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Hessen-Gemeinde Selters setzt Kopfgeld auf Waschbären aus

Дата публикации: 12-10-2026 20:16:00

Erstmals in Deutschland bietet eine Gemeinde ein Kopfgeld auf Waschbären. Jäger erhalten 25 Euro für jedes erlegte Tier. Naturschützer sehen den Plan kritisch.

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Erstmals in Deutschland bietet eine Gemeinde ein Kopfgeld auf Waschbären. Jäger erhalten 25 Euro für jedes erlegte Tier. Naturschützer sehen den Plan kritisch.

In Selters (Taunus) leben bis zu dreihundert Waschbären je Quadratkilometer. Die Räuber richten erhebliche Schäden an Häusern und in Gärten an und bedrohen heimische Tierarten. Um die Plage einzudämmen, zahlt Selters nun als erste Gemeinde Deutschlands ein Kopfgeld: insgesamt fünfundzwanzig Euro für jeden erlegten Waschbären.

Bürgermeister Benjamin Zabel sagt im Interview mit Sat.1:

„Die Prämie soll einen Anreiz schaffen für die Jagdpächter, damit die Bejagung, die sehr aufwendig ist, durch die Fallenjagd, die sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, eine Anerkennung findet.“

Entkommene Waschbären entfachten Vermehrung

Der Landesjagdverband befürwortet den Plan. Für das Geld muss das Tier ordnungsgemäß in einer zugelassenen Falle gefangen, getötet und fachgerecht entsorgt werden – lückenlos nachgewiesen durch die Jagdpächter.

Die Waschbär-Plage entstand in den vergangenen Jahrzehnten. Ursprünglich aus Nordamerika breiten sich die Tiere seit den 1930ern rasant in Deutschland aus. Ein ausgesetztes Waschbärpaar am hessischen Edersee und entkommene Tiere aus Brandenburg entfachten eine massive Vermehrung.

Naturschützer bezweifeln das Kopfgeld

Naturschützer bezweifeln den Sinn der Kopfgeldjagd, weil meist nur ältere Waschbären in die Fallen tappen würden. Junge Waschbären könnten sich ungestört weiter vermehren. Dr. Jana Schön vom Naturschutzbund Deutschland sagt:

„Er kann sich sehr gut an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Er kann vor allen Dingen auch freigewordene Lebensräume schnell wieder besiedeln und er hat auch eine recht hohe Reproduktionsrate. Das heißt, er bildet viele Nachkommen.“

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