Bis zu 4,25 Prozent Tagesgeldzinsen: Acht Anbieter locken Sparer. Erfahren Sie, wann sich ein Kontowechsel lohnt und welche Haken drohen.
Bis zu 4,25 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld: Acht Anbieter locken mit hohen Angeboten. Doch nicht jeder profitiert davon. Wann sich ein Kontowechsel lohnt und worauf Sparer achten müssen.
Wer sein Erspartes auf einem schlecht verzinsten Tagesgeldkonto liegen lässt, verschenkt möglicherweise Hunderte Euro im Jahr. Denn während manche Banken ihren Kunden weiterhin kaum Zinsen zahlen, ist unter den Wettbewerbern ein neuer Wettlauf um Spargelder entbrannt.
Immer mehr Institute versprechen vier Prozent oder sogar mehr. Die jüngste Offensive einer großen deutschen Direktbank zeigt allerdings auch, weshalb Sparer bei solchen Angeboten genauer hinsehen sollten.
Das Wichtigste zum Tagesgeld:
Hinter den steigenden Angeboten steckt ein intensiver Wettbewerb um Kundeneinlagen. Nach Angaben von Verivox zahlen inzwischen acht Anbieter mindestens vier Prozent.
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Allerdings sind die besonders hohen Tagesgeldzinsen vor allem Lockangebote. Banken nutzen sie, um neue Kunden zu gewinnen oder zusätzliche Einlagen bestehender Kunden anzuziehen.
Wie etwa aus den am 6. Oktober veröffentlichten Aktionsbedingungen der DKB hervorgeht, müssen Sparer zwischen dem 6. und 20. Oktober frisches Geld einzahlen. Vom 1. November bis Ende Februar 2027 wird dieses mit vier Prozent jährlich verzinst. Voraussetzung ist außerdem ein Girokonto bei der Bank.
Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, sieht das DKB-Angebot deshalb besonders für bestehende Kunden als attraktiv an. Wer ausschließlich hohe Tagesgeldzinsen suche, finde auch Angebote ohne zusätzlich erforderliches Girokonto.
Für Neukunden ist das DKB-Angebot dagegen weniger attraktiv, da sie zusätzlich ein Girokonto eröffnen müssen. Wer sein Geld längerfristig anlegen und nicht regelmäßig die Bank wechseln möchte, sollte auf einen dauerhaft höheren Standardzins achten.
Entscheidend ist am Ende die begrenzte Laufzeit. Vier Prozent sind ein Jahreszins. Wer 10.000 Euro für vier Monate zu diesem Zinssatz anlegt, erhält nur rund 133 Euro Zinsen vor Steuern.
Anschließend greift bei der DKB der dann gültige Standardzins, derzeit ein Prozent. Auch bei anderen Instituten fällt die Verzinsung nach der Aktion deutlich. Bei Trading 212 ist zudem zu beachten, dass Teile des Guthabens in Geldmarktfonds ohne gesetzliche Einlagensicherung investiert werden können.
Ein Wechsel ist vor allem sinnvoll, wenn größere Geldbeträge längere Zeit zu niedrigen Zinsen angelegt sind. Der Unterschied kann erheblich sein: Bei 20.000 Euro Guthaben bringen vier Prozent gegenüber einem Prozent für vier Monate rund 200 Euro zusätzliche Zinsen vor Steuern.
Wer noch kein Tagesgeldkonto besitzt, kann dort beispielsweise seinen Notgroschen oder Geld für absehbare Ausgaben aufbewahren. Anders als bei Festgeld bleibt das Guthaben grundsätzlich täglich verfügbar.
Allerdings sollten Sparer nicht allein auf den höchsten Aktionszins achten. Entscheidend sind vier Punkte:
Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union grundsätzlich bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank gesetzlich abgesichert. Für Geldmarktfonds gilt das nicht.
Am Ende ist entscheidend, welche Verzinsung über den geplanten Anlagezeitraum hinweg tatsächlich erzielt wird. Wer Sonderangebote regelmäßig vergleicht und bereit ist, sein Geld erneut umzuschichten, kann zusätzliche Erträge erzielen. Wer möglichst wenig Aufwand möchte, fährt unter Umständen mit einem dauerhaft gut verzinsten Tagesgeldkonto besser.