Bei der 2:4-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg bekommt der 1. FC Saarbrücken seine Grenzen aufgezeigt. Nach dem Spiel zeigen sich die Spieler selbstkritisch.
Saarbrücken · Bei der 2:4-Heimniederlage gegen den MSV Duisburg bekommt der 1. FC Saarbrücken seine Grenzen aufgezeigt. Nach dem Spiel zeigen sich die Spieler selbstkritisch.
14.10.2026 , 17:44 Uhr
Ex-FCS-Spieler Rasim Bulic stürmt nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 3:0 für Duisburg jubelnd auf Trainer Dietmar Hirsch zu.
Foto: IMAGO/Fussball-News Saarland/IMAGO/Fabian Kleer„Nah dran an einer Top-Mannschaft“, sah Mittelfeldspieler Sebastian Vasiliadis den Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken vor dem Spiel gegen den MSV Duisburg. Wie weit der FCS tatsächlich davon noch entfernt ist, wurde am Dienstagabend bei der 2:4 (0:3)-Heimniederlage gegen den Tabellenführer deutlich.
„Es war eine Lehrstunde in Sachen Zweikampf-Härte und Chancenverwertung“, gab FCS-Linksverteidiger Niko Bretschneider zu: „Das muss man ganz klar anerkennen, dass Duisburg das eiskalt gemacht hat. Sie sind der verdiente Sieger.“ Binnen 13 Minuten entschied der Ligaprimus das Top-Spiel gegen den FCS, der nach einem guten Saisonstart selbst Kontakt zu den Aufstiegsplätzen hatte. „Wir müssen kaltschnäuziger vor dem Tor werden, sind aber noch im Lernprozess“, erklärte Bretschneider mit Blick auf drei frühe Chancen durch Flügelspieler Kelsey Owusu. Die Zebras hingegen schlugen vor 13.618 Zuschauern im Ludwigspark im Stile eines Spitzenteams eiskalt zu.
Lex-Tyger Lobinger brachte den MSV nach starkem Ballgewinn von Aljaz Casar gegen den schwachen FCS-Mittelfeldakteur Daniel Gleiber in Führung (29. Minute). Fünf Minuten später staubte Tobias Fleckstein zum 2:0 ab (34.). „Wir hatten richtig Spaß“, betonte Duisburgs Kapitän Rasim Bulic. Der Ex-FCS-Spieler veredelte die Duisburger Dominanz mit dem 3:0 nach einer Ecke (42.). „Es lief viel für uns. Wir hatten sehr viel Ballbesitz, waren sehr reif“, lobte Duisburgs Trainer Dietmar Hirsch.
Nach dem Seitenwechsel stellte der für Kaan Caliskaner eingewechselte Kai Brünker auf 1:3 (51.). „Da war dann schon auch bei mir ein Hoffnungsschimmer da“, erklärte der Stürmer. Doch die erhoffte Aufholjagd blieb aus, auch weil der FCS einfach nicht das Niveau des MSV hatte. „Ich hatte das Gefühl, dass es teilweise eine Herrenmannschaft gegen eine Jugendmannschaft ist“, gab FCS-Rechtsverteidiger Philip Fahrner zu: „Und so können wir keine Spiele in der 3. Liga gewinnen, wenn du die Zweikämpfe nicht führst und nicht gewinnst.“
Wie schon am vergangenen Samstag beim 0:0 bei Fortuna Köln war das Fehlen von „Staubsauger“ Patrick Sontheimer im Mittelfeldzentrum deutlich spürbar. In Köln sollte ihn Vasiliadis ersetzen, scheiterte aber an der Aufgabe. Gegen den MSV brachte FCS-Trainer Argirios Giannikis den erst 19-jährigen Zac Shuaib. Doch auch er konnte Sontheimers Lücke nicht füllen. „Natürlich hätte er uns gutgetan“, fand Fahrner. In der 81. Minute erstickte der nächste Ex-Saarbrücker die letzten Hoffnungen auf eine späte Aufholjagd. Florian Krüger stellte nur Minuten nach seiner Einwechslung mit einem sehenswerten Volleyschuss auf 4:1 (81.). Der späte 2:4-Treffer des eingewechselten Gökdeniz Gürpüz war nur noch Ergebnis-Kosmetik (90.).
„Wir haben heute gegen den Tabellenersten gespielt. Eine Mannschaft, die seit zweieinhalb Jahren zusammen und gefestigt ist in allen Abläufen. Deshalb haben wir Lehrgeld gezahlt. Und Duisburg hat gezeigt, warum sie der Ligaprimus sind“, erklärte Giannikis: „Ich muss meiner Mannschaft aber zu Gute halten, dass wir uns weiter Chancen herausgespielt haben. Hätten wir früher das zweite Tor gemacht, wäre es vielleicht noch mal heiß geworden.“ Gegen den „Tabellenführer, die beste Mannschaft der Liga“, wie der Trainer sagte, habe sein Team „die zweite Halbzeit gewonnen“.
Der 46-Jährige war sichtlich bemüht, die Enttäuschung über den doch deutlichen Unterschied nicht zu groß werden zu lassen. Gerade weil nach dem guten Start erste zarte Aufstiegshoffnungen die Runde machten. „Wir sind noch nicht so weit, die Mannschaft braucht Zeit. Das dürfen wir nicht vergessen. Wir brauchen noch weitere Entwicklungsschritte und müssen daraus lernen“, sagte Giannikis: „Wir werden den Weg jetzt nicht im Oktober mit der jungen Mannschaft verlassen.“ Viel Zeit, um die Lehren aus der Niederlage zu ziehen, bleibt nicht. Bereits an diesem Samstag (14 Uhr) gastiert der FCS beim Zweitliga-Absteiger Fortuna Düsseldorf.