Der Beitrag Dual CS 718Q – Premium-Plattenspieler mit legendären Top-Trademarks erschien zuerst auf lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN.
Famoses Flaggschiff: Der Dual CS 718Q soll die stolze Tradition der legendären 7er-Serie fortsetzen. So kombiniert das neue Spitzenmodell typisches Dual-Design und prägende Top-Innovationen mit moderner Fertigung und frischen Features. Zu den Highlights gehören der ultraleise und hochpräzise Direktantrieb mit quarzstabiler Drehzahlregelung und der neuentwickelte vollkardanische Tonarm mit masseloser Auflagekraft und cleverer Höhenverstellung. Wie dieser Premium-Plattenspieler performt, zeigt unser Test.

Der Dual CS 718Q punktet als Flaggschiff des Portfolios mit gelungenem Design, Top-Technik und Feature-Vielfalt.
Dual – wenn dieser Name fällt, leuchten bei Vinylisten und HiFi-Kennern die Augen, und selbst weniger Audio-affine wissen mit dieser Marke was anzufangen. Kein Wunder: Das 1907 gegründete Unternehmen ist mit seiner fast 120-jährigen Geschichte der traditionsreichste deutsche Plattenspieler-Hersteller, einen Dual hatte und hat wohl jeder mal im Familien- oder Freundeskreises gesehen oder sogar selbst im Haus. Zum guten Ruf und zum hohen Bekanntheitsgrad hat maßgeblich die 7er-Serie beigetragen, deren Modelle in der goldenen HiFi-Ära mit maßstabsetzenden Innovationen auftrumpften: So brachte Dual 1973 mit dem CS 701 den ersten europäischen Plattenspieler mit Direktantrieb auf den Markt. Ihm folgten weitere Spitzenmodelle wie der CS 721 und der CS 704 mit weiterentwickeltem Direktantrieb und einfach-komfortabler, per Drehrad verstellbarer Tonarmhöhe, sowie der CS 714Q und CS 731Q mit erstmals quarzgenauer Drehzahlregelung. Diese Modelle beeindruckten samt und sonders auch bereits mit einem kunstvollen kardanischen Tonarm und der masselos realisierten Auflagekraft-Einstellung.

Der CS 718Q verweist mit typischen Dual-Trademarks auf die Tradition. Insbesondere der Tonarm-Bügel ist ein Reverenz an die Modelle der legendären 7er-Serie.
An diese legendäre Serie will Dual nun mit dem CS 718Q anknüpfen. Deshalb bietet der Plattenspieler die Summe dieser prägenden Top-Innovationen, kombiniert sie mit moderner Fertigungstechnik und neuen Features – und tradiert dabei typische Design-Trademarks: Die kardanische Lagerung, der markante Lagerbügel, der gerade Tonarm mit gewinkelter Kopfplatte weisen den CS 718Q auf den ersten Blick als einen Dual und speziell als einen Plattenspieler der 7er-Serie aus. Untypisch ist hingegen die Gehäuse-Konstruktion: Besaßen die klassischen Duals ein federnd gelagertes Chassis, das von einer Zarge eingefasst war, so besitzt der CS 718Q eine durchgängige Zarge aus dickwandigem MDF. Unser Modell ist mit Walnuss-Echtholz-Furnier bekleidet, wodurch es mehr Retro-Charme versprüht. Alternativ gibt’s den Plattenspieler in schwarzem Satin-Lack, was mehr den modernen Look des Clean Designs betont. Die Federung liegt nun in den Füßen: Sie sind mit einem resonanzdämpfenden und schockabsorbierenden Elastomer ausgestattet. Die Füße sind höhenverstellbar, so kann der Plattenspieler Wasserwaagen-gerade ausgerichtet werden.
Auf dem Deck thront ein 25 Millimeter hoher und zwei Kilo schwerer, präzise per Druckguss-Verfahren gefertigter Aluminium-Teller. Oberseitig sorgen das schwarze Finish und die feine Rillenstruktur für eine hochwertige Anmutung. Unterseitig ist der Teller vollflächig mit einem schweren Gummieinsatz schwingungsbedämpft. Auch die mit vier Millimetern extrem dicke und mit knapp 300 Gramm Gewicht ungewöhnlich schwere Matte aus Gummi dient der Resonanzbedämpfung. Diese extra für Dual gefertigte Auflage ist etwas kleiner als der Teller. Dadurch lassen sich die Schallplatten leichter vom Plattenteller abheben, zudem liegen die Vinylscheiben, die zumeist eine Randwulst aufweisen, flächendeckend und mit maximalem Kontakt auf. Die Nut in der Mitte ermöglicht die gleichen Vorteile dann für Singles. Dank des Gewichts von Teller und Matte bietet diese Platten-Plattform eine gewünscht große Massenträgheit. Sie befördert den Gleichlauf und die Laufruhe. Die Drehmasse ist durch den Außenring des Tellers großenteils nach außen verlagert. Dadurch wird das Motorlager entlastet.

