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Invasive Art: Experten wollen Waschbär-Bestände durch Verhütungsmittel begrenzen

Дата публикации: 20-10-2026 09:18:59




Es klingt schon schwer schräg: Verhütungsmittel für Waschbären. Doch das hat einen ernsten Hintergrund. Waschbären sind nämlich sehr anpassungsfähig, vermehren sich schnell - und gefährden Ökosysteme.



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Invasive Art Experten wollen Waschbär-Bestände durch Verhütungsmittel begrenzen

20.10.2026 · 11:18 Uhr

Unerwünschter Nachbar: Die steigende Präsenz von Waschbären in Wohngebieten sorgt zunehmend für Unmut bei Anwohnern.

Unerwünschter Nachbar: Die steigende Präsenz von Waschbären in Wohngebieten sorgt zunehmend für Unmut bei Anwohnern.

Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild//Britta Pedersen

Berlin/Potsdam · Es klingt schon schwer schräg: Verhütungsmittel für Waschbären. Doch das hat einen ernsten Hintergrund. Waschbären sind nämlich sehr anpassungsfähig, vermehren sich schnell - und gefährden Ökosysteme.

Manche finden ihn einfach nur niedlich, Wissenschaftler sehen dagegen in ihm eine Gefahr für heimische Vogel- und Amphibienarten. Um die Ausbreitung von Waschbären in Deutschland einzudämmen, ohne die Tiere zu töten, könnten gezielt eingesetzte Verhütungsmittel helfen. Das schlagen Forscherinnen und Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) und der Universität Potsdam vor.

Denkbar sind nach Erkenntnis der Forschenden hormonelle oder immunologische Verfahren, aber auch Kastrationen und Sterilisationen. Welche Methoden für Waschbären geeignet sind, sei bislang jedoch kaum erforscht. „Auch bei invasiven Arten müssen Wirksamkeit, Dauer der Behandlung und mögliche Nebenwirkungen sehr sorgfältig untersucht werden“, betonte die Tierärztin Myriam Schröder vom Leibniz-IZW. Tierschutz und wissenschaftliche Erkenntnisse müssten die Grundlage jeder Anwendung bilden.

Waschbären gelten als invasive Art: Sie sind ursprünglich gebietsfremd und können heimische Tiere und Ökosysteme beeinträchtigen.

Waschbären lieben Städte und Gewässer

Vor allem in Gebieten mit dauerhaft hohen Beständen, etwa in Städten, könnte Verhütung langfristig das Populationswachstum begrenzen und heimische Tierarten schützen. Der Waschbär ist laut Wissenschaftlern ein Allesfresser und äußerst anpassungsfähig. Klassische Bejagung allein reduziere stabile Populationen vielerorts nicht nachhaltig, da sich Waschbären enorm fortpflanzen könnten.

Die Wissenschaftler sehen eine Herausforderung darin, die Verhütungsmittel gezielt den Waschbären zu verabreichen, ohne andere Tiere zu gefährden. Sie wollen daher auf automatisierte Fallen setzen, die einzelne Waschbären mithilfe von Kameras und Künstlicher Intelligenz erkennen und gezielt behandeln könnten. Ziel sei ein ökologisch fundiertes und tierschutzgerechtes Management, das die negativen Auswirkungen der invasiven Art auf die biologische Vielfalt verringert.

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