Elina und Caroline sind auf dem Weg zur internationalen Karriere. Doch dann ziehen sie die Reißleine und widmen sich einem Café in einer kleinen französischen Gemeinde.
Elina und Caroline sind auf dem Weg zur internationalen Karriere. Doch dann ziehen sie die Reißleine und widmen sich einem Café in einer kleinen französischen Gemeinde.
Elina Simon (33) und Caroline Pinel (31) lernten sich während ihrer Arbeit im internationalen Vertrieb des französischen Industrieherstellers Legrand kennen. Obwohl sie ihre Jobs mochten, fühlten sie sich zunehmend von ihren persönlichen Werten entfernt und suchten nach einer sinnvolleren Tätigkeit. „Ich liebte, was ich tat, aber ich fühlte mich mit meinen Werten nicht im Einklang“, sagte Elina der französischen Regionalzeitung „La Dépêche du Midi“.
Nach ihrer Zeit bei Legrand arbeiteten die beiden mehrere Jahre in der Gastronomie, halfen auch im damaligen Ortscafé Oppidum in Vayrac, einer südfranzösischen Gemeinde mit 1279 Einwohnern, aus. Als dieses Café verfügbar wurde, ergriffen die beiden Freundinnen die Gelegenheit.
Nach umfangreicher Planung und Finanzierung sowie viermonatiger Renovierungszeit eröffneten sie im Mai 2025 ihr eigenes Café „Veirem Bé“, dessen Name auf Okzitanisch „Man wird sehen“ bedeutet. Die beiden Freunde verleihen dem Café ihre Identität, ohne dabei auf seine Funktion als Dorfcafé zu verzichten.
„Es ist freundlich, es ist einfach, man weiß, was man isst und woher es kommt“, so Caroline gegenüber „La Dépêche du Midi“. „Die Idee ist, Menschen willkommen zu heißen, als würden wir sie in unser Zuhause aufnehmen.“
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Der Plan ging auf. Das „Veirem Bé“ ist inzwischen zu einem Ort der Unterhaltung geworden. Dort finden Konzerte und DJ-Sets statt, bei denen sowohl lokale Künstler als auch bekanntere Musiker auftreten. „Zuerst dachten wir, wir machen ein bisschen Animation. Wir hätten nicht gedacht, dass es so groß werden würde“, gestand Elina zu. „An manchen Abenden kommen mehr als hundert Menschen zusammen. Wenn du die Terrasse ansiehst, denkst du dir: Wow!“
Den Traum, sein eigenes Café zu eröffnen, hegen viele auch in Deutschland. Um hierzulande ein Café zu eröffnen, benötigt man eine sorgfältige Planung, ein klares Konzept, behördliche Genehmigungen und ausreichend Startkapital. Eine spezielle Ausbildung ist rechtlich zwar nicht zwingend vorgeschrieben, aber fachliches und kaufmännisches Wissen ist für den Erfolg wichtig. Die „Gründerplattform“ zeigt den Weg zu einer gelungenen Geschäftsgründung.
Nach der aktuellen amtlichen Umsatzsteuerstatistik für das Jahr 2023 gab es in Deutschland laut Dehoga zuletzt etwa 11.153 Cafés. Ein Teil davon entfällt auf ländliche Regionen, Hofcafés und dörfliche Bäckereien mit Café-Betrieb