Der gewichtige, unterseitig gummierte Teller und die außergewöhnlich dicke und schwere Matte sorgen für große Laufruhe und gute Vibrationsdämpfung. Die Matte ist im Durchmesser kleiner als der Teller. So liegen LPs trotz Randwulst vollflächig auf und sind leicht vom Teller abnehmbar. Die Nut in der Matte ermöglicht diese Vorteile auch für Singles.
Damit sind wir bei einem Prunkstück dieses Plattenspielers: dem Antrieb. Die geschmeidig in einer Messingbuchse rotierende Stahlachse versetzt ein ausgefuchster Direktantrieb in Rotation. Sein Motor arbeitet ohne Bürsten und damit friktionsfreier. Durch den Einsatz eisenloser Luftspulen entfallen zudem magnetische Anziehungskräfte zwischen Spulen und Permanentmagneten – und damit die unerwünschten Rastmomente. So agiert der Motor reibungsarm, ruckelfrei und vibrationslos. Das führt zu einem sehr ruhigen und gleichmäßigen Lauf, der überdies geräuschlos ist. Das Motorkonzept ohne Verschleißteile wie Riemen, Kohlen oder Bürsten bürgt zudem für Langlebigkeit. Den stabilen und konstanten Gleichlauf garantiert dabei eine quarzkontrollierte Drehzahlregelung für die drei Geschwindigkeiten 33⅓, 45 und 78 UpM. Die Gleichlaufschwankung weist Dual mit unter 0,05 Prozent aus – ein Top-Wert. Der gesamte Antrieb besitzt eine aus Rotorglocke und Abdeckplatte bestehende doppelte Abschirmung. Sie verhindert, dass das elektromagnetische Streufeld des Motors auf das sensible Tonabnehmer-System wirkt und dadurch ein Brummen im Musiksignal erzeugt.

Der Dual CS 718Q kann mit seinem Quartz-gesteuerten Direktantrieb Schallplatten in den Geschwindigkeiten 33⅓ UpM, 45 UpM und 78 UpM abspielen. Eine kleine LED zeigt mit blauem Leuchten an, dass eine Drehzahl gewählt ist, mit blauem Blinken hingegen, dass die Auslaufrille erreicht ist und die Endabschaltung aktiviert wird.
Neben dem Antrieb ist der Arm das zweite Highlight des CS 718Q: Er ist extra für diesen Plattenspieler von Duals Entwicklungsleiter Alfred Langer konzipiert worden. Langer, wegen seiner Markenverbundenheit „Dualfred“ genannt, hat das klassische Design der legendären 7er-Serie in die Moderne übertragen. So ist der Tonarm natürlich vollkardanisch ausgelegt. Die Lagerung ist mit vier Präzisions-Pivot-Kugellagern im Zusammenspiel mit geschliffenen Lagerspitzen realisiert. Das bürgt für maximale Beweglichkeit bei minimaler Reibung und hoher Präzision dank geringstem Spiel. Das Design des U-förmigen Lagerbügels erweist sich als Hommage an die alten 7er-Modelle von Dual. Dieser Bügel ist an einem Turm befestigt: Er dient der Höhenverstellbarkeit des Tonarms. Auch dies ist ein cleveres Feature der legendären 7er-Serie, das Langer in die Gegenwart überführt hat. Mit der auf dem Turm thronenden Rändelschraube hebt oder senkt man komfortabel, stufenlos und präzise die gesamte Tonarmbasis. So kann man flott ausprobieren und hören, welche klangliche Auswirkung eine VTA-Veränderung bewirkt.

