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Was die Gemeinde Essingen stark macht – und was die Zukunft bringt

Дата публикации: 27-09-2026 16:00:00

Essingen steht vor großen Veränderungen. Doch was macht die Gemeinde heute aus – und warum blickt der Ort mit Spannung auf die kommenden Jahre?

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Stand: 28.09.2026, 09:36 Uhr

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Seit 1997 ist Wolfgang Hofer Bürgermeister in Essingen.

Seit 1997 ist Wolfgang Hofer Bürgermeister in Essingen. © Jan Sigel

Essingen steht vor großen Veränderungen. Doch was macht die Gemeinde heute aus – und warum blickt der Ort mit Spannung auf die kommenden Jahre?

Essingen. Kaum eine Kommune im Ostalbkreis dürfte sich in den kommenden Jahren so stark verändern wie Essingen. Bis zum Jahr 2032 soll in der 6500-Einwohner-Gemeinde das neue Zentralklinikum des Ostalbkreises entstehen. Ein Großprojekt, das Einwohnerzahl, Infrastruktur und Bedeutung des Ortes in der Region beeinflussen wird. Das Klinikum wird Essingen verändern, ist sich Bürgermeister Wolfgang Hofer sicher. „Es wird eine große Entwicklung geben.“ 

Klinik-Neubau: zwischen Chancen und Sorgen

Doch nicht jeder blickt diesem bevorstehenden Wandel sorglos entgegen. Einige Bürger sehen die Entwicklung sogar eher kritisch. Sie befürchten durch den Klinikbau einen starken Einwohnerzuwachs, mehr Verkehr und mehr Lärm – und damit auch Veränderungen im vertrauten Ortsbild.

Hofer kann diese Bedenken nachvollziehen, verweist aber auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Essingen habe mehrfach bewiesen, mit Herausforderungen umgehen zu können – etwa beim umfangreichen Ausbau der B29. „Bisher haben wir hier in Essingen alles gemeistert.“ Der Bürgermeister sieht im Klinikneubau deshalb nicht nur ein medizinisches Großprojekt, sondern auch eine Chance für die Gemeinde: neue Arbeitsplätze, eine bessere medizinische Versorgung und neuen Wohnraum.

Essingen steht im Rampenlicht – nicht erst seit dem Klinikum

Fakt ist: Der Klinikneubau wird Essingen in den kommenden Jahren nicht nur verändern, sondern auch neue Aufmerksamkeit mit sich bringen. Dabei ist die Gemeinde längst kein unbekannter Fleck auf der Landkarte: Auch heute sorgt der Ort immer wieder über die Region hinaus für Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr etwa rückte Essingen durch die Döner-Debatte bundesweit in den Fokus der Öffentlichkeit.

Auch sportlich muss sich die 6500-Einwohner-Gemeinde nicht verstecken. Beim LAC Essingen trainieren mit Martina Meissner und Rainer Strehle sogar zwei Weltmeister. Meissner holte den Titel über 80 Meter Hürden in der Altersklasse W45, Strehle wurde mit der 4x400-Meter-Staffel in der Altersklasse M60 Weltmeister und Weltrekordhalter. 

Ein weiteres sportliches Aushängeschild der Gemeinde ist der TSV Essingen. Die Fußballer haben sich in den vergangenen Jahren in der Oberliga etabliert und sich dort einen Namen gemacht. 

Der TSV und der LAC  sind dabei nur zwei Beispiele für das vielfältige Vereinsleben vor Ort: Rund 80 Vereine aus Sport, Kultur, Musik und Fasching prägen die Gemeinde.

Wirtschaftsstandort mit vielen Arbeitgebern

Die Einwohnerzahl von Essingen.

Die Einwohnerzahl von Essingen. © Grafik: SDZ Media

Essingen verfügt auch wirtschaftlich über eine solide Basis. Zahlreiche Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen haben sich in der Gemeinde angesiedelt und prägen den Standort. Dazu gehören unter anderem Omega Sorg, die Firma Scholz, Lobo und viele mehr. Die vielen großen und kleinen Unternehmen schaffen Arbeitsplätze und sorgen zugleich für wichtige Gewerbesteuereinnahmen.

