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Die Siegesserie ist perfekt: Die 800-Meter-Läuferin Audrey Werro krönt ihr Traumjahr an der Ultimate Championship

Дата публикации: 13-09-2026 15:00:00

Die 22-jährige Schweizerin gewinnt auch ihr letztes Rennen der Saison. Werro überstrahlt damit eine Schweizer Leichtathletik, die so konstant war wie selten.

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Die Siegesserie ist perfekt: Die 800-Meter-Läuferin Audrey Werro krönt ihr Traumjahr an der Ultimate Championship

Die 22-jährige Schweizerin gewinnt auch ihr letztes Rennen der Saison. Werro überstrahlt damit eine Schweizer Leichtathletik, die so konstant war wie selten.

13.09.2026, 17.00 Uhr

5 Leseminuten


Triumphiert schon wieder: Audrey Werro erringt auch in Budapest den Sieg über 800 Meter.

Triumphiert schon wieder: Audrey Werro erringt auch in Budapest den Sieg über 800 Meter.

Tibor Illyes / EPA

Wie ein 800-Meter-Rennen verläuft, spielt keine Rolle. Ob es eine Jagd nach dem Weltrekord ist oder taktisch und langsamer gelaufen wird, ob die Gegnerinnen ständig Druck machen oder im Schlusssprint aufdrehen. Am Ende – am Ende gewinnt Audrey Werro.

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So ist es auch im letzten Rennen der Saison. In Budapest läuft die 22-jährige Freiburgerin bei der Premiere der Ultimate Championship, die die Crème de la Crème der Leichtathletik in einem dreitägigen Event vereint. Werro siegt ungefährdet in 1:55,88 Minuten vor Keely Hodgkinson und Femke Broeders-Bol. Beschleunigen die anderen, beschleunigt sie auch, als sei es das Leichteste der Welt. Wie eine Puppenspielerin habe sie die Rennen im Griff, schreibt der «Guardian».

Das Trio fesselte die Leichtathletikwelt diesen Sommer, doch ein echter Dreikampf war es nie: Weder die Britin noch die Niederländerin konnten Werro während der Outdoorsaison bezwingen, die Schweizerin gewann jedes Rennen. Den einzigen Rückschlag erlebte sie im EM-Halbfinal, als eine Gegnerin sie touchierte, sie stürzte und erst durch einen Juryentscheid in den Final kam.

Eine solche Saison ist nicht nur ungewöhnlich, sie verändert einen jungen Menschen, der fast über Nacht ins Rampenlicht tritt. Als Werro am Samstagabend in Budapest im Bauch des Stadions steht, ruhig und freundlich wie immer, sagt sie, sie sei diesen Sommer vor allem mental gewachsen. «Ich konnte stark bleiben, selbst wenn viele Erwartungen und viel Aufmerksamkeit auf mir lagen», sagte sie. «Ich habe es geschafft, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.» Die Reife, die sie in jeder Situation zeigte, erstaunte.

Moser in jedem Wettkampf auf dem Podest

Werro überstrahlt eine erneut starke Saison der Schweizer Leichtathletik. Acht Athletinnen und Athleten erreichten den Saisonfinal in Budapest, mit der 200-Meter-Läuferin Fabienne Hoenke auch eine der Überraschungen des Jahres. Bemerkenswert ist zudem, dass sich neben Werro zwei weitere 800-Meter-Läuferinnen für den Final in Budapest qualifizierten. Aber die Leistungen von Valentina Rosamilia und Veronica Vancardo gehen hinter Werro etwas unter.

Dazu kamen die sicheren Werte der Schweizer Leichtathletik, die diesmal vielleicht noch beständiger waren als sonst: Die Stabhochspringerin Angelica Moser stand bei jedem Wettkampf 2026 auf dem Podest, wurde Europameisterin und schloss die Saison in Budapest mit einem neuerlichen Sprung über 4,85 m ab. Oder der Mehrkämpfer Simon Ehammer: Er stellte schon im März einen Weltrekord im Hallen-Siebenkampf auf, zeigte in Götzis einen erstklassigen Zehnkampf und sprang seither als Weitspringer in der Diamond League dreimal unter die besten drei.