Das Lager des Tonarms ist, ganz in der Tradition der 7er-Serie, vollkardanisch realisiert. Das Rändelrad an der Lagerdose dient der Einstellung der Auflagekraft. Dies gelingt masselos durch einen Federmechanismus. Das Gegengewicht und das hier angeschraubte Zusatzgewicht dienen allein der vorherigen Ausbalancierung des Tonarms. Auch das Antiskating besorgt ein Federmechanismus.
Ein berühmtes Dual-Feature bietet der Tonarm auch für die Einstellung der Auflagekraft: Dies gelingt masselos mithilfe eines Federmechanismus. Im Lagerinneren wirkt eine Präzision-Spiralfeder auf die horizontale Achse. Dadurch wird der Tonarm nach unten Richtung Schallplatte gezogen – mit exakt jenem Auflagekraft-Wert, den man mit dem seitlich am Lager sitzenden Rändelrad eingestellt hat. Die Masselosigkeit dieser Lösung hat gleich mehrere Vorteile: Die federerzeugte Auflagekraft bleibt dauerhaft konstant. So wird auch bei leicht verwellten Platten ein stabiler Druck aufrechterhalten. Diese stabile Abtastung bleibt selbst bei einer Schrägstellung des Plattenspielers gewährleistet: Die masselose Auflagekraft ist unabhängig von der Schwerkraft, dadurch haben auch seitlich wirkende Gravitationseinflüsse weniger Effekt. Das Gegengewicht am hinteren Ende des Tonarmrohrs dient hingegen einzig dazu, den Arm so auszubalancieren, dass das Rohr waagerecht „schwebt“. So liegt der Schwerpunkt des Arms exakt im Achsenschnittpunkt der kardanischen Lagerung. Dadurch kann am anderen Ende des Arms die Nadel noch leichter der Rillenmodulation folgen.

Der Höhenverstellung des Tonarms gelingt mit dem Turm-artigen Mechanismus genial einfach: Erst die hintere silbern-geriffelte Arretierung lösen, dann mit dem oberseitigen Drehrad die gesamte Tonarm-Einheit absenken oder anheben, Arretierung wieder festziehen – fertig! Das Verstellen geht so geschmeidig, dass man die Armhöhe selbst während des laufenden Betriebs ändern könnte.
Die Antiskating-Einstellung ist ebenfalls mit einem stufenlos regelbaren Federmechanismus realisiert. Eine speziell geformte Präzisionsfeder bürgt dafür, dass die Skating-Kraft, die beim Plattenabspielen die Nadel hin zur Mitte zieht und dabei immer geringer wird, trotz dieses dynamischen Verhaltens exakt ausgeglichen wird. Das verhindert, dass die Nadel einseitig belastet und die innere Rillenflanke stärker beansprucht wird, was zu Verschleiß und Verzerrungen führt. Nun zum Rohr: Dual-typisch ist seine gerade, zylindrische Form, neu hingegen seine durch moderne Fertigungstechnik ermöglichte Konstruktion aus Aluminium-Kern und Carbonfaser-Mantel. Dieser Material-Mix bewirkt eine Resonanzdämpfung und ermöglicht einen zugleich sehr steifen und leichten Arm. Am vorderen Ende mündet er in eine aus Aluminium gefräste Kopfplatte. Sie ist Dual-typisch gekröpft, also abgewinkelt, um beim Abspielen der Platte eine möglichst parallele Stellung der Nadel zur Rille zu erreichen. Die Headshell ist dank eines SME-ähnlichen Schraub-Verschlusses schnell wechselbar. Sie besitzt zudem eine Azimuth-Klemmvorrichtung. Dank ihr ist ein vertikaler Schiefstand des Abtastsystems korrigierbar.

Das Tonarmrohr ist ein zylindrisches Carbon-Alu-Sandwich. Dieser Material-Mix ermöglicht eine Bedämpfung von Resonanzen. Dank des Schraub-Verschlusses ist die Headshell leicht wechselbar.
Ein Tonabnehmer wird übrigens nicht mitgeliefert. Das ist, wie auch der Verzicht auf einen integrierten Vorverstärker, gut so. Der CS 718Q spielt in einer Liga, in der Vinylisten bezüglich System und Verstärker durchaus eigene Vorstellungen haben und oft auch bereits die entsprechende Hardware besitzen. Da ist es wenig sinnvoll, den Plattenspieler mit einer dann nutzlosen Ausstattung zu verteuern. Nutzvoll ist hingegen die automatische Endabschaltung: Nach vier Umdrehungen in der Endlosrille wird der Tonarm angehoben, zugleich bewegt sich, wie von Geisterhand geführt, der Tonarm-Lifthebel in die Hoch-Position, dann deaktiviert sich der Direktantrieb. Diese Endabschaltung, die den ansonsten rein manuell zu bedienenden Plattenspieler zum Halbautomaten macht, ist durch einen Schalter auf der Rückseite deaktivierbar. Neben diesem Schalter finden wir die Netzbuchse und die Ausgänge. Hier entdecken wir eine weitere Dual-Novität: Über die üblichen unsymmetrischen Cinch-Abschluss hinaus bietet der CS 718Q symmetrische XLR-Buchsen. Das ermöglicht bei Verwendung eines MC-Abtastsystems ein Performance-Plus.

