Ein alleinerziehender Vater trauert, zwei Frauen legen sich mit der Pharmaindustrie an und ein Filmstar soll zum Wohle der Menschheit geopfert werden: Diese Filme in den Düsseldorfer Kinos laufen jetzt an.
15.10.2026 · 12:00 Uhr
Benedict Cumberbatch wird in „Das Ding mit Federn“ von seiner Trauer überwältigt.
Foto: Anthony Dickenson/Plaion Pictures/The Thing with Feathers Ltd.Düsseldorf · Ein alleinerziehender Vater trauert, zwei Frauen legen sich mit der Pharmaindustrie an und ein Filmstar soll zum Wohle der Menschheit geopfert werden: Diese Filme in den Düsseldorfer Kinos laufen jetzt an.
Zwei sehr unterschiedliche Schwestern müssen im ausgehenden 18. Jahrhundert nach dem Tod ihres adligen Vaters einen sozialen Abstieg hinnehmen und in ein bescheidenes Cottage ziehen. Auch in der Liebe gibt es herbe Enttäuschungen, ohne dass sie deshalb ihre Wünsche aufgeben.
Die Neuverfilmung des gleichnamigen Romans von Jane Austen entführt mit liebevoller Ausstattung, detailfreudigen Kostümen und überzeugenden Darstellerinnen glaubwürdig in ein anderes Zeitalter, entdeckt in den Themen um Ehrlichkeit, Offenheit und unausgesprochene Gefühle aber auch die Modernität des Stoffes. Auffallend ist der Einbezug der Natur, in der sich die menschliche Gefühlswelt zu spiegeln scheint.
Was? Drama; USA/Großbritannien 2026; 133 Minuten; Regie: Georgia Oakley, mit: mit: Daisy Edgar-Jones, Esmé Creed-Miles, Caitríona Balfe
Wann? Do. 19:10; Fr. 18:45; Sa. 13:30, 18:45; So. 13:30, 18:45; Mo. 13:30, 18:45; Di. 18:45 OmU; Mi. 18:45 OmU
Ende der 1990er-Jahre sucht eine alleinerziehende Frau aus den Slums von Nairobi für sich und ihre beiden Kinder eine bessere Zukunft. Mit Witz und Charme ergattert sie eine Stelle als Haushaltshilfe bei einer irischen Auslandsreporterin und freundet sich mit der Europäerin an. Als sie an AIDS erkrankt, überlebt sie nur durch die Hilfe der Journalistin; in der Folge verschreiben sich die beiden dem Kampf gegen die HIV-Epidemie. Ein auf wahren Begebenheiten beruhendes Drama um zwei mutige Frauen mit unterschiedlichem Hintergrund, die im Kampf gegen die Epidemie und die Machenschaften der Pharmaindustrie zusammenfinden. Der Film greift mitunter zu viele Themen auf, weiß als berührendes Plädoyer für eine bessere Welt aber durchaus mitzureißen.
Was? Drama; Deutschland/Frankreich/Großbritannien/Kenia 2026; 105 Minuten; Regie: Emily Atef
Wann? Fr. 17:00; Sa. 17:00; So. 16:00 OmU; Mo. 16:00 OmU
In einem Haus an einem märkischen See spiegelt sich die wechselhafte deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts: Als der Besitzer das Grundstück aufteilt, zieht auf der einen Seite ein Architekt ein, der in der NS-Zeit und auch in der DDR Karriere macht, während sein Nachbar als jüdischer Fabrikant in den 1930er-Jahren vertrieben wird. Nach dem Krieg geht das Haus an die Familie einer Schriftstellerin, die den Nazi-Terror im Exil in Moskau überlebt hat. Die Adaption des gleichnamigen Romans von Jenny Erpenbeck ist betont originalgetreu, neigt aber zu übermäßigen Erklärungen und bleibt filmisch recht konventionell. Auch die drastischeren Aspekte der komplexen Vorlage werden dabei mit einer gepflegten Zurückhaltung behandelt, die den Film nicht gerade lebhaft macht. In den Hauptrollen sind unter anderem Martina Gedeck, Lars Eidinger, Susanne Wolff, Michael Maertens, Ulrich Matthes, Detlev Buck und Angela Winkler zu sehen.
