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Kommt neue Bickenalbtalgrundschule am Allmend?: Elternvertretung setzt sich für Schulneubau in Medelsheim ein

Дата публикации: 01-10-2026 05:00:00




Die Blieskasteler CDU-Fraktion argumentiert bisher gegen eine neue Bickenalbtalgrundschule in Medelsheim. Vor der entscheidenden Abstimmung im Oktober meldet sich nun die Vertretung der betroffenen Eltern zu Wort – mit einem flammenden Plädoyer für einen Neubau.



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Kommt neue Bickenalbtalgrundschule am Allmend? Elternvertretung setzt sich für Schulneubau in Medelsheim ein

Blieskastel · Die Blieskasteler CDU-Fraktion argumentiert bisher gegen eine neue Bickenalbtalgrundschule in Medelsheim. Vor der entscheidenden Abstimmung im Oktober meldet sich nun die Vertretung der betroffenen Eltern zu Wort – mit einem flammenden Plädoyer für einen Neubau.

01.10.2026 , 07:00 Uhr

Die Grundschule „Burgschule“ in Medelsheim ist zu klein geworden und der Neubau einer neuen Grundschule in Planung. Doch die CDU Blieskastel steht dem Projekt kritisch gegenüber. Nun haben sich die Elternvertreter der Schule Gehör verschafft.  Foto: Erich Schwarz

Die Grundschule „Burgschule“ in Medelsheim ist zu klein geworden und der Neubau einer neuen Grundschule in Planung. Doch die CDU Blieskastel steht dem Projekt kritisch gegenüber. Nun haben sich die Elternvertreter der Schule Gehör verschafft. Foto: Erich Schwarz

Foto: Erich Schwarz

Hinsichtlich der von der CDU Blieskastel bisher abgelehnten Idee eines Neubaus der Bickenalbtalgrundschule am Allmend hat sich nun die Elternvertretung der Grundschule Burgschule Medelsheim-Altheim zu Wort gemeldet. In einer Mitteilung schreibt sie, man verstehe, dass sich viele Bürger wegen der hohen Investitionssumme sorgten. Doch „nach sorgfältiger Abwägung aller vorliegenden Fakten sind wir jedoch überzeugt, dass dieses Projekt die wirtschaftlich und pädagogisch sinnvollste Lösung für die kommenden Jahrzehnte darstellt. Es dürfe nicht „in den Mühlen parteipolitischer Taktik zerrieben werden“.

Geschätzte Kosten nun 9,5 oder 8,5 Millionen Euro?

Den Eltern sei es ein Anliegen, die von der CDU-Stadtratsfraktion kürzlich veröffentlichten Argumente und Zahlen richtigzustellen, um den Blick wieder auf eine zukunftsfähige Lösung für die Familien der Region zu lenken. Während die CDU seit Anfang September geschätzte Kosten von 9,5 Millionen Euro in den Raum stellte, ist in einem 49-seitigen Dossier der Gemeinde Gersheim von 8,5 Millionen Euro die Rede. Dieses präsentierte Gersheims Bürgermeister Michael Clivot (SPD) am 14. September im Sportheim Altheim bei einer öffentlichen Infoveranstaltung. Die Elternvertretung beteuert, auch die CDU sei vorab über den Termin informiert worden. Letztlich hätten aber gerade die Kritiker gefehlt, um nachzufragen und Bedenken zu äußern. Für Blieskastel seien Bürgermeister Bernd Hertzler und der Beigeordnete Guido Freidinger (beide SPD) vor Ort gewesen.

Eltern: Projekt als Modulbau wäre mit Förderung verbunden und günstiger als Massivbau

Zur Sache: Der geplante Schulbau sei wie viele Bauprojekte aufgrund globaler Krisen und der Inflation von erheblichen Preissteigerungen betroffen, räumt die Elternvertretung ein. Doch es stünden rund 4,8 Millionen Euro an Fördermitteln (Bedarfszuweisungen des Landes und ELER-Mittel) bereit, weil das Bauvorhaben als Pilotprojekt für modulare Bauweise umgesetzt werde und eine öffentlich nutzbare Mensa vorsehe. Blieskastel und Gersheim müssten somit einen Eigenanteil von jeweils rund zwei Millionen Euro stemmen, verteilt auf zwei Jahre. Bei einem massiven Neubau wären schon die bloßen Gebäudekosten so hoch wie die des Gesamtprojekts, skizzieren die Eltern. Eine Förderung wäre dort nicht möglich.