Für den Anschluss an einen Phono-Vorverstärker bietet der CS 718Q über den üblichen unsymmetrischen Ausgang hinaus auch einen symmetrischen Anschluss – ein Novum für Dual. Rechts erkennt man den Schiebeschalter, mit dem die automatische Endabschaltung deaktivierbar ist.
Der CS 718Q lässt sich flott in Betriebsbereitschaft versetzen. Dafür sorgen auch die durchdachte Verpackung und die vorbildliche Anleitung. Hier führen QR-Codes zu zusätzlichen Videos, in denen jeder Schritte gezeigt und erklärt wird. Dazu macht es uns der CS 718Q mit seinen leicht handhabbaren Einstellmöglichkeiten einfach. Zum Zubehör gehört außerdem eine Einstelllehre: Mit ihr gelingt die Positionierung des Abtastsystems auf der Dual-Headshell denkbar unkompliziert. Unser Start-System ist das MM-System Transrotor Uccello. Es sitzt mit wenigen Handgriffen korrekt unter der Kopfplatte. Sie ist dann flugs an den Tonarm angeschraubt. Nach dem Gegengewicht-Aufsetzen und dem Ausbalancieren des Tonarms gelingt auch die masselose Auflagekraft-Einstellung mit dem Rändelrad flott und genau. Noch präziser geht’s nur mit einer Tonarm-Waage. Das Antiskating ist ebenfalls dank der Rändelschrauben-Lösung im Nu eingestellt. Nach dem Auflegen von Teller und Matte ist sogar die waagerechte Ausrichtung des Tonarms mithilfe der genialen Drehschrauben-Höheneinstellung ein regelrechter Spaß. Top!

Vier höhenverstellbare und schockabsorbierende Füße sorgen für geraden Stand und ruhigen Betrieb.
So stellen wir den Dual CS 718Q auf unser Sideboard – und können ihn dank der höhenverstellbaren Füße perfekt waagerecht ausrichten. Auch mit diesem Features hebt er sich übrigens deutlich vom kleineren Schwestermodell CS 618Q ab und präsentiert sich als würdiges Spitzenmodell. Als Spielpartner stehen neben dem CS 718Q nun der Phono-Preamp Lehmannaudio Decade und der Vollverstärker der Hegel H360. Er treibt ein Paar Audio Physic Midex RQ an. Ein Phono-Kabel gehört leider nicht zum Lieferumfang des Plattenspielers. Hier nehmen wir unser Van Den Hul The Isis RCA. So starten wir den CS 718Q, in dem wir den Tonarm in Richtung Platte führen – und erleben als erstes eine wohltuende Stille: Der Motor startet und läuft absolut geräuschfrei. Auch die Akkuratesse der Umdrehungsgeschwindigkeit ist sehr gut. Das haben wir mit einer Stroboskop-Scheibe und unserer Stroboskop-Smartphone-App überprüft.