Im Vergleich mit anderen Kommunen im Ostalbkreis bewegt sich Essingen bei den Gewerbesteuereinnahmen dennoch eher im Mittelfeld. Oberkochen oder Rosenberg würden hier deutlich höhere Einnahmen erzielen, sagt Hofer. „Aber ich will mich nicht beklagen.“ Entscheidend sei vielmehr, dass Essingen in den vergangenen Jahren verantwortungsvoll gewirtschaftet und sich mit Bedacht entwickelt habe. Hofer kritisiert jedoch, dass die finanziellen Belastungen für Kommunen durch immer neue Aufgaben von Bund und Land zunehmen würden, weswegen die "noch überschaubare Verschuldung" der Gemeinde zunehmen werde.

Kurze Wege und viel Lebensqualität in Essingen

So wird die Fläche in Essingen genutzt.

So wird die Fläche in Essingen genutzt. © Graik: SDZ Media

Die wirtschaftliche Stärke spiegelt sich auch im Alltag der Bürger wider. Essingen verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur und bietet vieles, was für das tägliche Leben benötigt wird. Wer in Essingen lebt, findet vieles direkt vor der Haustür. Discounter und Vollsortimenter, Bäcker, Metzger, Banken, zwei Tankstellen, ein Sportgeschäft, ein Blumenladen und vieles mehr. „Wir brauchen kein Einkaufszentrum“, sagt Hofer. Komplettiert wird das Angebot durch mehrere Kindergärten, eine Gemeinschaftsschule, eine Bücherei und ein Seniorenzentrum. Dank der guten Verkehrsanbindung seien auch die Wege in die umliegenden Städte kurz.

Gleichzeitig bietet Essingen viel Raum für Erholung. Mehrere Parkanlagen, ein Bestattungswald sowie zahlreiche Wander- und Radwege laden dazu ein, die Umgebung zu erkunden. „In Essingen gibt es viel zu entdecken – zu Fuß oder mit dem Fahrrad“, sagt Hofer.

Wohnraum bleibt in Essingen eine Herausforderung

So haben die Essinger in der Landtagswahl gestimmt.

So haben die Essinger in der Landtagswahl gestimmt. © Grafik: SDZ Media

Trotz der guten Ausgangslage sieht der Bürgermeister aber auch Herausforderungen – nicht nur aufgrund des geplanten Klinikneubaus. Neben der Schaffung von weiterem Wohnraum nennt er vor allem die „drei großen D“: Digitalisierung, Demografie und Dekarbonisierung – also die Aufgabe, Wirtschaft und Gesellschaft klimafreundlicher aufzustellen.

Zumindest beim Thema Wohnen hat sich in Essingen zuletzt wieder etwas getan. So wurde im Teilort Forst erst vor Kurzem wieder ein neues Baugebiet erschlossen – nachdem über längere Zeit im gesamten Gemeindegebiet keine neuen Flächen ausgewiesen worden waren. Auch auf dem ehemaligen Ritter-Areal tut sich etwas. Weitere Projekte wie die „Hasenweide Süd“ in Lauterburg oder das Baugebiet „Brühl“ in Essingen sind derweil in Planung.

Auf die Frage, was der Gemeinde sonst noch fehlt, muss Hofer nicht lange überlegen: „Da fällt mir nicht viel ein.“ Eventuell ein Freibad. Ein solches Angebot gab es in Essingen bereits vor einigen Jahrzehnten unweit der Ölmühle in Form eines Naturschwimmbads. Heute wäre ein eigenes Bad für die Gemeinde jedoch kaum zu stemmen. „Wenn wir das machen würden, müssten wir auf andere Sachen verzichten – und das wollen wir nicht“, sagt Hofer. Schließlich solle Essingen eine Gemeinde bleiben, die ihren Einwohnern auch künftig einiges bieten kann.

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