollidieren. Besonders auffällig wird die Färbung allerdings, wenn einer dieser „lebenden Toten” beginnt, sich von Planeten in seiner Umgebung zu ernähren. Manche erscheinen dadurch sogar ein wenig grün.
Ein Beispiel dafür ist WD J1330+6435, der etwa 326 Lichtjahre entfernt ist. Er hat laut den Forscehr:innen gesteiniges Material von einem planetarischen Begleiter aufgenommen, wodurch seine Atmosphäre mit Kalzium, Lithium und Natrium angereichert wurde – und dadurch entstand der grüne Farbton. „Die Natriumspuren in der Atmosphäre dieses Weißen Zwergs absorbieren den orangefarbenen Teil des Spektrums und hinterlassen ein gespenstisches grünes Leuchten”, so Holland gegenüber Space. Da bisher noch von keinem anderen Stern glaubwürdig berichtet wurde, dass er grün ist, gilt WD J1330+6435 als der erste bekannte grüne Stern.
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Trotz dieser Vielfalt bleibt Weiß nach Einschätzung des Teams die häufigste Farbe der Weißen Zwerge. Nur fünf der 151 toten Sterne im Umkreis von etwa 65 Lichtjahren um die Erde zeigen eine außergewöhnliche Färbung. „Einer von dreißig klingt vielleicht nicht nach einem großen Anteil, aber bezogen auf die gesamte Anzahl der Weißen Zwerge im Universum sind das immer noch sehr viele seltsam gefärbte Sterne da draußen“, kommentierte Boris Gänsicke vom Fachbereich Physik der Universität Warwick. „Betrachtet man aber den Median einer repräsentativen Population von Weißen Zwergen, stellt man fest, dass der durchschnittliche Weiße Zwerg tatsächlich weiß ist.“
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