Anthropic hat erstmals seine Zahlen für den geplanten Börsengang offengelegt. Investoren erklären, was ihnen dabei besonders auffällt.

Bloomberg/Getty Images
Anthropic ist bereit für den Börsengang. Analysten und Beobachter nehmen die Zahlen genau unter die Lupe.
Am Montag reichte das KI-Unternehmen die mit Spannung erwarteten Unterlagen für seinen Börsengang ein. Der Prospekt gewährt einen Einblick in die Finanzen von Anthropic: 2025 verzeichnete das Unternehmen bei einem Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar einen Nettoverlust von rund 42 Milliarden Dollar. Die Aktie soll unter dem Kürzel ANT gehandelt werden.
Mit den Unterlagen stellt Anthropic die Weichen für einen der größten Börsengänge der Tech-Branche. Das sagen Experten und Beobachter zu den Zahlen des Unternehmens:
Sarah Guo, Gründerin von Conviction
Big Event Media/Getty Images for HumanX Conference
Die Risikokapitalgeberin Sarah Guo begann ihren Beitrag auf X mit einem großen „CONGRATS“ an Anthropic zur Einreichung der Börsenunterlagen.
Guo teilte ihre ersten Erkenntnisse daraus mit: die Trendwende beim operativen Gewinn, den Fokus auf neue Entdeckungen, das Missverhältnis zwischen nutzungsabhängigen Einnahmen und langfristigen Verpflichtungen für Rechenkapazitäten sowie weitere Punkte.
Lest auch

„Ich bin gespannt, wie sich 1.) ein Unternehmen mit klaren Werten unter der quartalsweisen Beobachtung der Öffentlichkeit verändert oder eben nicht und 2.) wie sich die öffentliche Meinung verändern könnte, wenn Privatanleger an den möglichen Gewinnen beteiligt sind“, schrieb Guo.
Ann Bordetsky, Gründerin von Elora Capital
Kimberly White/Getty Images for TechCrunch
Ann Bordetsky war Partnerin im Technologiebereich des Venture-Capital-Unternehmens New Enterprise Associates, bevor sie ihre eigene Firma Elora Capital gründete. Auf X schrieb sie, die Börsenunterlagen seien eine „spannende Lektüre“.
Die Unterlagen würden „die Messlatte dafür, wie die Kapitalmärkte KI-Start-ups bewerten, hoch legen“, schrieb Bordetsky.
SemiAnalysisDas von Dylan Patel gegründete Analyseunternehmen SemiAnalysis hob die aus seiner Sicht „unglaublichste Zahl“ aus den Unterlagen hervor. Dabei verglich es das von Anthropic eingesammelte Kapital mit dem vorhandenen Kapital und den Investments des Unternehmens.
Anthropic wachse „rasant“ und sei seit dem Juni-Quartal auf operativer Basis profitabel, schrieb SemiAnalysis.
Lest auch

„Das ist wahrscheinlich das effizienteste Wachstum eines Unternehmens in der Geschichte des Kapitalismus“, schrieb das Analyseunternehmen.
Brad Gerstner, CEO von Altimeter Capital
Mandel NGAN / AFP via Getty Images
Brad Gerstner von Altimeter Capital lobte Anthropic in höchsten Tönen. Er gratulierte dem Team zu „einem weiteren wichtigen Meilenstein!“.
Altimeter werde sich „in großem Umfang am Börsengang beteiligen und damit unser bestehendes Investment weiter ausbauen“, schrieb Gerstner. Dazu verwendete er ein Emoji mit der US-Flagge und eine Rakete.
Gerstners Venture-Capital-Firma investiert bereits seit Längerem in Anthropic und führte im Mai gemeinsam mit anderen Investoren die Series-H-Finanzierungsrunde (eine späte Finanzierungsrunde) des KI-Unternehmens an.
Vivek Gopalan, Partner bei 8VCVivek Gopalan ist Investor bei 8VC, der von Joe Lonsdale mitgegründeten Venture-Capital-Firma. Er veröffentlichte eine Grafik aus den Börsenunterlagen von Anthropic, die zeigt, dass das Unternehmen mit jedem Dollar, den es für Rechenleistung ausgibt, immer mehr Umsatz erzielt.
„Man muss daran glauben, dass sich dieser Trend kontinuierlich fortsetzt“, schrieb Gopalan.
Dan Shipper, CEO von Every
Alex Broadway/Sportsfile for Web Summit via Getty Images
Dan Shipper hatte „große Neuigkeiten“ zu verkünden und erlaubte sich einen Seitenhieb auf Anthropics starken Fokus auf Sicherheit. In den Börsenunterlagen, so scherzte er, stehe im ersten Absatz immerhin nicht: „Oder die KI könnte uns alle umbringen oder arbeitslos machen!“
Der CEO von Every, einem Start-up für KI-Agents, nannte das einen „Sieg für die Menschheit“.