In Essingen sollen weitere Straßen neue Parkregeln bekommen. Welche Erfahrungen die Gemeinde bislang gemacht hat, was nun geplant ist und wo verstärkt kontrolliert werden soll.
Stand: 06.10.2026, 11:00 Uhr

In Essingen sollen weitere Straßen neue Parkregeln bekommen. Welche Erfahrungen die Gemeinde bislang gemacht hat, was nun geplant ist und wo verstärkt kontrolliert werden soll.
Essingen. Die Gemeinde Essingen will weiter für mehr Ordnung auf den Straßen sorgen. Nachdem im vergangenen Jahr bereits im Heerweg, in der Aalener Straße und in der Laugengasse Parkmarkierungen angebracht und Parkverbote angeordnet wurden, soll nun das zweite Maßnahmenpaket in Angriff genommen werden. Dieses umfasst die Schulstraße, die Seltenbachstraße, die Breslauer Straße, Teile der Straße Unteres Dorf und die Kirchgasse – auch dort soll das Parken künftig nur noch in dafür vorgesehenen Bereichen möglich sein.
Wie die stellvertretende Hauptamtsleiterin Denise Erhardt in der jüngsten Gemeinderatssitzung (01.10.) erläuterte, sollen diese Änderungen zeitnah umgesetzt werden. Ziel sei es, das Parken auf stark frequentierten und einwohnerreichen Straßen übersichtlicher und sicherer zu machen.
Parken nur auf markierten FlächenGrundlage für die Maßnahmen ist das Parkraumkonzept, das die Gemeinde beim Planungsbüro VAR+ aus Darmstadt in Auftrag gegeben hat. Dafür haben Experten die betroffenen Straßen zu unterschiedlichen Zeiten befahren und die jeweilige Parksituation untersucht. Dabei ging es vor allem um die Frage, wo parkende Autos den Verkehr behindern, die Übersichtlichkeit beeinträchtigen oder es für andere Verkehrsteilnehmer eng wird.
Ursprünglich hatte das Planungsbüro an verschiedenen Stellen sogar absolute Halteverbote vorgeschlagen. Davon wird nun allerdings abgesehen. Nach Einschätzung der Straßenverkehrsbehörde wären solche Verbote an den betreffenden Stellen nicht notwendig und teilweise auch nicht genehmigungsfähig. Stattdessen solle eine einheitliche Regelung mit markierten Parkflächen für mehr Klarheit sorgen.

Während manche die neuen Regelungen als „Abzocke“ kritisieren, fällt die Bilanz im Rathaus überwiegend positiv aus. Im Mozartweg habe sich die Parksituation nach Angaben der Verwaltung inzwischen geordnet. Durch die neuen Markierungen und Schilder sei nun klarer, wo Autos abgestellt werden dürfen, so Bürgermeister Wolfgang Hofer.
In der Laugengasse gab es dagegen vereinzelt Beschwerden von Anwohnern. Sie kritisierten, dass durch die neuen Markierungen weniger Parkplätze zur Verfügung stünden. Die Verwaltung spricht allerdings von einzelnen Rückmeldungen, die vor allem in der Anfangszeit eingegangen seien.
Weiterhin Diskussionen gibt es bezüglich des Parkraumkonzepts in der Aalener Straße. Vor allem Besucher einer dortigen Arztpraxis bemängeln, dass die Beschilderung der Halteverbotszone leicht zu übersehen sei. Einige verwiesen darauf, dass sie gesundheitlich eingeschränkt seien und deshalb möglichst in der Nähe der Praxis parken müssten. Das Problem ist der Gemeinde bekannt. Eine einfache Lösung gibt es bislang jedoch nicht. Damit die Regelung von allen Zufahrten aus sichtbar wäre, müsste die Beschilderung innerhalb der Aalener Straße mehrfach wiederholt werden. Genau einen solchen „Schilderwald“ wollte die Gemeinde mit der Zonenregelung aber vermeiden.
Mehr Kontrollen vor dem RathausManuel Louis (Freie Wählervereinigung) mahnte derweil, dass die Gemeinde bei den neuen Regeln auch selbst mit gutem Beispiel vorangehen müsse. „Man kann vor dem Rathaus keine wildparkenden Autos dulden, wenn wir in anderen Straßen Knöllchen verteilen“, sagte er. „Wir müssen vor der eigenen Türe schauen.“ Sonst mache sich die Gemeinde unglaubwürdig.
Bürgermeister Wolfgang Hofer und Denise Erhardt kündigten daraufhin an, die Situation vor dem Rathaus noch einmal genauer in den Blick zu nehmen und auch den Gemeindevollzugsdienst dafür sensibilisieren. Auch andere Straßenzüge sollen auf Wunsch aus der Bürgerschaft verstärkt kontrolliert werden. Dazu gehören unter anderem die Ecke Humboldtstraße/Mozartweg sowie die Fichtestraße unweit des Wertstoffhofs. „Wir schauen uns die Ecken an“, versicherte Hofer.
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