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Iran-Krieg steht vor neuer Eskalation: Benzinpreise in der Schweiz ziehen an

Дата публикации: 18-10-2026 16:20:26

Die Treibstoffpreise steigen in der Schweiz wegen des Konflikts im Nahen Osten und Trumps «Diesel-Deal» stark. Konsumenten sollten sich langfristig auf hohe Energiepreise einstellen.

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Iran-Krieg steht vor neuer Eskalation: Benzinpreise in der Schweiz ziehen an

Die Treibstoffpreise steigen in der Schweiz wegen des Konflikts im Nahen Osten und Trumps «Diesel-Deal» stark. Konsumenten sollten sich langfristig auf hohe Energiepreise einstellen.

18.10.2026, 18.20 Uhr

4 Leseminuten


Die Benzinpreise in der Schweiz erreichen wieder Jahreshöchststände.

Die Benzinpreise in der Schweiz erreichen wieder Jahreshöchststände.

Michael Buholzer / Keystone

Die Ölpreise sind wieder so hoch wie seit Mai nicht mehr. Am Freitag überschritt der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent die Marke von 110 Dollar, die amerikanische Sorte West Texas Intermediate überschritt 100 Dollar. Hauptgrund für den Anstieg sind der sich wieder intensivierende Krieg in Iran und Zweifel am Zustandekommen des «Diesel-Deals», den der US-Präsident Donald Trump mit Wladimir Putin abgeschlossen hat.

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Der russische Präsident hat sich dazu bereit erklärt, die Weltmärkte mit Erdölprodukten zu beliefern. Trump hat derweil ein Sanktionspaket gegen Russland wenige Tage vor Inkrafttreten ausgesetzt. Angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen versucht der US-Präsident mit allen Mitteln, die Preise an den amerikanischen Zapfsäulen zu senken. Die Zustimmungswerte der Republikaner sind wegen hoher Energiepreise im Keller.

Eine Gruppe amerikanischer Abgeordneter hat jedoch einen Gesetzentwurf eingebracht, um Trumps Vorhaben zu verhindern, mehr Diesel aus Russland in die USA und die Welt zu exportieren. Die Abgeordneten lehnen Massnahmen ab, die Russland zusätzliche Einnahmen aus dem Verkauf von Energieträgern verschaffen und somit den Krieg gegen die Ukraine finanzieren würden.

Krieg kommt an Schweizer Zapfsäulen an

Auch die sich wieder zuspitzende Lage im Nahen Osten belastet die Energiemärkte stark. Vergangene Woche häuften sich die iranischen Angriffe auf Tanker in der Strasse von Hormuz, während die Huthi-Rebellen ihre Angriffe auf Saudiarabien intensivierten. Die von Iran unterstützte Miliz hatte vergangene Woche die Zentrale der staatlichen Ölgesellschaft Saudi Aramco mit Raketen getroffen.

Der eskalierende Krieg macht sich auch an den Schweizer Tankstellen bemerkbar. Gemäss neuesten Zahlen des Touring Club der Schweiz (TCS) haben sich sowohl Benzin als auch Diesel wieder verteuert. Seit letzter Woche ist der durchschnittliche Preis für einen Liter Bleifrei 95 um mehr als 2 Prozent auf 2.16 Franken gestiegen, der Liter Diesel kostet 2.45 Franken und liegt nur noch einen Rappen unter dem Jahreshöchstwert von Mitte September.

Hierzulande kam es im September zum letzten Teuerungsschub. Seither hatte sich die Lage etwas entspannt. Das scheint nun vorbei zu sein. Der jüngste Preisanstieg hängt einerseits mit den gefährdeten Seewegen im Nahen Osten zusammen, andererseits aber auch mit Transportproblemen in Europa und der Schweiz. So verteuert der niedrige Wasserstand auf dem Rhein aufgrund der sommerlichen Trockenheit die Importe.

Die Schweiz importiert drei Viertel der Treibstoffe für den Strassenverkehr. Den Rest produziert die einzige Schweizer Raffinerie in Cressier (NE). Der Grossteil der Erdölprodukte gelangt über Basel in die Schweiz und stammt aus Raffinerien entlang des Rheins und aus dem Raum Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen.

Diese Handelszentren werden aus der Nordsee, dem Mittleren Osten und Afrika beliefert. Die Zentren bestimmen den Preis für Benzin und Diesel an den Schweizer Tankstellen massgeblich. Der Endpreis setzt sich aus den Beschaffungskosten am internationalen Markt, aus den Transportkosten sowie staatlichen Abgaben zusammen.

Prekäre Situation beim Flugbenzin

Die hohen Treibstoffpreise belasten die Schweizer Haushalte und Unternehmen. Doch gemäss dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung ist die physische Versorgung des Landes mit Benzin, Diesel und Heizöl sichergestellt, auch wenn sich die Lage gegenüber der Vorwoche verschlechtert hat.

Prekär ist die Situation aber beim Flugbenzin. Wegen des tiefen Rheinstands, Zugausfällen, weniger Pipeline-Lieferungen sowie Sperrungen des Schienenverkehrs im Rheintal könne die Versorgung mit Kerosin «nicht mehr vollständig sichergestellt werden», teilte die Behörde mit. Der Zuständige für die wirtschaftliche Landesversorgung hat die entsprechenden Pflichtlager für zwei Wochen freigegeben.

Als Binnenland ohne eigene Erdöl- oder Erdgasvorkommen ist die Schweiz vollständig auf Importe angewiesen. Bei Engpässen können Pflichtlager die Nachfrage abfangen, wenn der freie Markt diese nicht mehr decken kann. In der gesamten Schweiz stehen Tankkapazitäten von 7 Millionen Kubikmetern für Erdölprodukte zur Verfügung, was fast einem Jahresverbrauch entspricht. Eine langfristige Lösung, um hohen Preisen zu begegnen, sind sie aber nicht.

Dauerhaft hohe Energiepreise

Zumal sich auf breiter Front ein Umfeld mit dauerhaft hohen Energiepreisen abzeichnet. Gemäss renommierten Experten ist die Versorgung mit raffinierten Treibstoffen inzwischen derart knapp, dass eine Neubewertung des gesamten Energiemarktes wahrscheinlich ist.

Zudem könnte Europa auch bei anderen Energieträgern wie Erdgas auf Zustände wie nach dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs 2022 zusteuern, weil die Gasspeicher in Europa nicht ausreichend gefüllt sind. Davon ist auch die Schweiz betroffen, denn Erdgas ist hierzulande ein wichtiger Energieträger. Doch eigene Gaslager hat das Land keine.

Die Schweiz hat ihre Gasreserven im nahen Ausland angelegt und entsprechende Abkommen mit Frankreich und Deutschland abgeschlossen. Der Bundesrat hat die Schweizer Gasversorger angewiesen, Reserven bis in den Winter 2027/28 zu halten. Ein Grund dafür, angesichts der gestressten Energiemärkte und der kriegsversehrten Energieinfrastruktur gelassen zu bleiben, ist das nicht.

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Ein noch nie gesehener Preisschub für das Chartern von Öltankern beschert den Besitzern enorme Gewinne. Mittendrin sind Schweizer Rohstoffhändler wie Trafigura und Reeder wie MSC.

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