Dank der mitgelieferten Einstelllehre ist die Montage und Justage eines Tonabnehmers unter die Kopfplatte ein Kinderspiel.
Diese Stabilität bürgt, in Zusammenspiel mit dem massereichen Teller, für eine große Ruhe und Entspanntheit auch bei der Wiedergabe – und genau das erleben wir bei unserer ersten Musik: Patricia Barbers „Silent Partner“ von ihrem audiophiler Klassiker-Album „Modern Cool“. Offenbar ist auch das MM-System Uccelo ein passender Partner für den mittelschweren Tonarm, denn die Wiedergabe ist wunderbar rund. Das erfahren wir gleich beim Gesangseinsatz der amerikanischen Jazz-Sängerin. Barber besitzt eine aparte, klare, dunkel timbrierte Stimme, die sie auf eine ganz eigene Art einsetzt: Sie vereint Kühle und Distanziertheit mit Intensität und Intimität. Das gelingt durch ihre Nähe zum Mikrofon und ihren leisen Gesang. So wirkt es, als würde Barber uns direkt gegenüber sitzen und eine persönliche Geschichte erzählen. Die Intensität liegt dann in der fein nuancierten Dynamik: Barber setzt gezielt kleine Lautstärke-Abstufungen ein, und die müssen erst mal durch Abtaster und Plattenspieler hörbar gemacht werden. Der CS 718Q kann es.
Ohne diese Feindynamik würden die Kühle und Distanziertheit, die Barber durch ihren Verzicht auf Dramatik und Pathos mit ihrem zurückgenommen-kontrollierten Gesang vermittelt, die Oberhand gewinnen. Hier hingegen stimmt die Balance – zumal der CS 718Q auch eine leichte Wärme ins Klangbild einbringt. Dies befreit Barber von der manchmal zu hörenden Blutleere und Sterilität und gibt ihrer Stimme eine angenehme Sonorität und Natürlichkeit. Diese Wärme ist wohldosiert. Das merken wir am Klavier: Auch in den tieferen Lagen bleibt der komplexe Klang, den Barber als Pianistin am Flügel liefert, sehr durchhörbar. Auch das ist wegen der zahlreichen Saiten, die über die angeschlagenen Tasten-Töne hinaus zu hören sind, eine anspruchsvolle Aufgabe – und auch sie meistert der CS 718Q prima. Das gilt ebenso für den Kontrabass, der die richtige Drahtigkeit hat – aber dank der runden Wiedergabe eben nicht staubtrocken-anämisch klingt. So ist dieses Bass-Fundament zugleich tragfähig und aufgeräumt.

Diese Kopfplatte besitzt hin zum Rohr eine Azimuth-Klemme. Dank dieses Features kann eine vertikale Fehlstellung des Abtastsystems korrigiert werden.
Hierzu trägt auch die Performance des Schlagzeug bei. Der CS 718Q lässt uns dabei auf Anhieb erkennen, dass Drummer Mark Walker nicht mit Schlägeln, sondern mit Besen spielt, weil das charakteristische Aufklatschen der Borsten auf Snare und Becken zu hören ist. Dabei kommt jeder Schlag auf das gedengelte Metall und das gespannte Fell sauber zur Geltung. Dieser Detailreichtum macht auch kleine Spielgeräusche der Musiker wahrnehmbar. Dies wiederum lässt die Wiedergabe umso authentischer erscheinen. Hier klingt schon an, was wir bei allen Instrumenten, vor allem aber bei der Stimme erleben: Sie alle haben eine schöne Präsenz und Körperhaftigkeit. Dank der Durchhörbarkeit der Wiedergabe ist auch die schöne Staffelung der Musiker erlebbar. Ebenso erfahren wir prima die Räumlichkeit dieser Aufnahme, weil die Mikrofone zusätzlich zur Musik auch die Wandreflexionen des Studios eingefangen haben. Dieser Aufnahmeraum ist hörbar weiträumiger als unser Testzimmer.
Nun nehmen wir einen System-Wechsel vor: Auf unserer zweiten Headshell ist das Ortofon MC X50 installiert. Die Umrüstung des CS 718Q ist dank der leichten Einstellbarkeit ein Gedicht. Gerade die Höhenveränderbarkeit des Tonarms zaubert uns ein Grinsen ins Gesicht. Das setzt sich mit der Wiedergabe fort: Für uns als Moving Coil-Fans geht nun die Klang-Sonne auf. Wir erleben ein Zugewinn an Räumlichkeit und Offenheit, Details und Durchhörbarkeit, Dynamik und Frische – und der CS 718Q lässt uns das alles mit Leichtigkeit wahrnehmen. So hat Barbers Stimme eine noch größere Gegenwärtigkeit und ist noch faszinierender, weil ihr dezentes Spiel mit feiner Lautstärkeabstufung, leichter Intensitätsgraduierung und wohldosiertem Vibratoeinsatz nun erst so richtig nachvollziehbar ist. Die Wärme ihrer Stimme, die wir zuvor schon genossen haben, bleibt dabei erhalten. Ihr Klavier entfaltet nun deutlich mehr Klangfarben, wir erleben intensiver die sich mal auslöschenden, mal verstärkenden Obertöne, die Klavierakkorde so komplex und fesselnd machen.

