Die Fantasien des Brandenburger AfD-Fraktionschefs Hans-Christoph Berndt. Ein Kommentar
AfD-Landtagsfraktionschef Hans-Christoph Berndt bei der Kundgebung in Frankfurt (Oder)
Foto: dpa/Sebastian Christoph Gollnow
J.R.R Tolkien schrieb große Teile seiner Trilogie »Der Herr der Ringe« mitten im Zweiten Weltkrieg. In einer Fantasiewelt angesiedelt, kann die Trilogie als Schlüsselroman auf den Kampf gegen den Faschismus gelesen werden. Die Orks sind hässliche und grausame Krieger, extra so gezüchtet.
Dies sei vorausgeschickt zum Verständnis einer Äußerung von Brandenburgs AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt, der die Trilogie gelesen hat. In Frankfurt (Oder) haben zehn Jugendliche deutscher, polnischer, russischer und syrischer Nationalität einen 14-Jährigen geschlagen und getreten – auch gegen den Kopf, auch als er bereits am Boden lag. Sie haben das gefilmt und das Video im Internet verbreitet. Bei einer Protestdemonstration sprach Berndt von einer »Horde von Orks«.
Dem »nd« liegt das Redemanuskript vor, das sich Berndt zufolge nicht ganz mit dem gesprochenen Wort deckt, aber zeigt, worum es ihm ging. »Nicht alle Migranten sind Orks«, steht im Manuskript. Wer Deutschland und seine Kultur achte, sei willkommen. Die Täter aber sollten samt ihrer Eltern rausgeworfen und dazu erforderlichenfalls ausgebürgert werden. »Fort mit ihnen! Remigration!«
Auch wenn 13 bis 15 Jahre alte Täter nicht wie Erwachsene zu behandeln sind und jeder eine zweite Chance verdient hat: Eine derartige Brutalität ist nicht zu entschuldigen. Kinder mit Orks zu vergleichen ist falsch, aber hier nicht das Problem. Die Rede insgesamt führt zu einem Klima, in dem dann »Ausländer raus« gerufen und der Hitlergruß gezeigt wird. In Frankfurt (Oder) soll das anschließend geschehen sein.
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