Was? Drama; Deutschland 2026; 121 Minuten; Regie: Volker Schlöndorff; mit: .artina Gedeck, Lars Eidinger,
Wann? Sa. 17.10. 20:00 (Mit Regisseur Volker Schlöndorff); Do. 16:30, 19:00; Fr. 16:30, 19:00; Sa. 17:30; So. 16:30, 19:00; Mo. 16:30, 19:00; Di. 16:30, 19:00; Mi. 16:30, 19:00
Nach dem Tod seiner Frau versucht ein Zeichner (Benedict Cumberbatch), den Alltag mit seinen beiden Söhnen zu bewältigen, wird jedoch zunehmend von seinem Kummer gelähmt, so dass die Wohnung immer mehr verwahrlost. Bis sich schließlich ein bedrohlicher Krähenmann bei den Hinterbliebenen einnistet, mit dem die Familie zu leben lernen muss. Das Drama erzählt mit Horrorelementen und einer klaustrophobischen Bildsprache von psychischer Isolation und Trauerbewältigung. Der seelische Extremzustand wird dabei mit großer visueller Intensität umgesetzt. Allerdings erweist sich die Allegorie als zu einengend; zudem ersetzt das schauspielerische Spektakel häufiger die genauere Betrachtung des Verlusts.
Was? Drama; Großbritannien 2025; 98 Minuten; Regie: Dylan Southern; mit: Benedict Cumberbatch
Wann? So. 21:15 OmU
Über mehrere Jahre begleitet die Dokumentation Whistleblower und ihre Unterstützer im Spannungsfeld zwischen Aufklärung und Verfolgung. Whistleblower setzen ihr Leben, ihre Karriere und die Sicherheit ihrer Familien aufs Spiel, um Informationen von öffentlichem Interesse zu teilen. Allerdings sind sie in der Regel keine Einzelkämpfer mehr, sondern Teile von unterstützenden Netzwerken. Der investigative Dokumentarfilm begleitet über drei Jahre hinweg Whistleblower wie den Kongolesen Jean-Jacques Lumumba, der Korruption in seinem Heimatland aufdeckte, und die Investigativ-Journalisten Bastian Obermayer und Frederik Obermaier. Neben Unterstützern kommen auch Gegner von Whistleblowern zu Wort. Der informative Film wirkt mitunter etwas überladen und greift eher vorhersehbar auf Stilmittel des Thrillers zurück, um Spannung zu erzeugen.
Was? Dokumentarfilm; Deutschland 2026; 95 Minuten; Regie: Marc Bauder
Wann? Do. 15.10. 19:00 OmU (Premiere mit Regisseur Marc Bauder.); Fr. 21:30; Sa. 21:30; So. 21:30; Mo. 21:45; Di. 21:30; Mi. 21:30
Bei einer Wohltätigkeitsgala eines Milliardärs in einem stillgelegten Steinbruch werden ein Filmstar, der auf ein Comeback hofft, der Gastgeber und eine Performerin als Geisel genommen. Eine Gruppe von Ökoterroristen glaubt, dass durch ihre Opferung der Ausbruch eines Vulkans und damit die Zerstörung der Welt verhindert werden kann. Während die Gruppe in Richtung des Vulkans loszieht, beginnt sich der ignorante Filmstar in der Rolle des tragischen Helden einzurichten. Sein Gewissenskonflikt ist das Zentrum einer Satire, die es sich mit ihren Spitzen gegen die Verlogenheit der Superreichen und Künstler sowie gegen verblendete Terroristen allzu leicht macht. Hinter der recht einfallsreichen Fassade entpuppt sich der prominent besetzte Film – unter anderem mit Anya Taylor-Joy, Chris Evans, Charli XCX, Vincent Cassel, Salma Hayek und John Malkovich – aber leider als ziemlich hohl.
Was? Actionkomödie; Großbritannien/Griechenland/USA/Bulgarien 2025; 101 Minuten; Regie: Romain Gavras; mit: Anya Taylor-Joy, Chris Evans, John Malkovich
Wann? Do. 19:00, 21:15 OmU; Fr. 19:00, 21:15 OmU; Sa. 19:00, 21:15 OmU; So. 19:00, 21:15 OmU; Mo. 19:00, 21:15 OmU; Di. 19:00, 21:15 OmU; Mi. 19:00, 21:15 OmU
Karin Kaper und Dirks Szuszies lernten die inoffizielle Kanaren-Insel La Graciosa 1994 kennen. Seitdem ist die nun offiziell anerkannte achte Kanareninsel einem ständigen Wandel ausgesetzt, den das Regie-Tandem dokumentiert.
Was? Dokumentarfilm; Deutschland 2025; 115 Minuten; Regie: Karin Kaper
Wann? Mo. 19.10. 19:00 OmU (Premiere mit Filmemacher Dirk Szuszies); Di. 16:30; Mi. 16:30
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