Entsprechend zufrieden ist der Swiss-Athletics-Leistungssportchef Philipp Bandi mit der Saison. Er spürt, was die Leistungen der Schweizer Athleten auslösen. Nicht nur, weil plötzlich auch viele über Werro reden, die vorher gar nichts mit der Leichtathletik zu tun hatten. Er sagt: «Früher war die Leichtathletik im Schweizer Sportsystem wichtig, heute ist sie relevant.»

Werro erreicht eine seltene Stufe

Der Verband lässt sich davon aber nicht blenden. Dieses Jahr standen die Europameisterschaften im Fokus. Nächstes Jahr ist eine WM-Saison, zudem das Jahr vor den Olympischen Spielen in Los Angeles. Das Niveau wird noch einmal steigen, die ganze Welt bringt sich in Bestform.

Swiss Olympic hat ein Rahmenkonzept zur Sport- und Athletenentwicklung, das aus mehreren Stufen besteht. Die letzte Stufe heisst «Mastery» – was bedeutet, eine Sportart weltweit zu dominieren. Nur selten erreicht eine Athletin oder ein Athlet diese Stufe. Werro hat die Saison nicht nur dominiert, sie lief auch so schnell wie seit über 40 Jahren keine Läuferin mehr, zum Weltrekord fehlt nicht einmal mehr eine halbe Sekunde. «Das ist von der Leistung her nochmals eine andere Dimension», sagt Bandi. «Es ist fast nicht fassbar, was diese Leistung bedeutet.»

Es ist 25 Jahre her, seit ein Leichtathlet aus der Schweiz derart dominant war. In der Saison, in der André Bucher Weltmeister wurde, gewann der Luzerner jedes 800-Meter-Rennen ausser einem. Mit fünf Siegen an Golden-League-Meetings durfte er am Jackpot von 50 Kilogramm Gold teilhaben; blöd nur, dass in dem Jahr so viele andere Athleten wie nie ebenfalls erfolgreich waren. Am Ende erhielt Bucher gut 8 Kilogramm Gold.

Eine solche Saison zu wiederholen, ist schwierig. Schon das Verarbeiten wird der 22-jährigen Werro nicht leichtfallen. Ditaji Kambundjis Saison nach ihrem WM-Titel ist ein Beispiel dafür, wie kompliziert das Jahr nach einem Grosserfolg sein kann.

Das wissen auch die Personen in Werros engstem sportlichem Umfeld: ihre Trainerin Christiane Berset Nuoffer und Julien Nuoffer, der sich um das Management und die Anfragen kümmert. Mitte der Saison sagte Werro über die plötzliche Aufmerksamkeit: «Das Wichtigste ist, dass ich damit nicht allein bin. Um mich herum gibt es viele Menschen, die mir helfen, das zu bewältigen und nur das zu tun, was für mich Sinn ergibt.»

In dieser Saison bestand das oft auch einfach darin, Werro zu schützen. Berset Nuoffer sagt: «Wir stehen regelmässig mit den Eltern in Kontakt, um zu sehen, ob in ihrem Privatleben alles gut läuft. Mir ist wichtig, dass sie Energie tanken kann, gut schläft, nicht ständig unter Druck steht und Momente hat, in denen sie abschalten kann.»

Das Trio denkt bereits an 2027

Werro hat die Schule im Sommer 2025 abgeschlossen, trainiert also erst seit einem Jahr wie ein Profi. Da gibt es noch Spielraum, etwa im Trainingsumfang. Nach einem Monat Pause probieren sie und ihr Team in der kommenden Vorbereitung aus, wie sie auf längere Trainingslager reagiert. In Budapest blickte Werro bereits optimistisch auf das Jahr 2027 – dass sie so regelmässig herausragende Zeiten gelaufen sei, bedeute Gutes für den nächsten Schritt.

Das gilt auch für ihre beiden Hauptkonkurrentinnen. Broeders-Bol stieg erst auf diese Saison hin auf die Distanz über 800 Meter um, ihre Fortschritte waren Woche für Woche sichtbar. Sie hat noch enormes Potenzial. Und die bis anhin dominierende Hodgkinson kämpfte mit Verletzungen. In Budapest bestätigte sie, dass sie sich während der EM eine Muskelverletzung zugezogen hatte und seither auf schnelle Einheiten verzichten musste. «Es war teilweise frustrierend», sagte sie. Zudem musste sie sich erst an die neue Konkurrenzsituation gewöhnen. Doch sie freut sich bereits auf weitere Duelle mit Werro und Broeders-Bol im nächsten Jahr.

Damit ist sie nicht allein.

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