Zur aufgeräumten Optik trägt auch das Design der gesamten Aufhängung. Die Tonarmbasis sitzt auf einem Träger, der in eine Platte eingelassen ist, die wiederum auf dem Deck des Plattenspielers montiert ist.
Dank dem Detail- und Dynamik-Plus wirken auch die anderen Instrumente plastischer und echter. Gerade beim Schlagzeug nehmen wir das Metall der Becken intensiver wahr. Jetzt hören wir zudem, dass das Ride-Becken mit einer Sizzle Chain präpariert ist, was den eigenartig rauschenden Rasselsound erklärt. Die Anschläge der Besenborsten haben zudem mehr Drive und Zackigkeit, so klingen insbesondere die Drums frischer. Doch eigentlich legt die ganze Wiedergabe an Lebendigkeit zu. Das gilt auch für den Bass, bei dem nun genauer erkennbar das Anzupfen der Saiten hörbar ist. So wirkt er noch wirklicher und anwesender. Auch die Räumlichkeitsdarstellung gelingt noch überzeugender: Die bessere Auflösung lässt uns auch die Raumreflexionen intensiver wahrnehmen – und so ist das berühmte Studio 5 der Chicago Recording Company, in dem Barber und ihre Band den Song aufgenommen haben, in seinen Dimensionen besser erfahrbar. Die Musiker sind dabei präziser lokalisierbar. So erreicht die Darstellung eine noch größere Abbildungskraft.
Die leichte Veränderbarkeit der Tonarmhöhe reizt uns nun zum Experimentieren: Durch sie ändert sich der Eintauchwinkel der Nadel in die Rille und damit der Klang. Auch das lässt uns der CS 718Q erleben: Drehen wir die Basis hoch, sind die Musiker abermals gegenwärtiger, die gesamte Wiedergabe ist heller und kristalliner. Drehen wir die Basis runter, ist der klang gedeckter, wärmer, etwas bassstärker. Barbers Stimme erscheint dann etwas raumgreifender, dafür weniger fokussiert. Hier kann man als Vinylist also herrlich seinen Spieltrieb ausleben und nach eigenem Ermessen Klang, Präsenz und Abbildung optimieren. Konstant bleibt dabei die grundlegende Ruhe, Präzision und Aufgeräumtheit bis in den Bass. Das erleben wir auch mit anderen Musiken – etwa mit Donald Fagens Fusion-Nummer „H Gang“, wo 14 Musiker mitwirken und trotz des dichten Tonsatzes jedes Instrument hörbar ist, oder mit Trentemøllers Electro-Track „The Forrest“, wo trotz mächtigem Tiefbass die Sounds und Samples frei im Raum schweben.

Der Dual CS 718Q im Betrieb: Dank der mitgelieferten Haube sind Deck, Teller und Tonarm vor Staub geschützt.
Das Vorhaben ist rundherum geglückt: Der Dual CS 718Q setzt die stolze Tradition der legendären 7er-Serie fort. Das gelingt ihm mit etlichen Innovationen, die diese Premium-Plattenspieler prägten, hier auf den neuesten technischen Stand gebracht wurden und um frischen Features bereichert sind. So punktet der CS 718Q mit seinem ultraleisen und hochpräzisen Direktantrieb, der quarzgesteuerten Drehzahlregelung, dem vollkardanischen Tonarm, der masselos realisierten, nahezu konstanten Auflagekraft und der ebenso pfiffigen wie komfortablen Tonarm-Höhenverstellbarkeit. Dank dieser Highlights gelingt dem CS 718Q eine Performance, die mit großer Laufruhe, Entspanntheit und Sonorität glänzt. Die Akkuratesse und Präzision, die Antrieb und Arm kennzeichnen, zeigen sich auch in der Wiedergabe: Sie ist detailreich und feinauflösend, bietet eine wunderbare Dynamik, eine überaus präsente und plastische Darstellung von Stimmen und Instrumenten und eine sehr gute Räumlichkeitsabbildung. Auch optisch tradiert dieser Plattenspieler die Dual-Markenzeichen. So präsentiert sich der Dual CS 718Q als würdiger 7er – und als famoses Dual-Flaggschiff.
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