Alois Schwartz hat an seine Zeit beim 1. FC Saarbrücken keine guten Erinnerungen. In einem Interview übt der ehemalige Trainer deutliche Kritik am Verein und einigen Fans.
Alois Schwartz hat an seine Zeit beim 1. FC Saarbrücken keine guten Erinnerungen. In einem Interview übt der ehemalige Trainer deutliche Kritik am Verein und einigen Fans.
12.10.2026 , 09:40 Uhr
Alois Schwartz beim Relegations-Rückspiel im Mai 2025 gegen Eintracht Braunschweig.
Foto: Swen Pförtner/dpa/Swen Pförtner„Deswegen sind sie jahrelang nicht hochgekommen“, sagt Alois Schwartz im Interview mit dem Youtube-Kanal „Im Kopf des Trainers“ vor einigen Tagen und meint damit den 1. FC Saarbrücken und seine bislang vergeblichen Bemühungen, in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Aber was soll beim FCS so schieflaufen, dass der Verein, laut Schwartz, mit egal welchem Trainer den Aufstieg bislang nicht geschafft hat?
Alois Schwartz war von April 2025 bis November 2025 Trainer des 1. FC Saarbrücken. Er sollte in den letzten Saisonspielen die Saarbrücker doch noch zum Aufstieg in die 2. Bundesliga führen. Der Einstand gelang zunächst mit Siegen gegen Essen und Verl, doch so positiv die Ergebnisse, so negativ erlebte Schwartz das Umfeld des FCS. „Von Anfang an musstest du nur mit Beleidigungen in den sozialen Netzwerken leben, immer nur mit Negativ-Stimmung.“
Schwartz erreichte mit dem FCS schließlich die Relegation. Nach der 0:2-Niederlage im Hinspiel gegen Braunschweig kamen die Saarbrücker im Rückspiel nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus und blieben weiterhin in der Dritten Liga. „Der Zustand, in dem der Verein ist, hat nichts mit dem zu tun, was die Leute erwarten. Das hat man nie richtig kommuniziert“, resümiert Schwartz und fühlt sich deswegen auch ungerecht behandelt.
Insgesamt habe es beim 1. FC Saarbrücken „kein schönes Miteinander“ gegeben, so könne man grundsätzlich keinen Erfolg haben, ist sich der aktuelle Trainer des SSV Ulm sicher. Doch seither haben sich durch die Fan-Initiative „Zukunft Blau-Schwarz“ viele Strukturen beim 1. FC Saarbrücken geändert, beziehungsweise sind gerade dabei sich zu verändern. Das erkennt auch Schwartz an: „Jetzt hat man einen Umbruch gemacht, neu gewählt und alles neu zusammengestellt, vielleicht geht es jetzt besser.“
In den Kommentaren unter dem Video auf Youtube haben sich einige FCS-Fans zu den Aussagen von Alois Schwartz geäußert. Diese sehen vor allem beim ehemaligen Trainer die Schuld daran, dass das Relegations-Hinspiel gegen Braunschweig verloren ging.
„Aus meiner Sicht hat seine destruktive Spielweise maßgeblich dazu beigetragen, dass der mögliche Aufstieg verspielt wurde“, schreibt beispielsweise „buschcraftersaar7533“.
Auch darüber hinaus habe Alois Schwartz aus Sicht der Fans viele Fehler gemacht. „Er hat in Saarbrücken kurz nach Saisonbeginn 2025/26 den Kapitän Manuel Zeitz rasiert. Kann man aus sportlichen Gründen machen, muss man aber auch so kommunizieren“, schreibt beispielsweise „FCSBlog“.
Der Nutzer „ztztzt13“ kritisiert ebenfalls die Kommunikation des Trainers: „Alois Schwartz sollte sich wirklich zuerst selbst hinterfragen und reflektieren. Ich empfand ihn als kommunikativ schwach und wirklich extrem negativ bis deprimierend. Er hat dazu noch aus meiner Sicht einige falsche Entscheidungen getroffen und war unstet.“
Der 1. FC Saarbrücken ging mit Alois Schwartz 2025 zwar noch in die neue Saison, doch nach acht sieglosen Spielen wurde Schwartz im November 2025 entlassen. „Leider ist es nicht so gelaufen, wie wir uns das alle gewünscht haben. Ich wünsche dem 1. FC Saarbrücken nur das Beste für die Zukunft und drücke die Daumen, dass der Verein seine Ziele erreichen wird“, sagte er damals.
Das ganze Interview von Alois Schwartz können Sie hier auf Youtube ansehen (extern).
(ceh)