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Der Zürcher FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann kündigt seinen Abgang an und bringt sich für den Ständerat in Stellung

Дата публикации: 10-10-2026 03:00:00

Für die Bürgerlichen könnte es bei den Ständeratswahlen von Vorteil sein, wenn die SP mit Jacqueline Badran antritt.

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Der Zürcher FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann kündigt seinen Abgang an und bringt sich für den Ständerat in Stellung

Für die Bürgerlichen könnte es bei den Ständeratswahlen von Vorteil sein, wenn die SP mit Jacqueline Badran antritt.

10.10.2026, 05.00 Uhr

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Hans-Peter Portmann sitzt seit 2014 für die Zürcher FDP im Nationalrat.

Hans-Peter Portmann sitzt seit 2014 für die Zürcher FDP im Nationalrat.

Anthony Anex / Keystone

Die nationalen Wahlen scheinen weit weg. Erst in einem Jahr werden National- und Ständerat neu besetzt. Aber hinter den Kulissen läuft das Gerangel um die besten Plätze bereits auf Hochtouren. Jeder Abgang ist dabei wichtig – und eröffnet Möglichkeiten.

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Wie jetzt bekannt wird, gibt es Bewegung in der fünfköpfigen Zürcher FDP-Delegation in der grossen Kammer. Hans-Peter Portmann wird nächstes Jahr nicht erneut antreten. Das bestätigt er gegenüber der NZZ. «Ich habe meiner Parteiführung im Kanton Zürich mitgeteilt, dass ich für den Nationalrat im Jahr 2027 nicht mehr kandidieren werde.»

Der 63-jährige Bankmanager blickt auf eine lange politische Karriere zurück. 1994 wurde er in den Zürcher Kantonsrat gewählt – damals noch für die CVP. Nach dem Wechsel zur FDP 1999 folgte 2014 der Sprung in den Nationalrat, wo er heute in der aussenpolitischen Kommission tätig ist.

Er sagt: «Mit 19 Jahren im Kantonsrat und dannzumal 14 Jahren im Nationalrat wird die Arbeit in den Volkskammern langsam zur Routine.» Und wenn sich Routine einschleiche, solle man dieses politische Engagement zu einem Ende bringen.

Die Nase voll von der Politik hat Portmann hingegen nicht, wie er betont. So habe er der Parteiführung mitgeteilt, dass er für eine allfällige Ständeratskandidatur bereitstünde. Dort konnte die Zürcher FDP den Sitz von Ruedi Noser 2023 nicht verteidigen. Statt der Freisinnigen Regine Sauter wurde die Grünliberale Tiana Moser neben dem damaligen SP-Mann Daniel Jositsch gewählt.

Portmann, der unter anderem die Interessengemeinschaft gesellschaftsliberale Parlamentarier präsidiert, stellt jedoch eine Bedingung: FDP und SVP müssten sich auf ein «überparteiliches bürgerliches Zweierticket» für den Ständerat einigen.

Eine Voraussetzung für ein solches Ticket könnte eine Listenverbindung bei den Nationalratswahlen sein. Bei den vergangenen Wahlen kam diese nur äusserst knapp zustande. Eine einzige Stimme unter den freisinnigen Parteidelegierten machte in der entscheidenden Abstimmung den Unterschied. Die FDP profitierte am Ende: ihren fünften Sitz im Nationalrat sicherte sie dank der Zusammenarbeit mit der SVP.

Die Entscheide fallen im Frühling

Die Zürcher FDP-Spitze will sich noch nicht zu wahltaktischen Fragen und allfälligen Namen äussern. Es sei zu früh für eine Aussage, sagt der Parteipräsident Filippo Leutenegger. Gewisse Namen stehen aber sehr wohl im Raum, etwa die Nationalräte Bettina Balmer und Beat Walti. Sie gaben bisher an, eine Kandidatur für den Ständerat zu prüfen.

Bei der SVP kann der Parteipräsident Domenik Ledergerber ebenfalls keine Namen nennen – er kennt sie selber noch nicht. «Wir sind mitten im Auswahlverfahren», sagt er. «Noch bis im November können die Bezirksparteien Vorschläge für den National- und Ständerat einreichen.»

