Ein halbes Jahr lang schrieb eine Frau mit ihrer Internetbekanntschaft. Beim ersten Date blieb sie auf einer Restaurantrechnung von 400 Euro sitzen.
Ein halbes Jahr lang schrieb eine Frau mit ihrer Internetbekanntschaft. Beim ersten Date blieb sie auf einer Restaurantrechnung von 400 Euro sitzen.
Monatelang lief bei Jip de Boer alles nur über das Handy. Mit dem Mann von einer Datingplattform schrieb sie täglich, oft schon morgens und bis spät abends. Wie die niederländische Zeitung „Algemeen Dagblad“ berichtet, sprach die 26-Jährige mit ihm über Studium, Familie, Arbeit, frühere Beziehungen und persönliche Sorgen. Für sie wurde daraus schnell mehr als nur ein lockerer Flirt.
Schließlich schlug sie selbst ein Treffen vor und reservierte ein Restaurant. Als der Abend kam, erschien der Mann jedoch mit deutlicher Verspätung. Er habe Hockeytraining als Grund genannt. Jip sagte später, der erste Eindruck habe sie enttäuscht, auch wenn sie ihn attraktiv fand.
Trotz des holprigen Beginns sei das Date zunächst gut verlaufen. Jip schildert, dass sie versucht habe, ihre Zweifel beiseitezuschieben und den Abend zu genießen. Dann kam die Rechnung. Sie habe vorher vorgeschlagen, die Kosten zu teilen, da beide noch studierten. Er lehnte ab und erklärte, er wolle beim ersten Date bezahlen. Kurz darauf sagte er: „Ups, ich habe meine Geldbörse vergessen. Kannst du kurz für mich auslegen, Liebling?“
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Jip zahlte eigenen Angaben zufolge 380 Euro für das Essen und dazu 20 Euro Trinkgeld. Rückblickend habe sich die Situation für sie seltsam angefühlt. „Es wirkte fast gespielt“, sagte sie. Trotzdem habe sie ihm vertraut, auch weil er noch betont habe, dass sie ihm den gesamten Betrag schicken solle.
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Dazu kam es nicht mehr. Nach dem Abend hat sich der Mann nicht wieder gemeldet. „Ich habe nie wieder etwas von ihm gehört“, sagte Jip dem „Algemeen Dagblad“. Später habe sie gesehen, dass er auf der Datingplattform weiterhin aktiv war. Für die 26-Jährige blieb damit nicht nur Liebeskummer, sondern sie erlitt auch einen Verlust von 400 Euro.
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Der Fall ist ein Einzelfall. Er betrifft jedoch ein Muster, vor dem offizielle Stellen bei Online-Bekanntschaften bereits seit Längerem warnen – nur dass es dabei in der Regel nicht zu einem Treffen kommt. Die Verbraucherzentrale beschreibt „Love Scamming“ als Form des Internetbetrugs, bei der die Täter über Fake-Profile auf Dating-Plattformen oder in sozialen Netzwerken zunächst Nähe und Vertrauen herstellen.
Laut der Organisation binden die Täter ihre Opfer oft mit Aufmerksamkeit, Komplimenten und großem Interesse an ihrem Leben. Später kommt dann das Thema Geld ins Spiel. Die Verbraucherzentrale nennt finanzielle Bitten als Warnsignal, noch bevor es überhaupt zu einem persönlichen Treffen gekommen ist.
Auch das BKA warnt in einer Informationsgrafik zu Romantik-Betrug davor, dass Täter zunächst Vertrauen gewinnen und anschließend nach Geld, Geschenken oder Bankdaten fragen. Die Behörde rät, bei Geldforderungen misstrauisch zu werden, keine Vorauszahlungen zu leisten und keine Kontodaten oder Kopien persönlicher Dokumente weiterzugeben.