Weitere Vorteile: Das Grundstück gehöre der Gemeinde, Baurecht bestehe. Und der CDU-Verweis auf aktuell zurückgegangene Einschulungszahlen sei zu kurz gedacht. Der kleinere, aktuelle Jahrgang sei vielen Rückstellungen geschuldet. Diese Kinder kämen im nächsten Schuljahr hinzu, sodass die Schule dann vor einer starken Einschulung mit über 40 Kindern 2027 stehe. Amtlich prognostiziert seien langfristig stabil rund 110 Kinder (2028/29 sogar 124), was dauerhaft sieben bis acht Klassen bedeute. Aktuell gebe es nur fünf Räume im Gebäude und einen Container.

Müssten auch Breitfurt, Blickweiler und Co sonst Kinder aufnehmen?

Angesichts des ab 2026 gesetzlich geltenden Anspruchs auf Ganztagsbetreuung (FGTS), der den Bedarf auf mindestens vier Gruppen steigen lasse, sei das alte System räumlich überfordert. Platz sei jeweils für nur eine FGTS-Gruppe an den beiden Standorten Medelsheim und Altheim. Ein Verzicht auf den Neubau hätte weitreichende organisatorische und finanzielle Folgen für die Schulen im gesamten Stadtgebiet, mahnen die Elternvertreter.

Dann müssten womöglich auch Breitfurt, Blickweiler, Blieskastel, Niederwürzbach und Lautzkirchen zusätzliche Kinder aufnehmen, wodurch neue Klassen und teure Extra-Raumbedarfe entstünden – zulasten von Schulhöfen, Außenflächen und der Kinder, die unter diesen Umständen kein optimales Lernumfeld hätten. Auch würden sich für die betroffenen Kinder aus dem Blieskasteler Südbezirk die Schulwege teils auf zwölf bis 18 Kilometer verlängern.

Und außerdem, so die Eltern weiter, verursache der Status quo mit zwei Standorten vermeidbare Zusatzkosten von 129.000 Euro (Tendenz steigend) etwa für Container-Miete, zusätzliches Personal sowie für den Bustransfer zum Sportunterricht. „Diese Aufteilung verbrennt neben Steuergeldern auch wertvolle Lehrerstunden, die den Kindern nicht zur Verfügung stehen.“ Dazu könne ein energetisch moderner und nachhaltiger Holz-Modulbau mit eigener Photovoltaikanlage samt Speicher sowie einer intelligenten Nahwärmelösung den Kohlendioxid-Ausstoß und Energiekosten deutlich senken.

Mögliche Alternativen zum Neubau seien vorab unter Einbeziehung von Bauaufsichtsbehörden und Architekten bereits umfassend analysiert worden: Anbauvarianten an die Schulen in Altheim und Medelsheim, Umbauten im Bestand sowie der teilweise oder vollständige Abriss mit anschließendem Wiederaufbau vor Ort. Alle seien „wegen strenger Bebauungsgrenzen und platztechnischer Limits ungeeignet und baurechtlich nicht realisierbar“ – und zudem ähnlich teuer wie der Neubau am Allmend, allerdings ohne Fördermittel.

Am 22. Oktober soll der Blieskasteler Stadtrat über den Neubau befinden. Die Abstimmung wird mit Spannung erwartet, weil die offizielle Mehrheitskoalition aus CDU (14 Stadträte) und SPD (elf) gegensätzliche Positionen vertreten. Die Elternvertretung appelliert aber auch an DUB, Grüne, AfD und Linke: „Wir fordern alle Fraktionen des Stadtrates auf: Handeln Sie im Oktober verantwortungsvoll und zukunftsorientiert – im Interesse unserer Kinder der gesamten Region!“ (mbe)

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