Die SVP werde den Entscheid über die Kandidaturen erst nach den kantonalen Wahlen im Frühling 2027 fällen. Dieses Timing ist kein Zufall: «Die kantonalen Wahlen sind ein wichtiger Gradmesser», sagt Ledergerber. «Wir sehen, wer bei der Wählerschaft besonders gut ankommt. Diese Personen werden wir dann auch bei den nationalen Wahlen in den Vordergrund stellen.»

Bei den Ständeratswahlen sieht Ledergerber vor allem bei einer Konstellation eine Chance für die Bürgerlichen: Wenn neben den beiden Bisherigen Tiana Moser und Daniel Jositsch tatsächlich die SP-Nationalrätin Jacqueline Badran kandidieren sollte. «Weil man auf dem Wahlzettel nur zwei Personen aufschreiben darf, würden sich die linken Stimmen auf diese drei Personen aufteilen. Das wäre für eine bürgerliche Kandidatur ein Vorteil.»

Der Kantonalvorstand der SVP entscheidet am 22. April über die Nationalratsliste und die Ständeratskandidatur. Am 12. Mai wird dann die Parteibasis die Namen offiziell bestätigen.

SVP-Präsident auf dem Weg in den Nationalrat

Die Zusammensetzung der Zürcher Nationalratsdelegation dürfte sich aber schon vor den Wahlen im Herbst 2027 verändern. Der Grund dafür sind die Regierungsratswahlen im April: Alle grossen Parteien schicken Bundesparlamentarier ins Rennen um die Kantonsregierung.

Bei der FDP ist der Nationalrat Andri Silberschmidt der Spitzenkandidat. Er tritt gemeinsam mit dem Kantonsrat Martin Huber an. Wird Silberschmidt in den Zürcher Regierungsrat gewählt, kann Matthias Müller seinen Sitz in Bern erben. Müller ist der ehemalige Präsident der Jungfreisinnigen und heutige Vize-Präsident der FDP Zürich.

Bei der SVP wird der Nationalrat Martin Hübscher mit grosser Wahrscheinlichkeit für Ernst Stocker in die Kantonsregierung einziehen. Er kandidiert gemeinsam mit der Bisherigen Natalie Rickli. Bei seiner Wahl wird Hübschers Sitz in Bern an den Zürcher Parteipräsidenten Domenik Ledergerber gehen. Dieser ist der erste Ersatz auf der SVP-Nationalratsliste von 2023.

Bei der SP hat Priska Seiler Graf ausgezeichnete Wahlchancen. Als ihre Nachfolgerin im Nationalrat ist die Kantonsrätin Sibylle Marti gesetzt. Bei der Mitte ist Philipp Kutter bereit, den Regierungsratssitz von Silvia Steiner zu übernehmen. Kutters Nationalratsmandat in Bern würde an den Alt-Kantonsrat und Volketswiler Gemeindepräsidenten Jean-Philippe Pinto gehen.

All diese Nachrücker hätten im Herbst 2027 den Vorteil, bereits als Bisherige in den Nationalratswahlkampf zu steigen. Das würde ihre Wiederwahlchancen erhöhen.

Was macht Rickli?

Bei der Zürcher SVP könnte auch noch eine ganz andere Personalie dem Kandidatenkarussell Schwung verleihen: die Nachfolge für Bundesrat Guy Parmelin. Er hatte letzte Woche seinen Rücktritt angekündigt. Sollte das neue Mitglied der Landesregierung aus dem Kanton Zürich kommen, etwa die Regierungsrätin Natalie Rickli oder jemand aus der Nationalratsfraktion, würden die Karten ein weiteres Mal gemischt werden. Parmelins Nachfolge wird bereits im Dezember gewählt werden.

Ob Rickli überhaupt als Kandidatin für den Bundesrat zur Verfügung steht, ist aber offen. Sie hat angekündigt, sich nach den Herbstferien zu ihren Plänen zu äussern.

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